Fordern und fördern

http://www.tagblatt.ch/ostschweiz/stgallen/stadtstgallen/tb-ag/Foerderung-braucht-Ressourcen;art197,4325917

Städtische Oberstufen haben schon die europaweit tiefste Gymnasialquote von weniger als 5%. Das muss scheinbar so bleiben. Zur Erhaltung des Fladenfilz? Oder ist es latenter Rassismus: Balkaner, Tamilen und Konsorten wollen wir an unseren Mittelschulen nicht?

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7 Antworten zu Fordern und fördern

  1. Etrit Hasler schreibt:

    Moment: auch wenn ich dir recht geben muss, dass ein nicht nur latenter Rassismus existiert, der sehr real dafür sorgt, dass der MigrantInnenanteil in Flade und Kanti bedenklich tief ist – deine Zahl ist Quatsch. Wie kommst du auf 5% und wie willst du Schweizer Zahlen (duales Bildungssystem) mit Europa vergleichen?

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  2. gallenblog schreibt:

    Habe trotz mehrmaliger Anfrage beim Schulamt niemals Zahlen erhalten.
    Ich stütze mich daher auf eigene Hochrechnung:
    In diesem Jahr haben von 3 Sekklassen am OZ Zil 7 Schüler die Kantiaufnahmeprüfung bestanden (Vorjahre vergleichbar). Zählt man noch 2 Realklassen am Zil und 2 Realklassen und 2 Kleinklassen am Buchental mit, so sind von ca. 160 Oberstufenschüler eines Jahrgangs im Schulkreis Ost 4,375% in die Kanti aufgenommen worden.
    Wenn das duale Bildungssystem in unserem Kanton funktionieren würde, warum haben wir denn so viele auswärts ausgebildete Akademiker? Weil bei uns gerne bei der Bildung auf Kosten anderer gespart wird?
    In unserem Kanton kann man eher von Lehrstellenzwang sprechen.

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  3. Etrit Hasler schreibt:

    Nochmals – ich will nicht deiner Kritik im Grundsatz widersprechen, aber deine Zahlen sind fragwürdig. Du sagst ja selber, dass du nur von Zahlen im Schulkreis Ost ausgehst.

    Die Maturaquote im Kanton St.Gallen liegt laut BfS bei 13.4 Prozent – diese ist tatsächlich eine der tiefsten der Schweiz (Durchschnitt liegt bei rund 20 Prozent). Aber erstens kannst du diese Zahlen wie gesagt nur innerhalb der Schweiz vergleichen, da wir ein duales Bildungssystem haben. Zweitens kannst du ja nicht einfach die Zahlen der städtischen Oberstufe nehmen und daraus auf eine Maturandenquote schliessen – wir haben zB auch noch ein Untergymnasium.

    Davon ab gesehen ist die Flade ist ja auch eine städtische Oberstufe – dass diese ihre Zahlen verfälscht, indem sie eine Selektionbeim Schuleintritt vornimmt, wissen wir beide. Und gerade diese Selektion ist ja das Thema in den Gesprächen zwischen der Stadt und der Flade derzeit – die Stadt hat klar gemacht, dass diese Selektion so nicht weiter geführt werden kann, wenn die Flade künftig von der Stadt finanziert werden soll.

    Zurück zum Anfang: Ich muss eigentlich sagen, dass ein Vergleich der städtischen Oberstufen untereinander nicht halb so spannend klingt wie ein Vergleich mit mit anderen Oberstufen im Kanton, die ebenfalls zum Einzugsgebiet gehören. Aber es geht selbstverständlich nicht, dass du keine Antwort bekommst. Darf ich fragen, an wen du die Anfrage gestellt hast? Wenn du willst, kannst du mir deine Anfrage weiterleiten, dann stelle ich sie gerne für dich.

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  4. gallenblog schreibt:

    Mir gehts nur um eins:
    Die verdammte Pflicht jedem Jugendlichen die gleiche Bildungschancen zu ermöglichen. Egal welcher Religion er angehört, wie dick das Portemonnaie der Eltern ist, ob er in Bellinzona, Genf, Bern, Zürich oder im Osten der Stadt St. Gallen wohnt etc.

