L’état, c’est moi

Da regt sich die SP der Stadt St. Gallen mächtig auf, wie ich finde zu recht. Insbesondere, dass bei einem so massiven Bauwerk mit unkalkulierbaren Auswirkungen auf die ganze Stadt, die Bevölkerung aussen vor gelassen wird.

http://stadt.sp-sg.ch/2021/09/01/kein-autobahnanschluss-am-gueterbahnhof-testplanung-stoppen/

War ja beim Bau der Stadtautobahn in den 80-ern nicht anders. Alle möglichen Tricklis wurden angewendet, nur damit die Stadtbevölkerung nicht sein Plebiszit darüber abgeben kann. Von blühenden Stadtquartieren wurde gesprochen, Velowegen, Verkehrberuhigungen etc., die grösstenteils bis heute nicht umgesetzt wurden. Heute wird einfach Teilspange und 3. Röhre geplant ohne irgendwelche Verbesserungen für die Stadtbevölkerung. Entweder man ist dafür oder man lässt sie im Verkehr ersaufen. Diese „Testplanung“ wird bereits bei der Autobahnsanierung vorgenommen. Als würde eine Pixi-Büchlein, dass nicht mal an die Stauverursacher versandt wird, etwas daran ändern. Das wissen die vom Astra ganz genau. Würden sich alle in der Stadt, nicht nur deren Bewohner,  mobilitätsmässig so verhalten wie die Stadtbevölkerung, hätten wir in der Stadt keine Verkehrsprobleme.

Da fragt man sich schon, wie so eine Stadtratsmehrheit zustande gekommen ist. Die SP ist dagegen. Also schon mal 2 Stimmen im Stadtrat. Die Grünliberalen sind genauso kritisch. Wäre schon eine Mehrheit. Selbst die Grünen haben Buschor Pappa als Stadträtin vorgezogen. Warum auch immer. Diese „Hearings“ werden im kleinen Kämmerchen abgehalten. Was da abläuft geht den Stimmbürger nichts an. Transparenz und Partizipation ist einer Vitamin-B-Minderheit vorbehalten. Man soll nach Sympathien, Geschlecht, Parteizugehörigkeit, Länge der Nase etc. abstimmen, aber ja nicht nach Werthaltung. Die Haltung der Kandidaten bezüglich Teilspange und Stadtautobahnausbau war ja bei den Wahlen im letzten Herbst überhaupt kein Thema. Der einzige, der sich diesbezüglich geoutet hat, war Mathias Gabathuler. Was daran umweltfreisinnig ist, würde ich gerne von ihm wissen. Genauso von seinem FDP-Vorgänger Scheitlin. Aber wenn selbst die junge GLP einen Teilspangenbefürworter empfiehlt?

Von den diesbezüglichen freiwilligen bürgerinitiativen Demonstrationen der fridaysforfuture, critical- und kidicalmass ist der Stadtrat gänzlich unbeeindruckt. Ist etwa so eindrücklich für den Stadtrat wie eine Viehschau in der Stadt St. Gallen oder ein Jodelchörli an einer Quartiervereinsversammlung.

Den Tarif hat man bereits auf einen der seltenen Bürgervorstösse der Jugendlichen durchgegeben: Auf den Entscheid des Stadtrates bezüglich Teilspange und 3. Röhre will man nicht mehr zurückkommen.

Dann sitzt noch eine Mehrheit des Stadtrats im Kantonsrat mit dem Anspruch städtischen Anliegen im Kanton mehr Gehör zu verschaffen. Aber die Meinung der Stadtbevölkerung ist ihnen scheissegal.

Kein Wunder ziehen viele lieber in die Agglo, wo direkte Demokratie noch gelebt wird.

Stadtautobahnausbau und Teilspange NEIN

Dank an das St. Galler Tagblatt, dass sie noch wenige frei zugängliche Artikel über Lokalpolitik ermöglichen.L

okalpolitik soll nur noch einer ausgewählten, privilegierten, zahlungskräftigen Bevölkerungsminderheit vorbehalten sein? 

