Konzeptloses Oberstufenkonzept

Doppelpunkt September 3/15: Oberstufe 2020

Ein echt beschämendes Zeugnis des Schulamtes kommt in diesem Doppelpunkt zum Vorschein.
Was andere schon vor Jahren oder gar Jahrzehnten in kürzester Zeit geschafft haben, soll in der Stadt St. Gallen nochmals mindestens eine Dekade andauern resp. ist auf den St. Nimmerleinstag resp. nach Buschor verschoben werden.
Ob Buschor im 2022 noch Schulamtsdirektor ist, daran zweifelt er scheinbar selbst.

Was soll die Phase I und II?
Zuerst wird mit Millionen Steuergelder der Baufilz für Umbauten von Oberstufenschulen subventioniert bevor ein Rappen für das Human Capital Schulentwicklung ausgegeben wird?
Logisch wenn darum selbst städtische Sekundarschüler nur auf handwerkliche Realschulberufe getrimmt werden.
Die müssen auch beschäftigt werden, damit die Oberen vor tumben, aufmüpfigen Bürgern Ruhe haben.

Angestrebt wird gemäss Claudia Herold eine Oberstufenkonzeption, welche es den im selben Einzugsgebiet wohnhaften Kindern ermöglicht, gemeinsam und an einem gut erreichbaren Ort den Kindergarten sowie die Primar- und Oberstufe zu besuchen.
Heisst das, dass in diesen Oberstufenzentren, gibt es ja schon seit Jahrzehnten (Zil und Schönau) auch Sonder-, Kleinklassen- und Untergymnasiumschüler Platz finden?
Das Schulamt will scheinbar das Rad neu erfinden. Die mundtoten städtischen Steuerzahler finanzieren was auswärtige Stadtangestellte bestimmen.

Wird bei diesem Oberstufen Konzept ein partizipatives Verfahren durchgeführt?

Haben Schüler, Eltern, Lehrer und alle anderen interessierten Personen auch ein Mitspracherecht?
Oder wird das wieder im stillen Kämmerlein Schulamt ausgebrütet? Man weiß ja aus der Vergangenheit, mit welch massiven Widerständen solche pfannenfertige Konzepte unter Ausschluss der Öffentlichkeit zu rechnen ist.
Und die abgehobenen Stadtparlamentarier ohne irgendwelches Interesse am Wahlvieh sind immer nur Abnicker.
Hauptsache man gibt sich in Hinblick auf die nächsten Wahlen pseudostaatsmännisch.

Wieso dient gemäss Buschor und dient weiterhin die Flade als Feigenblatt?
Weil die Flade Angst hat, dass sich durch Schulentwicklung an den öffentlichen städtischen Oberstufen sie plötzlich nicht mehr konkurrenzfähig ist?
Wieso investiert die Stadt Millionen in eine Privatschule die nicht konkurrenzfähig ist?

Wieso sind die Verhandlungen mit der Flade geheim?
Weil Schulamtsleiterin Angehrn und Direktor Buschor kein Födle kein Durchsetzungvermögen haben?
Ihre Werthaltung vor den Wahlbürgern nicht öffentlich verkünden können?
Da kann man gleich Putin, Erdogan oder Hitler wählen. Bei denen weiss man wenigstens, was man wählt.
Entweder ist Flade resp. deren zu übernehmende Infrastruktur öffentlich für alle oder sie ist eine Privatschule.
Was das Schulamt an Zeit in Verhandlungen mit der Flade investiert, könnte es auch in Schulentwicklung für die öffentlichen Schulen investieren.
Ich sehe nicht, wo es hinter dem Rücken der Steuerzahler geheimen Gesprächsbedarf gibt ausser das städtische Schulamt ist weiterhin im Würgegriff der Flade.

Es ist sowieso verwunderlich, dass die eigene städtische Fachstelle für Schulentwicklung (Schulpyschologischer Dienst SPD) nicht schon längst mit einem Oberstufen Konzept gekommen ist. Bei der Grundstufe (Kids) hat das doch auch funktioniert.
Oder werden dazu wieder teure externe Fachleute beigezogen, während der SPD weiterhin als Abfallkübel für kinderfeindliche Entwicklungspolitik missbraucht wird?