    Was interessieren mich die vielen privaten Oberstufen in der Stadt. Die Bevölkerung hat klar und deutlich „freie Wahl der Oberstufe“ abgelehnt.
    Dass die ÖFFENTLICHEN Sekundaroberstufen in der Stadt ein Niveau verlangen, dass weit über dem Untergymnasium, geschweige denn der der Privatschulen haben, aber wegen mangelnder (ISF-)Förderung ihrer Chancen beraubt werden, zeigt deren mangelndem öffentlichen Interesse.
    Dass Sie noch mit Untergymnasiasten im Quartier argumentieren, zeigt, dass Sie von den hiesigen Verhältnissen keine Ahnung haben.

    Dass selbst linke Kreise in unserem Kanton diesen nicht nur in unserem bevölkerungsreichsten Quartier östlich von Zürich für alle offensichtlichen Missstand zum politischen Spielball statt auf die verfassungsmässigen Pflichten aufmerksam machen, zeigt die tief verwurzelte Respektlosigkeit vor Kindern und Jugendlichen.

    Wieso gibt es nicht in jeder ÖFFENTLICHEN städtischen Oberstufe Niveaugruppen von Kleinklassenschülern bis zum Untergymnasiasten, wie es die meisten anderen Kantone und viele Gemeinden in SG bereits seit Jahren kennen? Ist soziale Integration von Jugendlichen im Wohnquartier für die Stadt St. Gallen irrelevant?
    Ist die kultureller Heterogenität an städtischen Oberstufen keine einmalige Chance?
    Müssen Privatschulen staatlich unterstützt werden, die dann nur als Brutstätte für zukünfiges rechtsextremes, antifremdes Wahlvieh herhalten?
    Lieber schrauben wir ständig an den sozialen Folgekosten dieser diskriminierenden Bildungspolitik.

    Dass seit Kölliker im Amt ist die Maturitätsquote um 25% gesunken ist, interessiert kein Schwein. Hauptsache man ist mit dem RR per Du und kann beim Feierabendbier über das immer kleiner werdende, tumbe Wahlvolk lachen.

    Sie sind im Mitglied im Stadtparlament, zusätzlich im Kantonsrat.
    Wieso soll ich Sie in den NR wählen, wenn Sie nicht mal den Berg an Abfall vor Ihrer eigenen Haustür erkennen?

    Wieso wollen Sie in meinem Namen eine Anfrage weiterleiten? Wäre es nicht Ihre Aufgabe als Volksvertreter? auf Missstände hinzuweisen.
    Wahrscheinlich sind Sie auch in die Flade zur Schule gegangen, um Ihre Bildungschancen vor dem Ausländerpack zu schützen.

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  5. Etrit Hasler schreibt:

    Lieber Carlo – ganz tief durchatmen. Du hörst nicht zu. Du gehst definitiv auf den falschen los. Und dein Tonfall ist daneben. Wenn du’s noch nicht mitbekommen hast: Ich bin nicht als Schweizer, sondern als Jugoslawischer Staatsbürger zur Welt gekommen. Nein, ich war nicht in der Flade – sondern im Untergymnasium. Nicht, weil ich aus privilegiertem Haus komme – meine Mutter war alleinerziehend -, sondern weil ich das Glück hatte, eine Mutter zu haben, die sich den Arsch für mich aufgerissen hat und einen verdammt guten Lehrer in der Primarschule. Im Buchental übrigens – damals eine der Primarschule mit dem höchsten Anteil stadtweit an „Ausländerpack“, um deine Worte zu wählen. Übrigens hat aus meiner 6. Primarschulklasse mehr als ein Viertel die Matura gemacht – mehr als die Hälfte davon MigranntInnen und alle via Untergymi. Zum Beispiel auch die Tochter eines griechischen Fabrikarbeiters. Ich hoffe also du weisst, was du mit der beleidigenden Unterstellung in deinem letzten Satz machen kannst.

    Worauf ich oben angespielt habe, war dass die Flade in Zukunft eben genau eine städtische Oberstufe wird (eine öffentliche Schule ist sie übrigens schon länger, aber das finde ich an dem Beispiel auch eine etwas fragwürdige Begrifflichkeit) – weil der Kanton die Finanzierung abgestellt hat. Du kannst gerne nachschauen, wie ich zu dem Geschäft abgestimmt habe – ich bin anscheinend nicht ganz so sauer wie du auf die Flade, aber ich finde die Selektionierung, die sie bisher betrieben hat, schädlich für das Gesamtniveau der St.Galller Schulen, da – wie du selber ja auch bemerkst – damit zumindest eine gewisse „Ghettoisierung“ der städtischen Oberstufen einhergeht. Diese Selektion – dies hat Stadtrat Buschor mehrfach bestätig – ist in Zukunft nicht mehr vereinbar mit dem Auftrag einer öffentlichen Schule. Zum Glück nicht.

