Abfallentsorgung aus dem letzten Jahrtausend

Im Stadtparlament wird über eine Totalrevision des Abfallreglements geschäftet.

Unser 4-köpfige Haushalt verbraucht alle 2 Wochen einen 17 Liter-Gebührensack.
Weil wir schon beim Kaufen auf Abfallvermeidung achten (sollte oberstes Gebot sein auch gemäss Bundesverordnung, wird aber im neuen Reglement mit keinem Wort erwähnt), mehrfach wiederverwenden, konsequent trennen.
Würden alle Bewohner zu unserem Verhalten bewegt werden, könnte die Kehrrichtverbrennungsanlage der Stadt kaum mehr betrieben werden. Erst recht nicht ein Fernwärmenetz.
Bestraft wird man von der Stadt für eigenverantwortliches Verhalten mit einer Grundgebühr. Und die kommt uns teurer zu stehen als alle unsere gebührenpflichtigen Abfallsäcke. Sieht so Verursachergerechtigkeit aus?

Genauso bei der Grüngutabfuhr. Ich bringe meine Küchen- und Gartenabfälle (die muss ich inzwischen von Hand kleinschneiden, weil die Stadt unser Gartenabfalldepot in Parkplätze für die Mittagstischköchin und Tageschulbetreuung „umgestaltet“ hat) zum Quartierkompost, mische dort, siebe, schaufle etc. alles freiwillig  und unentgeldlich in meiner Freizeit, damit daraus wieder hochwertige wiederverwendbare Erde wird, während die Abfälle der städtischen Grüngutabfuhr nach der Biogasanlage verbrannt werden.
Was ist der Dank für dieses eigenverantwortliche Handeln? Man wird über die Stromrechung mit einer Grundgebühr belastet. Danke Andreas Hobi für diesen Widersinn.
Unser Haus wird vom HEV Stadt St.Gallen verwaltet und der stellt sich bei allem, was nur ansatzweise nach grün riecht, konsequent quer. Also keine städtischen Grüngutbehälter.

Und der absolute Gipfel in der ganzen Vorlage: „ebenso wird nicht mehr nur von der Deponie Tüfentobel gesprochen, sondern es wird die Möglichkeit eröffnet, dass die Stadt mehrere Deponien führt.“
Weil der Widerstand gegen Deponien in der Agglo zu gross ist, müssen wieder die Städter dran glauben. Da ist der Widerstand am kleinsten.

Ich frag mich sowieso, warum Abfallwirtschaft, insbesondere Siedlungsabfall, noch eine öffentliche Aufgabe sein muss. Privatbetreiber wie Entsorgungsfirmen leisten das auch. Scheinen mir nicht nur fachkompetenter sondern auch viel bürgerfreundlicher als das Amt.

Ich fahre 2 Minuten mit dem Velo und habe bei Müller Entsorgung  alles an einem Ort. Muss mir keine Gedanken machen, um Abfuhrdaten, Sammelstellen, Abfallarten etc. Im Westen der Stadt gibt es das auch.


Auch sämtliche Kunsstoffe.

Dass es auch bürgerfreundlicher geht, zeigt u.v.a. die Stadt Zürich:
Cargo-Tram und E-Tram
Entsorgungs-Coupons

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Weggebeamt

Kaum werden kostenlose Parkplätze in Blaue Zone umgewandelt verschwinden Autos.
Hoffentlich werden Anwohner aufgrund des grossen PP-Angebots nicht ihren Garagenplatz kündigen und sich eine dieser stinkbilligen Anwohnerbewilligungen besorgen. Das Ziel sollte doch sein, die Strassen möglichst frei von ruhendem Verkehr zu machen auch aus Sicherheitsgründen. Besser zuerst die Garagen füllen. Vielleicht hätte es da und dort dann auch Platz für einen Baum, eine Hecke, ein Parkbänkchen, einen Veloweg etc.

 

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Abstimmungen/Wahlen 17.11.2019

 

Die ersten beiden Vorlagen habe ich schon begründet.

Dem 3. muss man zustimmen, obwohl wir damit immer noch die Irrelevantesten der Schweiz bleiben. Warum nicht endlich Fachhochschulen und Universitäten zusammenlegen wie es fast überall normal ist? In den USA macht jeder die Law-School nur bis zum Bachelor. Da holen die Anwaltskanzleien ihre Mitarbeiter lieber früher ab und setzen sie der Praxis aus.

