Projekt „Zukunft St.Galler Innenstadt“ lanciert

Quelle: Projekt „Zukunft St.Galler Innenstadt“ lanciert

Zuerst die ganze Innenstadt mit Büros vollpfropfen und sich dann wundern, wenn nach Büroschluss alles leer ist.
Wer treibt denn die Innenstadtimmobilienpreise in die Höhe?
Das Gewerbe oder die vielen Computerarbeitsplätze ohne Kundenkontakt an bester Lage in der Innenstadt?

Und diese Bürolisten machen den Gewerbekunden noch die raren Innenstadtparkplätze streitig resp. sind durch jene bereits besetzt, wenn Kunden einkaufen wollen.
Unser Stadtpräsident macht ja fast tagtäglich vor, wie man sich gewerbefeindlich verhält.
Selbst als Velofahrer:
187-thomas-scheitlin-www_facebook_com_thomas_scheitlin_frefts

Aber mit Schubladendenken von Parteien wie FDP und CVP als Intitanten der Mobilitätsinitiative, die jegwelches differenziertes Denken ablehnen (die Autofahrer, die Velofahrer, die Busnutzer) erübrigt sich jeder politische Diskurs.
Es geht um das optimale Verkehrsmittel und nicht um ein persönlich, privates Wunschkonzert. Auch zum Zügeln reicht den Grünen nicht nur der Veloanhänger.
Oder will man einfach ein paar Minuten morgens asozial länger liegenbleiben können statt mit dem „Pöbel“ den öV benutzen müssen?
Oder nimmt man nicht das oftmals geeignetere Velo, weil der dicke Schlappen am tiefergelegtem BWM den sozial Status hebt?

Wann merken sie endlich, dass Innenstadtpolitik Quartierpolitik ist.
Die Leute wollen dort einkaufen, wo sie wohnen und nicht was noch zeit- und geldaufwändig mit dem Auto am besten erreichbar ist. Darum bestellen sie auch lieber online.

Wenn Erreichbarkeit so wichtig ist, warum floriert denn das Geschäft nicht an Zürcher-, Rorschacherstrasse und Langgasse?
Aber in der Fussgängerzone ohne Parkplatz vor dem Laden brummts.
Selbst Einkaufszentren bei Autobahnausfahrten leiden unter Umsatz- und Renditevelust.
Wo ist die Unterstützung der Gewerbler in Wohnquartieren?

Was wenn die Generation Z, also diejenigen, die bereits von klein auf immer und überall online sein können, keine Lust mehr haben, Lebenszeit zu vergeuden, um tagtäglich sich dem Verkehrsgewühl hinzugeben. Um etwas vor einem Bildschirm in einem anonymen Büro zu machen, was sie überall jederzeit auch machen könnten?
Dann stehen riesige Büroflächen in der Innenstadt und riesige Verkehrsinfrastruktur leer herum, die aber dann trotzdem unterhalten werden müssen.
Wer finanziert das dann?
Gibts auch „visonäre“ Ideen ohne ständig den Verkehr im Mittelpunkt?

Wenigstens hats dann wieder Platz für Wohnungen in der Innenstadt. Wo die Menschen auch hingehören statt an den Stadtrand zu Lasten grüner Wiesen.
Dann blühlt auch wieder das Klein- und Kleinstgewerbe.
Diejenigen, die ohne Businessplan oder Startupsubventionen den Schritt in die Selbständigkeit eigenverantwortlich wagen, müssen unterstützt werden.
Und die Strassen sind dank kurzen Wegen immer belebt.
Sozialkontakte sind direkt vor der Tür, fürs andere hat man noch Videotelefonie oder Livechat.

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