    Die Antwort auf die Frage nach den Niveaugruppen ist recht einfach – der Kanton hat sich bisher geweigert, eine integrierte Oberstufe einzuführen, weil die bürgerliche Mehrheit das nicht will. Warum – das musst du sie selber fragen. Und zweitens ist es tatsächlich so, dass Kölliker die Oberstufenreform vor sich herschiebt. Ganz nebenbei: Das hast du vielleicht verpasst, aber ich bin heftiger Gegner von Kleinklassen, gerade weil sie ebenfalls häufig einer diskriminierenden Segregation dienen. Darum gings übrigens auch bei der integrierten Förderung – also der Vorlage, die dein Ausgangspunkt für die Tirade war. Um die Kids ganz unten. Die von der Realkleinklasse direkt in die IV oder die Sozialhilfe geschaufelt werden, weil ihnen niemand eine Chance gibt. Nicht um diie Maturitätsquote.

    Schau mal: du scheinst ja das richtige zu wollen, aber du recherchierst einfach nicht sauber. Es ist mir persönlich ziemlich egal, ob du glaubst, ich hätte keine Ahnung der Verhältnisse vor Ort. Du kennst anscheinend weder mich noch meine Arbeit gut genug, als dass ich so ein Urteil ernst nehmen könnte. Was mich aber dann doch echt nervt ist wenn jemand, der so tut, als würde er nach journalistischen Grundlagen arbeiten (und ja, ich nehme Blogger als Medienschaffende ernst und habe im Stadtparlament schon Vorstösse dazu eingereicht), seine Recherche nicht auf die Reihe kriegt. Der Kantonsrat hat diesen Februar ein Postulat überwiesen zur tiefen Maturitätsquote: https://www.ratsinfo.sg.ch/…/kantonsrat.geschaeftdetail…
    Es ist durchaus ein Thema und ich habe das Geschäft mitunterschrieben und ihm zugestimmt – wie du in dem Link überprüfen kannnst.

    Zur Frage des Vorstosses: Gemäss den Informationen die ich habe, liegen die Promotionsquoten an den städtischen Oberstufen völlig im Schnitt. Und entgegen aller Klischees gibt es auch keine relevanten Unterschiede zwischen Berg- und Talschulen. An ISF-Ressourcen fehlt es zwar tatsächlich, aber da mit der Integration der Flade in das System der städtischen Oberstufen die Karten nochmals neu gemischt werden, ist jetzt nicht der Moment für Panikaktionen. Abgesehen davon diskutierte man den Geldaspekt (der das einzige Steuerungselement ist, den das Parlament in dieser Frage hat) nicht – darüber streiten wir uns erst im Dezember wieder anlässlich der Budgetsitzung.

    Was mich aber wesentlich mehr beunruhigt, ist wenn jemand, der einen Stadtblog betreibt, von der Stadt keine Antworten bekommt. Das geht so nicht und ich würde es als meine Pflicht als Stadtparlamentarier sehen, bei der entsprechenden Verwaltungsstelle nachzufragen und dafür zu sorgen, dass du die Infos bekommst, wenn du danach fragst. Wenn dir das immer noch ein Anliegen ist, mache ich das gerne. Falls du aber einfach nur Dampf ablassen willst, musst du dir einen anderen dafür suchen.

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  6. gallenblog schreibt:

    Entschuldigung, wenn mir hier vielleicht die Pferde durchgegangen sind.
    Aber die ständige Relativierung dieses offensichtlichen Missstandes machen mich hässig und provokativ.
    Bitte nicht persönlich nehmen.
    Den Gegenbeweis meiner Quatsch-Zahl wurde noch nicht geliefert.