Beim 4. wo es um die Prämienverbilligung geht, steht nur Blabla im Abstimmungsbüchlein. Das einzige was zählt ist Berechnung der individuellen Prämienverbilligung. Und die bleibt asozial wie sie aufgrund von kantonalen Sparmassnahmen wurde. Verschwender werden bevorzugt, Sparer bestraft. U.v.a. Härtefälle für im Einfamilienhaus wohnende Rentner, aber keine IPV wegen mickrigen Vermögensfreibeträgen. Als Bewohner des selbstgenutzten Eigenheims gehört man spätestens nach einer Neuschätzung zu den Reichen. Egal wie hoch das Einkommen ist.
In St. Gallen darf man in seiner ganzen Lebenszeit höchstens 75´000 Fr. sparen, im Thurgau 200´000 Fr. Könnten auch die Freibeträge und im Gegenzug die Vermögenssteuern erhöhen. Vielleicht hätte so die Initiative der SP eine Chance gehabt.
Wer sein Geld nicht für Ferien, 4K-Bildschirm, Möbel, Auto etc. ausgibt und stattdessen in die 3. Säule einzahlt, wird bestraft. Ständig sich eine neue Karre kaufen, aber diese nicht mal im Vermögen angeben, obwohl man bei Fahrt zur Arbeit das Auto abzieht. Wird ja von den meisten Gemeinde-Steuerämtern akzeptiert, selbst wenn keine Begründung für dessen Gebrauch vorhanden ist. Gemeinde-Steuerämter haben halt ein Herz für Autofahrer.
Hat man sein Geld auf dem Sparkonto, muss jeder Franken versteuert werden, ist es in der Garage, auf dem Laternenparkplatz, in Designermöble, in Smaragdohrenringen, in Luxusferien im Ausland interessiert das niemanden.
Und die gleiche Berechnungsgrundlage, die durch bürgerliche Mehrheit im Kanton bei der IPV als Sparprogramm angewendet wurde, benutzt auch die Stadt St. Gallen bei  den Tarifen für Tagesschulen und Krippenplätzen.
Sozialhilfeempfänger sollten keine Prämienverbilligung mehr erhalten. Das ist ansonsten kantonale Subvention von Gemeindesozialausgaben.
Eine einkommensabhängige Franchise, Eigenverantwortung nach wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit, würde auch dies Problem wie viele andere im Gesundheitswesen weitesgehend lösen.

Die städtische Vorlage lehne ich ab, weil hier so lange gewartet wurde, bis es nicht mehr geht. Möglichkeiten über einen neuen Standort, was wenn auf der Autobahn und auf innerstädtischen Strassen Stau herrscht oder wie das im 100 Millionenprojekt der Stadtwerke untergebracht werden kann, ist nicht mehr diskutierbar.
Wurden da absichtlich eine Abstimmung verschleppt, damit die Bürger nicht mehr Nein sagen können? Ich mach es trotzdem aus Protest.

Warum tut sich die SVP die nächste Selbstgeisselung an? Hat das auf den-Deckel-bekommen bei Huser, Brunner, Friedli etc. noch nicht gereicht?
Obwohl er teilweise aber zu wenig auch Ansichten vertritt, die meinen entsprechen.
Würth kann ich nicht wählen vor allem wegen seinem Doppelmandat als Stände- und Regierungsrat. Hat er durch Regierungsratskonferenzen nicht schon genug Einflussmöglichkeiten auf eidgenössischer Ebene? Ist die CVP wirklich so knapp an Personal?
Da bleibt nur noch Rechsteiner als der wenigst Schlechte und weil ich mich bei Ständeratswahlen nicht selbst kummulieren kann.

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Warum braucht das Toggenburg einen Campus?

Wie hoch ist die Maturitätsquote im Toggenburg, dass die eine eigene Kantonsschule brauchen? Die meisten Schüler, Lehrpersonen, Angestellte müssen von weit her pendeln, Strassen und Schienen verstopfen. Genau dann die Verkehrsinfrastruktur belasten, wenn sie sowieso gerade am Anschlag ist.
Wenn selbst Malerlehrlinge, meist auf eigene Kosten, aus Engelburg nach Wattwil in die Berufsschule müssen, dann fragt man sich schon über Sinn und Zweck eines Campus in Wattwil.

Die ganzen Diskussionen um den Kanti-Standort mit dem geheimen Strategiepapier, das „aus Versehen“ liegen gelassen wurde und von Dritten veröffentlicht wurde, führte ja nicht zu einer öffentlichen Diskussion über den Standort, dann muss man sie halt jetzt führen, sondern nur zu einer Anzeige wegen Amtsgeheimnisverletzung.
Scheinbar sind dafür für den Steuerzahler zu wenig nachvollziehbare Gründe vorhanden, sondern die Sicherung der treuen Wählerschaft und Vitamin B ist übergeordnet.

