Schreibtischtäter

Der Fussweg geht vor

„Anwesend waren an jenem Morgen Mitarbeiter der Stadt- und Kantonsverwaltung, Architekten und Landschaftsgestalter sowie weitere am Grossprojekt Beteiligte.“
Die hochbezahlte, um nicht zu sagen überbezahlte, Crème de la Crème von städtischem und kantonalen Bauämtern trifft sich für den Spatenstich eines Wieschen.
Oder ist deren Arbeitszeit in diesen Kosten im Gegenwert von gut 10 Familienwohnungen enthalten?
Und alles unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor allem der Anwohnenden und zukünftigen Nutzenden.
Haben offensichtlich nichts Besseres zu tun als Generierung von Vitamin B oder von Befriedigung ihrer Chefallüren zur persönlichen Bereicherung materiell und ideel.
Als Begründung für die Zerstörung wertvoller Bäume (die fünf Millionen wollen ausgegeben sein) an diesem Ort wird einfach die Verlegung eines Weges angegeben.
Als hätte nicht mancher Quartieranwohner die 10m Umweg in den letzten Jahrzehnten gerne in Kauf genommen für die Wiedergutmachung durch den Anblick schöner Pappeln und Linden.
Aber die Anwohner werden ja nicht gefragt.
Partizipation heisst doch, dass man gegenüber dem Bürger eine Bringschuld hat und nicht einfach auf ein Baugesuch hinweist.
Oder war ein Mitglied des Quartiervereinvorstandes informiert oder sogar anwesend?
Oder ist der aufgrund seiner Bevölkerungsmenge einer mittleren Schweizer Stadt von fast 20´000 selbst für solche Dinge schlichtweg überfordert?
Aber die Ochsentour durch die Generalversammlung der Quartiervereine statt Partizipation.

Bauamtsvorsteherin SP-Stadträtin Pappa bei der Generalversammlung des qvsfn.ch 2017

Wäre das nicht die Gelegenheit gewesen, die Quartierbewohner über Projekte in ihrem Quartier zu informieren?
Seit dem Departementswechsel scheinen plötzlich wieder Quartier-, Anwohner und Langsamverkehrbedürfnisse letztrangig.
Hauptsache die (mehrheitlich auswärtigen) Angestellten im Baudepartement sind zufrieden insbesondere bei deren Fahrt zum Arbeitsplatz in der Stadt.
Bsp. Radweg für velofahrende Oberstufenschüler bergwärts zum OZ Zil. Wurde unter Stadtmelder eingetragen und nach kurzer Zeit wieder gelöscht. Obwohl dafür nur drei Parkplätze nicht mal aufgehoben sondern nur auf die andere Strassenseite verlegt werden müssten. Desgleichen die jahrzehntelange versprochene attraktive Querverbindung über die Schönbühlstrasse. Lieber finanziert man Sportinfrastruktur (OZ Zil bewegt?) obwohl 99% aller Schüler übergewichtig (gemäss Aussage einer Schulärztin) mit dem Bus kommen. Aber Mörschwiler am OZ Zil finanzieren ihren Schülern das Busbillet, weil sie wissen, dass man in der Stadt St. Gallen erst recht nicht als 12-jähriger sicher Velofahren kann.
Die Stadt kann sich dies nicht leisten und erachtet es als Selbstverständlichkeit der Familienausgaben seinen Kindern ein Busabo nicht zu subventionieren.
Oder ist die Form des Pendelns bei der Anstellung von städtischen Angestellten bei gleicher Qualifikation nicht relevant, resp. erst recht nicht, wo diese ihre durch die Stadt verdienten Lohnsteuern abdrücken?
Scheinbar sind Lehrerparkplätze vor dem Schulhaus (wehe den Elterntaxis) für die Angestelltenzufriedenzeit gemäss SP/UNIA/SGB essentieller als Schulwegsicherheit.
Scheinbar ist die Mobilität Auswärtiger, als gäbe es keinen kombinierten Verkehr gemäss Richtplan 4.2.2, der Sicherheit und Gesundheit von Quartierschülern immer noch übergeordnet.
Die Legislaturziele des Stadtrates kann man wie in der Vergangenheit in der Pfeife rauchen. Grosse Sprüche kein Födle  dahinter.

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Eine Antwort zu Schreibtischtäter

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