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Bauen auf grüner Wiese

Die SP der Stadt St. Gallen will sich bei der Überbauung Ruckhalde die Pole-Position sichern


Was sie genau mit neuen Wohnformen meinen, erschliesst sich nicht.
Zigaukel meinen sie auf jeden Fall nicht. Diese nachhaltige und zukunftsweisende Wohnform (Tiny-House, Wohnmobil, Camper etc.) fristet weiterhin am Stadtrand an einem Unort neben der Stadtautobahn sein menschenunwürdiges Dasein.

Aber scheint egal. Wichtiger ist hektarweise Grünland „probeweise“ zu versiegeln. Eine linksgrüne Kommune ohne Kontakt mit rechtsbürgerlichen Mitbewohnern ist das Ziel? Deklariert als gemeinnützig, weil die Stadt durch Verbilligung des Bodens, ihnen das günstige Wohnen in rechtsbürgerlichen Luxuslogen garantiert? Was daran der Nutzen ausser für die Bewohner für die Allgemeinheit ist, erschliesst sich mir nicht.

Dann kommen sie noch mit autoloser oder autoarmer Siedlung. Als wünschten sich das viele andere Mitbürger der Stadt nicht auch. Nicht endloser Schleichverkehr durch Wohnquartiere gesäumt von endlosen Parkplätzen am Strassenrand entlang. Und selbst wenn da ein Ersatzbau entsteht mit neu riesiger Tiefgaragefläche, wird trotzdem kein einziger oberirdischer abgebaut.
Die Stadt ist ja so arm, dass die Bewohner lieber mit Lärm, Abgasen, Gefahren etc. zugemüllt werden statt auf lächerliche 30 Fr./Monat für 12m2 öffentliche Parkierfläche zu verzichten. S. Areal Bach.

Wenn schon unbedingt überbauen, was auch kritisch hinterfragt wird, dann möglichst wenig flächenintensiv. Nicht wie an den Birnbäumen, wo wenig Rücksicht genommen wurde.

Wenn schon verdichtet, dann in die Höhe und nicht in die Breite auf immer weniger werdender Grünfläche. Warum nicht die Gebäudehöhe des Hochhauses am Ruhberg weiterziehen (könnte architektonisch auch etwas stilvoller sein)? Wie zB an der Achslen, wo u.a. wegen hohem Anteil an Eigentumswohnungen kaum Leerstände herrschen. Ob Antikapitalisten richtig liegen, wenn sie finden, dass das Geld beim Staat besser aufgehoben ist, ist zu bezweifeln. Besser wäre mehr selbstgenutztes Wohneigentum im Baurecht. Die Stadt hätte da auch durch den 12-Mio. Kredit für günstiges Wohnen die Möglichkeit, auch weniger finanzstarke Erwerber zu unterstützen. Zum Beispiel durch Bürgschaften oder verbilligtem Baurechtszins.
Man hätte bereits beim Areal direkt an der Oberstrasse, das nun neu dem Kanton Basel Land gehört?, bereits höhere Bauten zulassen können und die Ruckhalde vor weiteren Eingriffen in die letzten stadtzentrumsnahen Naturflächen schützen können. Nicht nur W4 wie man es in jeder Landgemeindedorf auch antrifft sondern urban. Dann hätte es noch genügend Platz für Schrebergärten, ein öffentlich zugängliches Stadtwäldchen, das in heissen Sommern Kühle bietet, eine CO2-Senke, ein Treffpunkt für die Menschen im Quartier.

