Bauen auf grüner Wiese

Die SP der Stadt St. Gallen will sich bei der Überbauung Ruckhalde die Pole-Position sichern


Was sie genau mit neuen Wohnformen meinen, erschliesst sich nicht.
Zigaukel meinen sie auf jeden Fall nicht. Diese nachhaltige und zukunftsweisende Wohnform (Tiny-House, Wohnmobil, Camper etc.) fristet weiterhin am Stadtrand an einem Unort neben der Stadtautobahn sein menschenunwürdiges Dasein.

Aber scheint egal. Wichtiger ist hektarweise Grünland „probeweise“ zu versiegeln. Eine linksgrüne Kommune ohne Kontakt mit rechtsbürgerlichen Mitbewohnern ist das Ziel? Deklariert als gemeinnützig, weil die Stadt durch Verbilligung des Bodens, ihnen das günstige Wohnen in rechtsbürgerlichen Luxuslogen garantiert? Was daran der Nutzen ausser für die Bewohner für die Allgemeinheit ist, erschliesst sich mir nicht.

Dann kommen sie noch mit autoloser oder autoarmer Siedlung. Als wünschten sich das viele andere Mitbürger der Stadt nicht auch. Nicht endloser Schleichverkehr durch Wohnquartiere gesäumt von endlosen Parkplätzen am Strassenrand entlang. Und selbst wenn da ein Ersatzbau entsteht mit neu riesiger Tiefgaragefläche, wird trotzdem kein einziger oberirdischer abgebaut.
Die Stadt ist ja so arm, dass die Bewohner lieber mit Lärm, Abgasen, Gefahren etc. zugemüllt werden statt auf lächerliche 30 Fr./Monat für 12m2 öffentliche Parkierfläche zu verzichten. S. Areal Bach.

Wenn schon unbedingt überbauen, was auch kritisch hinterfragt wird, dann möglichst wenig flächenintensiv. Nicht wie an den Birnbäumen, wo wenig Rücksicht genommen wurde.

Wenn schon verdichtet, dann in die Höhe und nicht in die Breite auf immer weniger werdender Grünfläche. Warum nicht die Gebäudehöhe des Hochhauses am Ruhberg weiterziehen (könnte architektonisch auch etwas stilvoller sein)? Wie zB an der Achslen, wo u.a. wegen hohem Anteil an Eigentumswohnungen kaum Leerstände herrschen. Ob Antikapitalisten richtig liegen, wenn sie finden, dass das Geld beim Staat besser aufgehoben ist, ist zu bezweifeln. Besser wäre mehr selbstgenutztes Wohneigentum im Baurecht. Die Stadt hätte da auch durch den 12-Mio. Kredit für günstiges Wohnen die Möglichkeit, auch weniger finanzstarke Erwerber zu unterstützen. Zum Beispiel durch Bürgschaften oder verbilligtem Baurechtszins.
Man hätte bereits beim Areal direkt an der Oberstrasse, das nun neu dem Kanton Basel Land gehört?, bereits höhere Bauten zulassen können und die Ruckhalde vor weiteren Eingriffen in die letzten stadtzentrumsnahen Naturflächen schützen können. Nicht nur W4 wie man es in jeder Landgemeindedorf auch antrifft sondern urban. Dann hätte es noch genügend Platz für Schrebergärten, ein öffentlich zugängliches Stadtwäldchen, das in heissen Sommern Kühle bietet, eine CO2-Senke, ein Treffpunkt für die Menschen im Quartier.

Das ist es was, zumindest mir persönlich, in St. Gallen fehlt. Öffentlicher Raum der nicht nur für den Verkehr eine Daseinsberechtigung hat. St. Gallen muss zum Wohnen attraktiver statt erreichbarer zu sein.
Dann heisst es noch in der Wohnraumstrategie, dass für den rekordhohen Stand an Leerwohnungen zu wenig passende, den „heutigen Bedürfnissen entsprechende“ (was auch immer das aussagen will) Wohnungen fehlen. Als wäre in Zürich, Basel, Bern, Genf, Lausanne, Winterthur etc. nicht jede Bruchbude voll vermietet.
Aber da zieht man auch nicht hin nur wegen den eigenen vier Wänden, sondern was das Umfeld und die Umwelt auch anzubieten hat statt täglich von der Landgemeinde in die Stadt zu pendeln.

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