Abstimmung: Prämienverbilligung

Wer das nötige „Kleingeld“ hat, für den ist die Belastung durch die Krankenkassenprämie ein Pappenstiel. Die können sich locker teure Krankenkassen leisten, Einsparungen durch Krankenkassen-Wechsel sind für die eh nur Peanuts und kaum den Aufwand wert. Und das bei minimaler Franchise und unzähligen Zusatzversicherungen.
Dass von diesen daher kein kostenbewusstes Verhalten erwartet werden kann, ist darum logisch.
Die ständig steigenden Krankenkassenprämie scheinen diese überhaupt nicht zu stören. Aber wehe wenn der sakrosankte Steuerfuss erhöht wird, dann hört auch für sie der Spaß auf.
Als würde die paar hundert Franken Mehrbelastung durch eine 7 prozentige Steuerfusserhöhung sie in ihrer Existenz gefährden.
Scheinbar vertrauen sie einer Privatversicherung mehr als dem eigenen Staat.

Ganz anders die Belastung für niedrigere Einkommen.
Da gibt es Eigenheimbesitzer, die nach einer neuen Schätzung ihres Wohneigentums durch den Vermögenszuwachs plötzlich 30% mehr massgebendes Einkommen haben. Nicht wenige können diese Mehrbelastung nur noch durch Erhöhung der Hypothek, das heißt durch Schuldenmachen, tragen.
Ein noch viel größerer Bevölkerungsanteil ist aber gezwungen, die Franchise massiv zu erhöhen.
Viele schieben dann medizinisch notwendige Behandlungen auf die lange Bank oder sie suchen billigere Ärzte im angrenzenden Ausland auf. Sind ja vielfach die gleich qualifizierten deutschen Ärzte wie wir sie auch in unserem Land immer öfter antreffen aber dort zu deutlich tieferen Preisen.
Ab 13. Dezember ist man ja in 35 Minuten aus St. Gallen in Konstanz.
Es gibt auch Einkaufstouristen, weil sie das Leben in der Schweiz nicht mehr leisten können.

Krankenkassenprämien sind in der Schweiz nichts anderes als eine höchst unsoziale Kopfsteuer wie sie es heutzutage nicht mal mehr die USA kennt.
Und das bei einem Gut, das mit den Sockel der Bedürfnispyramide ausmacht. Wer nicht richtig gesund ist, kann auch keine richtige Leistung erbringen.
Eine 6-spurige Stadtautobahn oder Hotelkomfort in der geriatrischen Klink bringen nichts, wenn der nötige Zaster für die Behandlung der chronischen Rückenschmerzen fehlt.

Wenn es wenigstens bei der Krankenkasse eine Flat Tax in Form einer einkommensabhängigen Franchise gäbe.
Es ist beim kostenbewussten Verhalten bei der Krankenversorgung nicht einzusehen, wieso Ärmere höhere Eigenverantwortung übernehmen sollen als Reichere.

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