Das ist es was, zumindest mir persönlich, in St. Gallen fehlt. Öffentlicher Raum der nicht nur für den Verkehr eine Daseinsberechtigung hat. St. Gallen muss zum Wohnen attraktiver statt erreichbarer zu sein.
Dann heisst es noch in der Wohnraumstrategie, dass für den rekordhohen Stand an Leerwohnungen zu wenig passende, den „heutigen Bedürfnissen entsprechende“ (was auch immer das aussagen will) Wohnungen fehlen. Als wäre in Zürich, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Winterthur etc. nicht jede Bruchbude voll vermietet.
Aber da zieht man auch nicht hin nur wegen den eigenen vier Wänden, sondern was das Umfeld und die Umwelt auch anzubieten hat statt täglich von der Landgemeinde in die Stadt zu pendeln.

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Kinder nicht einsperren

Vorlage Stadtparlament
Strategie Schul- und Betreuungsraum

Da wird in der Vorlage ans Stadtparlament von „pädagogischen Entwicklungen“ geschrieben. Ich merke davon nichts. Wo ist die diesbezügliche zugrunde liegende Schulentwicklungsstrategie der Stadt?
Werden immer noch Kinder vom Kindergarten zurückgestellt, weil dieser nicht der Heterogenität gewachsen ist. Trotz langjähriger Grundstufe gibt es weiterhin 1. Klass-Schüler, die repetieren müssen. Meine Tochter ist in einer Berufsschule mit Schülern aus 9 Kantonen. Sie ist die einzige, die aus einer Oberstufe kommt, wo noch zwischen Real-, Sekundar- und Kleinklassenschüler separiert wird.
Da werden Unmengen Kinder verheizt, nur weil sie in einem Teilbereich Defizite oder Talente haben.
Sollte doch langsam bekannt sein, dass vor allem junge Familien aus der Stadt wegziehen, wenn ihre Kinder schulpflichtig werden. Sind denn kindgerechte Schulen kein Standortfaktor der Stadt?

Dass die Zahlen danebenliegen können, zeigte sich u.a. auch beim Kindergarten Kesselhaldenstrasse.

Vielleicht haben irgendwann Väter hier auch vermehrt die Möglichkeit Teilzeit zu arbeiten. Kommt die Einsicht bei Arbeitgebern, dass auch Teilzeitangestellte Karriere machen können. Dann viele eventuell lieber die kurze Zeit mit ihren Kleinkinder verbringen statt 150% für die Firma zur Verfügung zu stehen. Dadurch wird der Bedarf an Fremdbetreuung auch sinken. Wenn dann noch eine existenzsichernde Kinderzulage dazu käme, wären auch Schlechterverdienende weniger auf zwei Einkommen angewiesen.

Zudem wird die Digitalisierung auch vor den Schulen nicht Halt machen. Das ortsunabhängige Lernen wird sich durchsetzen. Dann braucht es auch viel weniger Schulraum.

Das Stadtbudget ist jetzt schon mit fast jährlich Dutzenden Millionen für Sanierungen, Renovierungen, Ersatzbauten von Schulgebäuden belastet. Ob man wirklich in Zukunft die Handlungsfähigkeit mit immer mehr Infrastrukturbauten weiter einschränken will?

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Behördlich verursachtes Verkehrschaos

Ist ja fast jeden Samstag chaotisch. Aber heute war es offenbar besonders schlimm. Die Stadtpolizei, als wären die Verursacher städtische Steuerzahler, musste sogar Strassen sperren:

Verkehrschaos wegen Shoppingwütigen im Westen der Stadt

https://www.fm1today.ch/ostschweiz/stgallen/verkehrschaos-wegen-shoppingwuetigen-im-westen-der-stadt-141145195

Wollte die Stadt nicht letzthin die Parkplatztarife überprüfen?
Bewirtschaftung von Parkplätzen ist doch eine Verordnung zur Luftreinhaltung LRV von Kanton und Bund. Das funktioniert hier offensichtlich überhaupt nicht.