Also warum nicht in Rapperswil einen Campus, das bereits durch die renommierte Fachhochschule von der Nähe zu Zürich profitiert?
Genauso in St. Gallen. Warum noch unzählige Lehrlinge auf den Hügel transportieren, wenn in nächster Zentrumsnähe der Kanton am Platztor und beim Bahnhof Nord freistehende Bildungsfläche zur Verfügung hätte (inkl. Kantonsbibliothek)?
Da würden sich nicht nur sinnvolle Synergien und Interdisziplinartät ergeben , z.B. Berufsschule in Blöcken während der Semesterferien der Fachhochschule, sondern die Kantone Glarus, Schwyz und Zürich würden sich auch noch so gerne daran beteiligen.
Oder brauchen wir Bildungstempel die ein Viertel bis ein halbes Jahr fast leer stehen?

Was soll diese nicht nur Strukturerhaltung sondern -ausbau in einer von Zentren abgeschiedenen Region?
Hab ja nichts gegen das Toggenburg für Landwirtschaft und Tourismus. Aber als kantonale Bildungshochburg? Progymnasien damit sich vereinzelte Akademiker unter frustrierten Niedriglöhner auf die Strasse trauen?
So will man als Standortkanton im internationalen und – kantonalen um Metropolitanregionen punkten?
Damit Landlebenextremisten von urbanen und globalen Entwicklungen dank Subventionen profitieren können?

Ständig Bauvorlagen des Erziehungsdepartementes, die dann als Bildungsausgaben verbucht werden. Die kommunale Willkür und Konflikte in der Schulentwicklung auf Kosten der einheimschen Schüler scheint den Vorsteher nicht zu stören. Bildungstempelbau als bildungspolitischer Befreiungsschlag zur Sicherung der Wiederwahl?
Wie kann es sein, dass in einer Gemeinde über 40% die Matura machen, während es von 1 km entfernten Gleichaltrigen nur 3% schaffen?

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„Wir haben die Schüler, die wir haben“ (M. Angehrn)

Der Start ist gelungen (St. Galler Nachrichten)

St. Galler Tagblatt (Paywall)

„Zentrale Elemente des neuen Pädagogischen Konzeptes sind das agile, kompetenzorientierte Lernen, der Impulsunterricht, der digitale Lernplatz, das selbstgesteuerte Lernen in den Lernateliers und die erweiterte Betreuung durch das Coaching.“

Was die Meitlisek Gossau in wenigen Wochen geschafft hat, davon träumen viele in St. Gallen seit Jahren, wenn nicht gar seit Jahrzehnten.
In der Stadt gibt es nicht mal eine einzige öffentliche Oberstufe, die wenigstens in einem Fach Niveaugruppen führt. Alles ist immer noch auf möglichst homogene Klassen ausgerichtet. Dafür ein Riesenaufwand für Förderpläne, Sondersettings, individuelle Lernziele, Promotionsreglemente, Klassenverantwortung, schulpsychologische Abklärungen, schulinterne Diskussionen etc. usw.
Anstatt endlich auf deutlich kostengünstigere Schulsystem zu wechseln als Antwort auf die immer grösser werdende Heterogenität der Schüler.
Nur weil Lehrpersonen glücklich sind, sind Schüler nicht automatisch auch glücklich.
Jahrelange Planungen für das Oberstufenkonzept 2020, damit wenigstens die Schule im eigenen Quartier besucht werden kann. Damit Freundschaften, gemeinsame Schulwege und Freizeit, soziale Umgebung nicht mehr durch totalitäre Entscheide von oben zerstört werden.
Oder liegt es daran, dass man die Vereinbarkeit von Familie und Beruf nicht dem Sozialamt sondern dem Schulamt aufgebürdet hat, und dadurch viele Ressourcen, die für die Schulentwicklung nötig gewesen wären, fremdgebunden wurden?
Dass die Stadt St. Gallen trotz ihrer extrem hohen kulturellen und sozialen Vielfalt immer noch an einem der schweizweit rückständigsten Schulsystem festhält, kann ich mir bald nur noch durch latente Fremdenfeindlichkeit erklären.

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Fahrt doch Velo statt Bus

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Von einem funktionierendem öV-System in St. Gallen kann wohl kaum sprechen.
Wie Rettungsfahrzeuge da noch durchkommen sollen, ist mir ein Rätsel.
Oder müssen Notfälle aus Bruggen mit dem Helikopter ins Kantonsspital gebracht werden? Ob der Standort der Feuerwehr sinnvoll ist?

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Schule ist für Kinder da

Toller, dringend notwendiger und mutiger Leserbrief einer städtischen Lehrperson.
Das einzige das ich ändern würde,  wäre das „auch“ in der zweitletzten Linie durch „vor allem“ ersetzten.

Tagblatt vom 23. Oktober 2019

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