Baulobby- statt Veloförderung oder ist die Stadt Hölle?

Auf der ganzen Welt wird in Städten in den Veloverkehr investiert. Nur St. Gallen will eine Hängebrücke im Niemandsland Naturschutzgebiet hinstellen.
Erst recht noch ohne über die steilen Zu- und Wegfahrten nachzudenken.
Und was soll ein Städter im langweiligen Untereggen?
Da hat er genügend Naherholungsgebiet im Südosten auf eigenem Boden: entlang Bergbach, Goldach, bis zum Bernhardsbach, Schaugen, Gädmen, alte Hueb, Achslen- und Hagenbuchwald etc. etc.
Es sind wohl eher die Unteregger, die tagtäglich aus ihrem vermeintlichen Paradies in die Hölle Stadt „pilgern“. Was soll man dort auch machen ausser anonym im Einfamilienhaus hocken und fremdenfeindlich wählen und abstimmen? Kühe melken oder Gülle ausbringen?
Kein Wunder verbringt deren Jugend ihre Freitag- und Samstagabende lieber in der vielfältigen Stadt. Und die Älteren kaufen lieber im Gallusmarkt ein oder im Migros, Denner Neudorf etc. als im Dorfladen. Gehen lieber in die Post Neudorf statt in die im eigenen Dorf. Hat ja Unmengen an Gratisparkplätzen in unserem vermeintlichen „Quartierzentrum“.

Wenn eine Kleinstgemeinde mit gut 1´000 Bewohner etwas (eigentlich nur einer, wahrscheinlich mit dem Gemeindepräsident beim Schnapsideetrinken) sagen, dann springt der Kanton sofort.
Wenn fast 10´000 Bewohner der Quartiere Tablat und Zil, die durch die Autobahnschneise seit Jahrzehnten zerschnitten sind, ein Anliegen haben, dann ist das für den gleichen Kanton irrelevantes Feindesgebiet.
Was würden die Unteregger sagen, wenn Bund und Kanton eine 6-spurige Autobahn mitten durch ihr Dorf planen?
Aber den Städtern kann man das (noch) zumuten.
Das fast überall im Niedergang befindliche Dorfleben ist dem Kanton sakrosankt und muss mit allen finanziellen Mitteln (sogar städtischen) am nostalgischen Leben erhalten werden.

Seit Jahrzehnten warten diese Quartiere auf die vor der Autobahneröffnung von Stadträten, Regierungsräten und Bundesräten versprochenen, attraktive Verbindungen.
Aber bis heute führt nicht mal eine Buslinie über die Schönbüelstrasse.
Alle müssen im Neudorf umsteigen resp. mit dem Velo einen Umweg in Kauf nehmen, weil diese Strasse u.a. als Schulweg v.a. von der Rorschacher- zur Martinsbruggstrasse lebensgefährlich ist.

Wieso keine Hängebrücke über die Autobahn? Oder am besten gleich ein Deckel drauf. Damit wieder zusammen ist, was uns Bund und Kanton damals gestohlen hatten.

Wie lange will man denn noch warten für die Förderung des Velo- und Fussgängerverkehrs?
Bis Fremde mittels Bundesbern uns das finanzieren?
Bis gar kein Jugendlicher mehr auf dem Fahrrad sitzt?
Die Jugendlichen in der Agglo plangen auf den 18. Geburtstag, um endlich das „Billet“ zu machen. Damit sie endlich wie ihre Eltern weg können.
Und die Jugendlichen in den Städten setzten nur noch auf einen gut ausgebauten öV, der da die grösste Konkurrenz zum Langsamverkehr ist.
Beides verursacht immense volkswirtschaftliche Kosten.
Wenn Jugendliche heute nicht Velo fahren, werden sie es auch in Zukunft nicht mehr tun und genauso ihren Kindern nicht mehr beibringen.
Für was dann diese Millionenprojekte für den Veloverkehr in weit entfernter Zukunft?

Viele Jahre lang hatte die SP das Bauamt inne und dem Niedergang des Langsamverkehrs einfach untätig zugeschaut.
Mal schauen, ob die neue Stadträtin endlich andere Prioritäten setzt als immer nur Beton- und Teerinvestitionen.
Ein neuer Wind scheint im Bauamt noch nicht zu wehen oder seine bürgerlich wählenden,  auswärtigen Angestellten bestimmen die städtische Verkehrspolitik:
aufzeichnen

Das ist der Nutzen eines Radweges auf der Rehetobelstrasse ungleich höher als eine Hängebrücke über die Goldach und kostet nur einen kleinen Bruchteil.
Oder wenigstens ein bisschen Farbe beim Rechtsabbiegen:

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Konstanz

Wenn sie schon etwas für den Langsamverkehr in dieser Region machen wollen:
Wo ist der Schachenbachweg, der Rietweg, der Ober- und Unterschachenweg, die Verbindung vom Schaugenbädli zum Östran?
Ist die Goldachtobel- wirklich unattraktiver als die Schönbüel-, Tablat-, Rorschacher- etc. Strasse, dass man dafür eine Alternative braucht? Wieso wird nicht die Sonnentalstrasse für Radfahrer verlängert?
Wo ist der Weg von der unteren Lärchentalstrasse über die Ruine Falkenstein zur Martinsbruggstrasse und Paradies?
Wieso gibt es keinen Weg vom Blumenwies zum Bergbachweg und Goldachtobel?

Ich bin „nur“ ein Zugezogener. Aber scheinbar wissen die Alteingesessen vor lauter Auto und öV nicht mal mehr, was für Kleinode sie direkt vor der Haustüre haben

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