Da wäre es doch eine dringend notwendige Aufgabe der Stadtbehörden, hier korrigierend einzugreifen. Markwirtschaftliche Tarife nach Angebot und Nachfrage.
Samstags sind die Gebühren entsprechend zu erhöhen, damit zb öV-Nutzer nicht im Stau stehen.
Dafür werktags entsprechend zu senken, wenn riesige Parkierfläche bei Einkaufszentren grösstenteils leer stehen. Dazu dann noch eine öV-Tageskarte als Goodie dazu, damit diese Flächen vermehrt als Park¬Ride benutzt werden und die Innenstadt vom Berufspendel-MIV entlastet wird. Statt den Autofahrern den Vogel zu zeigen oder durch Strassenausbauten immer mehr Autoverkehr ins enge , bereits jetzt bis zur Unattraktivität am Anschlag stehende Stadtzentrum zu lenken.

Aber der Kanton betrachtet Autofahrer ja sowieso als Milchkühe, und die lassen sich das noch gefallen, plant einen millionenteuren Strassenbau für einmal wöchentlichen Freizeitverkehr und missachtet dabei seine eigenen Vorgaben gemäss LRV.

Dabei ist das grösste Problem der Verkehr zwischen Westcenter/Arena/IKEA und Obi/Fly/Säntispark. Warum hier nicht längst ein Shuttlebus eingerichtet wurde? Läden könnten bei sich Aufbewahrung anbieten oder liefern sie fristgerecht direkt zum Parkplatz oder in gesicherte Boxen im Parkhaus etc.

Gäbe noch viele intelligentere Lösungen, wenn staatliche Bauförderung als pseudoantizyklisches Verhalten nicht immer im Vordergrund stehen würde.

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Städtische Abzocke von Wohnbedürfnissen

Liegenschaft Centrum Nr. C2033, Schlosserstrasse 22; Abgabe im Baurecht

Und dann müssen beide Elternteile arbeiten, ihre Kinder in städtisch subventionierte Fremdbetreuung stecken, um der Stadt den Baurechtszins finanzieren zu können. Ein Nullsummenspiel ausser für städtische Angestellte, die mit Verwalten unseres Geldes Lohn beziehen.
Man könnte auch Geld aus dem immer noch übervollen 12 Millionen-Kredit zur Erhaltung von preisgünstigen Wohnungen beziehen. Damit auch weniger Reiche sich solche
Wohnungen an solchen Lagen leisten könnten. Oder ist Wohneigentum hierzulande den Reicheren vorbehalten?
Jahrelang hat man massiv Mietliegenschaften gebaut, v.a. um institutionelle Anleger wie u.a. Pensionskassen sichere Anlagenmöglichkeiten des Volksvermögens zu ermöglichen.
Während kaum bezahlbare Eigenheime gebaut wurden.
Dadurch hat man nur erreicht, dass die Leerstandsquote in der Stadt bereits auf 3 % gestiegen ist, während durch die jahrelange Verknappung auf dem Eigenheimmarkt die Preise ins Unermessliche steigen und sich kaum noch einer hier ein Eigenheim leisten kann.
Aber dann in der Wohnraumstrategie davon sprechen, dass es in St.Gallen zu wenig passende Wohnungen hätte. Als wäre nicht jede Bruchbude in Winterthur, Zürich, Bern, Basel, Genf, Luzern etc. voll vermietet.
Ist das nicht auch ein Punkt, dass viele mit einem gewissen Vermögen in die Agglo ziehen, weil es hier viel weniger Möglichkeiten gibt, sein Geld in die eigenen 4 Wände zu investieren? Und wenn hier mal etwas frei wird, wird es meist sofort unter der Hand mittels Vitamin B weitervermittelt, ohne das andere jemals durch öffentliches Angebot auch die Chance zum Erwerb hätten.
Ist ja schon komisch, dass das reichste Land in Europa die tiefste Wohneigentumsquote hat.
Vor allem osteuropäische Staaten haben die höchsten Eigentumsquoten. Die konnten nach Ende des Sozialismus günstig ihre eigenen Wohnungen erwerben. Während hierzulande unser Vermögen sozialistisch beim Staat parkiert ist, um im Bedarfsfall (Alter) mit hohen Renten die hohen Mieten von Renditeliegenschaften zu finanzieren.
Ein Eigenheim ist auch eine Absicherung für schlechtere Zeiten statt ein Wust an Gesetzen und Interessenvertretern wie Mieterverband, gratis Wohnungsamt und Schlichtungsstellen, Förderung von genossenschaftlichem Wohnungsbau, Mietgesetzen, HEV etc. usw.
Bin kein Antikapitalist, aber das Kapital sollte gerechter auf die Bevölkerung verteilt sein.