    Was mir an der Flade stört, ist, dass sie sich die Besten aussucht und den „Dreck“ der Allgemeinheit überlässt. Und das nur durch Druck von aussen ändert. Das zeugt nicht gerade von einer christlich-katholischen Werthaltung.
    Dann vernimmt man von Schulamtsangestellten, dass die Flade als Eliteschule unbedingt als Standortfaktor erhalten bleiben muss. Sieht wie Muslime vor dem Oberstufenübertritt zur katholischen Kirche wechseln, nicht um an die Flade zu können, sondern um nicht an eine öffentliche Oberstufe zu müssen. Eine Absage auf eine Lehrstellenbewerbung erhält mit der Begründung, die städtischen Oberstufen seien komisch. Das ständige Betonen von Eltern, dass die Flade die bessere Schule sei. Dass es bei den öffentlichen Oberstufen in Sachen Schulentwicklung seit (zu) vielen Jahren einfach nicht weitergeht, obwohl es aufgrund der riesigen Heterogenität hiesiger Schüler dringenst nötig wäre. Könnten ja plötzlich das besser Schulangebot als die Flade haben.
    In Herisau wurde innerhalb eines Jahres Niveaugruppen eingeführt.
    Bei uns werden Lehrer kostenintensiv seit Jahren „fit für die Vielfalt“ gemacht ohne nennenswerte Resultate. Eigentlich sollte das bei der Anstellung von Lehrpersonen vorausgesetzt werden.
    Ist es schädlich für zukünftige Rechtsanwälte, wenn sie 1-2 Lektionen pro Woche auch mit zukünftigen Arbeitern im Unterricht sitzen? Das führt doch zu einer besseren Sozialisierung unserer Gesellschaft.
    Mein Neffe in Abtwil ist in die Realschule der Oberstufe eingeteilt worden. Nach 3/4 Jahren konnte er in die Sek wechseln. Nach 2 Jahren Oberstufe ist er jetzt an der Kanti.Sowas ist in unserer Stadt unmöglich ohne zumindest zusätzliche Schuljahre. Letzthin war Kölliker ja in Gossau, um sich deren Niveaugruppenunterricht anzuschauen. In Wesen, Quinten etc. gibt es Gesamtschulen. Wieviele Jahren müssen, wenn überhaupt, Stadtkinder warten?
    Ich hätte meine Kinder auch gratis in die näherliegende Flade schicken können. Mir war aber die Heterogenität am Zil für eine realistischere Sozialisierung wichtiger. Auch wenn sie jetzt 4 mal pro Tag als Abgasfilter die Schönbüelstrasse überqueren müssen.

    Wenn du das Riesenglück gehabt hast, einen engagierten Lehrer gehabt zu haben, so gönn ich dir das.
    Nur sollte das nicht Glück sondern die Norm sein.
    Ich, resp. meine Kinder, erlebe viele Lehrpersonen mehr als Youtube-Lehrer. Da kann man wenigstens noch Pause drücken und zurückspulen. Aber eine Beziehung zu den Schülern eingehen? Nada.
    Die hocken lieber in ihre Blechkiste auf dem reservierten Lehrerparkplatz direkt vor der Schule und verschwinden in die Agglo.
    Oder in der ersten Lektion an der neuen Schule die halbe Klasse bereits zum Nachsitzen verdonnern.
    Das ist doch keine Vertrauensbasis.
    Es sollte Wohnsitzpflicht im Schulquartier für Lehrer gelten oder zumindest für Schulleiter.
    Oder allgemein die Wohnsitzzulage massiv erhöht werden.
    Ein städtischer Steuerbeamter, wohnhaft in Urnäsch, ist die Höhe unseres Steuerfusses ziemlich egal.
    Genauso einem auswärtigen Lehrer unsere kommunale Schulentwicklung, dem Olma- oder Stadtfestbesucher die Pisse und Kotze auf unserem Stadtboden, die Abgase, Lärm und Verkehrsgefahren in unseren Wohnquartieren etc.
    Das ist Überfremdung verursacht durch Auswärtige und nicht durch einheimische Ausländer oder Asylanten.
    Mir geht es darum, den Kindern und Jugendlichen Chancen zu bieten. Sie nicht schon im vorneherein durch Aufnahmeprüfungen, Probezeiten, Promotionsnoten etc. ständig runterzudrücken.
    Lasst doch die Jugendlichen in die Kanti, BMS, WMI etc., wenn sie schon so engagiert sind. Früher oder später merkt doch jeder selbst, wenn er überfordert ist.
    Oder sind 1-2 Jahre Kanti schädlich für die Persönlichkeitsentwicklung? Oder geht es letztlich doch nur ums Geld? Dabei wäre genug Geld vorhanden, wenn wir nicht noch das ganze Appenzellerland wegen einer längst überholten Föderalismusstruktur noch durchfüttern müssten (s. u.a. Teilspange).
    Es ist in unserem Land, das nur die Ressource Bildung hat, die einzige Chance im globalen Wettbewerb zu bestehen.
    JEDES Kind muss aufgrund seiner individuellen Fähigkeiten bestmöglichst gefördert werden (ISF für alle). Vielleicht stellt man dann fest, dass auch Kleinklassenschüler Talente und Untergymnasiasten Defizite haben. Ist zudem auch Stärkung des individuellen Selbstbewusstseins.
    Das ständige Trennen vermeintlicher Spreu vom Weizen in unserem Kanton ist der Hauptgrund für unsere tiefe Quote an Schülern, die weiterführende Schulen besuchen.
    Schliesslich kann man „nur“ mit einer Lehre heutzutage keine Familie mehr gründen.