Wenn gemäss Kids Kindergarten-Lehrpersonen fähig sind mit der ganzen Bandbreite an Heterogenität zurecht zu kommen, dann kann man das auch Unterstufenprimarlehrpersonen zumuten.
Das gleiche könnte man auch von Oberstufen-Lehrpersonen erwarten. Vor allem bei deutlich kleineren Entwicklungsunterschieden und massiv höherer Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Schülern.
Mit welcher Inbrunst jedoch vor allem Sekundarlehrpersonen auf der Probezeit bestehen,  ist eine Integrationsverweigerung wie auch ein Misstrauensvotum gegenüber den zuweisenden Primarschullehrpersonen. Als hätten diese sich nicht bereits vorher viele Gedanken gemacht,  Gespräche geführt, sich auf jeden Schüler individuell im Hinblick auf den Oberstufenübertritt eingelassen.
Was soll dieser Aufwand, wenn er für Sekundarlehrpersonen irrelevant ist und sich diese einzig und allein am Prüfungsdurchschnitt in der Probezeit verlassen?
Wenn ein Schüler die ganze Primarschulzeit eine 5 in Mathe hat und in der Sekprobezeit keine 4 erreicht, ist das der Fehler des Schülers nicht des Mathelehrers auch wenn er dann in der Realklasse fast nur noch 6er hat?
Mit der Folge dass Realschulklassen grösser sind als Sekundarklassen und auch in den kommenden Schuljahren immer mehr „Integrationsabfall“ an sie ausgelagert wird.
Den umgekehrten Weg, wie es u.a. an der Oberstufe in Wittenbach oder Abtwil gang und gäb ist, findet in der Stadt St. Gallen nicht statt.
Wir können uns zusätzliche teure obligatorische Schulen und Schuljahre leisten aber keine integrationswillige Sekundarlehrer/-innen.
Was das für die emotionale Entwicklung von Schülern bedeutet, die nach jahrelangem Zusammensein mit Schulgspänli sich an der Oberstufe in einer neuen Klasse erst mal neu orientieren müssen und dann nach 13 Wochen Probezeit wieder herausgerissen werden, zeugt von mangelnder Empathie der Verantwortlichen.
Wenn nun in dieser zwangshomogenisierten Sekundarklasse wenigstens ein Grossteil den Übertritt ins Gymnasium schaffen würde oder eine Lehrstelle mit Sekundaranspruch finden würde.
Nein. Mehr als 2-3 Schüler pro Sekklasse schaffen den Sprung in die Mittelschule nicht (schweizweit tiefste Quote mit weniger als 5% eines Jahrgangs, Gegenbeweis liegt mir immer noch nicht vor) und fast alle anderen wählen einen Beruf, den auch Realschüler ergreifen könnten.
Gegen Mitkonkurrenten aus dem Umland um städtische Lehrstellen haben Sekundar-Oberstufenschüler aus der Stadt keine Chance.

Der Lehrerlohn sollte anhand seiner Integrationsleistung gemessen werden. Dann bekämen man im Kindergarten am meisten und Seklehrpersonen am wenigsten.

Eigentlich wäre gemäss kantonaler Vorschrift ein Verhältnis von Real- zu Sekundarschülern von 1/3 zu 2/3 vorgeschrieben.
Was will das städtische Schulamt: dass auch die Flade Realschulen einführt als gäbe es nicht schon mehr als kantonal erlaubt öffentliche städtische.
Sind denn Stadt-St. Galler Schüler die Dümmsten im Kanton? Und woran liegt das?
Mangelnde Integration in den durch Auswärtigenverkehr anonymisierten Wohnquartieren?

Dabei geht es nur um eines: eine höhere Durchlässigkeit auf der Oberstufen wie es im Rest der Schweiz Normalfall ist und für deren Mangel städtische Schüler weiterhin lebenslang bestraft werden sollen.

Wer so und zudem noch als Verantwortlicher mit Minderjährigen umgeht, dem fehlt der Respekt.
Die haben ihre eigene Jugendzeit und ihre damalige Wissbegierigkeit vergessen
Oder waren sie als Schüler scharf auf Hausaufgaben, Franzwörter büffeln, Prüfungen, Probezeit?
Sie disqualifizieren sich selbst.

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Eine Antwort zu Konzeptloses Oberstufenkonzept

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