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Verschlimmbesserung

Da wurden auf der Lukasstrasse nordwärts die Trottoirs verschmälert, um einen Radstreifen darauf zu markieren.

 

Die Folge der dadurch überbreiten Strasse sind Geschwindigkeitsexzesse:

Dabei wäre Tempo 30 an dieser Strasse mehr als genügend. Die Strasse könnte dadurch viel schmaler gebaut werden. Dann hätte es wenigsten Platz für einen geschützten Radweg. Schliesslich ist das u.v.a. auch ein Schulweg für Oberstufenschüler aus dem Quartier Heiligkreuz zum OZ Zil. Bisher waren die aufgrund dieser gefährlichen Strasse zu Busfahrten inkl. Umsteigen gezwungen. Jetzt wird sich das auch der Letzte nicht mehr antun wollen. Während der Kanton anderenorts auf dem Land grosszügig Radwege für Schüler baut und plant.
Radstreifen sind eh nur Schrott. Haben nur einen psychologischen Effekt. Letztendlich werden dadurch Velofahrer an den Rand gedrängt, damit Autofahrer trotz Gegenverkehr mit viel zu wenig Abstand überholen können. Und deren Benutzung noch obligatorisch ist.
Warum werden Velofahrer vor dem Autoverkehr ungleich weniger geschützt als Fussgänger? Bei einem Unfall sind für beide die Konsequenzen die Gleichen. Wohingegen Fussgänger durch Velofahrer nur schon aus physikalischen Gründen WKIN = 0,5 · m · v
massiv weniger gefährdet werden.
Zu hoffen ist, dass sie es auf der Südseite Richtung Neudorf nun besser machen. Ob es wirklich so breite Trottoirs auf beiden Seiten braucht? Der Fussgängerverkehr hier ist mehr als spärlich.
Es braucht geschützte Radwege, wie sie vielerorts in anderen Ländern Gang und Gäbe sind. Aber Strassenplaner fahren hier gar nie Velo. Und im Ausland erst recht nicht. Höchstens werden die Fahrräder mal mit dem Auto zum nächsten autofreien Veloweg transportiert.

https://bikeable.ch/entries/sxFJwdis2aCEQ7uKs

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Aufwertung für wen?

Die Kolumbanstrasse soll aufgewertet werden.
Kolumbanstrasse, Splügenstrasse bis Heimatstrasse und Heimatstrasse bis Heiligkreuzstrasse, Neugestaltung; Verpflichtungskredit

Was hier aufwertet wird, das erschliesst sich mir nicht. Ein paar Bäume, damit die dazwischen parkierten Autos nicht zu stark aufgeheizt werden?
Wo bleibt die Aufwertung für die Anwohner?

Dabei hätte man hier die Möglichkeit ein Quartierstrassenprojekt mit Modellcharakter für viele andere Orte in der Stadt zu generieren. Warum nicht gleich in eine Begegnungszone/Wohnstrasse mit Fahrverbot für den motorisierten individuellen Durchgangsverkehr umgestalten?

