Franz-Zwang ein Nazi-Flop

Moutier hats wieder mal der ganzen Schweiz gezeigt, wie gut wir miteinander auskommen, wie die förderalstische Gemeindeautonomie die Integration in der Schweiz fördert.
Leute, die seit Geburt nichts anderes kennen als Zweisprachigkeit, Clash of Cultures direkt vor der Haustüre, sind sich spinnefeind.

Kann demnach jede Gemeinde abstimmen, zu welchem Kanton sie gehören will, und dieser muss sie aufnehmen? Gibt es eine Abstimmung im Kanton Jura, ob die die 48.7% Berntreuen aus Moutier wollen?
Dann stimmen wir doch ab, ob die Stadt St. Gallen zu Basel-Stadt gehört, wären mir sympathischer als die Dominanz der schmarotzenden Agglo-Landgemeinden in unserem Kanton (resp. die müssten endlich ihre Hausaufgaben machen), und jene müssten uns dann ohne Widerspruch aufnehmen?
Soll doch Mossul abstimmen, dass sie auch vom Jura aufgenommen werden müssen.

Moutier ist doch das Paradebeispiel, dass das Erlernen einer zweiten Landessprache für den Zusammenhalt des Landes total irrelevant ist.

Da frag ich mich als Ostschweizer schon, warum bei uns JEDER auf Teufel komm raus zu sogar 5 Jahren obligatorischen Französisch-Unterricht gezwungen werden.
Selbst für höhere Schulen wie Kanti (auch wer die Kanti in englisch absolvieren will, muss bei der Aufnahmeprüfung genügend Franzkenntnisse vorweisen können), FMS, WMI, BMS ist Französisch eine Killerkriterium.
Sogar eine Berufsmaturitätsschule in Bauberufen, wo doch jeder weiss, dass Italienisch auf dem multikulturellen Bau die Fachsprache der Handwerker ist, oder gestalterische Berufe (aber subventionierte Bildungsreisen nach Florenz) wird noch Zwangsfranzösisch unterrichtet.

Für was? Um Molière, Voltaire oder Rousseau im Orginal zu lesen wie bei katholischen Lateinmaturanden die Bibel im Urtext zur persönlichen Interpretation? Oder um sich beim Bewerbungsgespräch in der Romandie mit dem Chef im Passé simple zu unterhalten?
Und die Berufsverbände schauen diesem sinnlosen Treiben des Erziehungsdepartements still zu. Nehmen dann lieber den Grenzgänger aus Deutschland oder Österreich, weil die statt Franz mehr Fachkundeunterricht hatten und daher höherqualifiziert sind.
Also für was dieser Landessprachenzwang?
Aus nationalsozialistischen Gründen?
Wenn Zusammenhalt durch Sprache so wichtig ist, warum lernt dann kaum einer Italiensch als 2. Landessprache?
Dem Tessin wird zum Klappehalten per Regierungsitz bald ein erleichteter Griff in die Bundeskasse gewährt.

Die Schweiz ist doch nichts anderes als ein Land, wo Deutsche, Franzosen und Italiener friedlich zusammenleben.
Der Erfolg der Schweiz gründet im Multikulti. Genauso wie im Silicon Valley.
Wer den Einfluss und die Entfaltung anderer Kulturen in unserem Land (statt nur innovative Schweizer Waffen für den IS) zur Innovationsförderung ablehnt, ist kein richtiger Schweizer und sollte besser den Pass abgeben und auswandern. Er schadet dem nachhaltigen und traditionellen Erfolg unseres Landes.

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