Auf dieser Strasse werden weiterhin die Bedürfnisse des Verkehrs über allem gestellt.
Schon diese Trottoiritis, das den Fussverkehr an den Rand drängt, zeigt, was hier am wichtigsten ist.
Warum braucht es selbst auf einer verkehrsberuhigten Wohnquartierstrasse Trottoirs? Die sollte man aufheben.
Dann könnte man allein mit einer anderen Platzierung der Parkplätze Unmengen an Freiraum schaffen. Die Strasse ist 14.5m breit. Da könnten 4 Parkplätze mit Normbreite 2,5m nebeneinander aufgestellt werden. Zusammen in 8-er Paketen. Für die Durchfahrt wäre immer noch 4,5m Platz frei. Dafür gäbe es dazwischen 100m freie Plätze für Sinnvolleres ohne auf einen einzigen PP verzichten zu müssen.

Warum überhaupt soviele Parkplätze? Zügelt jemand in die Stadt, weil es hier so viel frei verfügbaren Parkraum ohne Suchverkehr gibt? Steht irgendwo in einem Gesetz oder Reglement, dass die Stadt für genügend Parkierfläche für Private verantwortlich ist? Anderenorts, nicht in der Schweiz, darf man sogar nur ein Auto besitzen, wenn man einen privaten Abstellplatz vorweisen kann.
Sicher gibt es auch hier Leute, die auf ein Auto angewiesen sind. Das ist jedoch meist tagsüber für die Fahrt zu einem weiter entfernten Arbeitsort. Also bräuchte man nur eine Abstellplatz nachts und an den Wochenenden. Aber da stehen doch viele andere leer. Zum Beispiel beim Migros Bach oder bei der Firma Kellenberger oder auch andere Firmenparkplätze. Hat man die mal angefragt, sodass man fürs Fahrzeugabstellen bereits Vorhandenes effizienter nutzen kann statt Unmengen Raum zu verschleissen, der nur ein Teil der Zeit genutzt wird?

Dabei ist mehr Freiraum besonders in Wohnquartieren nötiger denn je. Wo soll ein Fremdsprachiger Deutsch lernen, wenn nicht im Austausch mit den Ansässigen? Besonders Kinder von denen viele zwar hier aufgewaschen sind, aber beim Kindergarteneintritt kaum über die nötige Sprachkompetenz verfügen. Wo lernen sie Velofahren? Mit anderen im Austausch soziale Kompetenzen? Auf die Strasse malen, Fangis machen, herumhängen etc statt allein zuhause vor dem Smartphone. Die Pensionärin könnte statt an heissen Tagen in der Wohnung schmachten, unter einem kühlen Baum den Kindern beim Spielen zusehen. Mal auf diese aufpassen, während der Vater auch für sie einkaufen geht und ihr das Taschenschleppen erspart. Es gäbe Platz für einen Quartieranlass, für spontane Begegnungen, Musik- und Talentshows von Quartierbewohnern, Verkaufsstände, Flohmärkte etc. usw. Orte wo Inklusion stattfindet.

Aber wurden die Anwohner überhaupt mal gefragt, wie sie ihre Quartierstrasse gern hätten? War bei dieser Umgestaltung der Quartierverein involviert? Jetzt haben sich doch alle Stadträte Partizipation auf die Fahne geschrieben. Und trotzdem wird im Elfenbeinturm Rathaus wieder ohne Einbezug der Bevölkerung gewurstelt.

Und wie gewurstelt wird. Ist einfach nur himmeltraurig diese Vorlage ans Stadtparlament.
Dafür werden dann noch „Hochqualifizierte“ aus Steuerfluchtdörfern angestellt, die offensichtlich von städtischer Lebensfreude keine Ahnung haben. Auto gilt als Höchstes an Lebensqualität. Jeder Laie bei nur ein bisschen Recherche findet Unmengen an Beispielen wie man es besser und mit massiv weniger externalisierten Kosten des Verkehrs machen könnte.

Restflächen aufwerten (Fussverkehr Schweiz)
Begegnungszone erleben(Stadt Zürich)
Die richtige Ausgangslage(Hochparterre)
Mit Raumplanung das Wohlbefinden verbessern(ARE Bund)

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