    Ich recherchiere viel. Nur ist es unglaublich schwierig an Daten heranzukommen.
    Was im Stadtparlament diskutiert wird, wird ja nicht mal protokolliert.
    Man muss doch wissen warum ein Gesetz erlassen wurde. Und wenn die Gründe nicht mehr vorhanden sind, auch mal ein Gesetz streichen. Twitter, Tagblatt oder Gratiszeitungen sind auch nicht sehr unabhängig.
    Ausserdem erhebe ich keinerlei Anspruch auf Richtigkeit meiner Aussagen. Ich bin froh um jede Verbesserung.
    Mein Blog ist nicht mehr als das Halbwissen eines Bünzlibürgers, wie es da draussen schlussendlich die grosse Mehrheit der Stimmenden und Wählenden ist.

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  7. Etrit Hasler schreibt:

    Kein Thema mit den Pferden – sowas kommt vor. Und bei Rundumschlägen erwischt man halt manchmal auch die Leute, die auf derselben Seite stehen.

    Versuchen wir mal, die verschiedenen Dinge etwas zu entwirren:

    1) Flade. Wie gesagt, ich stimme deiner Kritik vollumfänglich zu. Aus genau diesen Gründen stimmte unsere Fraktion (SP-Grünen) im Kantonsrat für die Kürzung des kantonalen Beitrags an die Flade. Das war zwar eigentlich eine Spargeschichte (Sparpaket 2), aber wir wussten, dass die Flade damit in eine Position kommt, in der sie nicht mehr an der Stadt vorbei arbeiten kann. Das Resultat war, dass die Flade derzeit mit der Stadt über die zukünftige Finanzierung verhandelt und wie ich dir oben schon beschrieben habe, hat Markus Buschor mehrfach klar gemacht, dass zusätzliche Gelder durch die Stadt nur möglich sind, wenn ihre Selektionskriterien abgeschafft oder massiv abgeschwächt werden UND die Flade endlich auch eine Realschule einführt. Diese Gespräche sind immer noch am Laufen – da kann man für den Moment nur abwarten – das Ganze muss aber bis nächsten Sommer unter Dach und Fach sein, sonst geht der Flade das Geld aus.

    2) Niveaugruppen sind schon möglich. Wirklich Sinn machen diese aber nur im Rahmen von integrierten Oberstufen, also wenn die Trennung von Real- und Sekundarstufe abgeschafft wird. Das war angedacht im Rahmen der Oberstufenreform – die wird von Stefan Kölliker bis zum St. Nimmerleinstag verschleppt. Was leider vielleicht nicht einmal das schlimmste ist, weil mit dem Kantonsrat in seiner jetzigen Zusammensetzung kaum konstruktiv über Schule diskutiert werden kann. Allerdings macht sie Stadt da jetzt von sich aus vorwärts: Ab nächstem Schuljahr sollen ja alle Oberstufen zu gemeinsamen Zentren mit Sek und Real umgewandelt sein. Das ist ein erster Schritt in die richtige Richtung, weil damit wenigstens schon diese räumliche Trennung aufgehoben wird.

    3) Dass der Ruf der Oberstufen schlecht ist, hat wie erwähnt, leider nichts mit schulischen Leistungen zu tun, sondern vielmehr mit rassistischen Vorurteilen zu tun, à la „Schulen mit solchem Ausländeranteil können nur schlecht sein.“ Wenn du mir ein Patentrezept hast, wie wir dagegen vorgehen können, bin ich sehr offen für Ideen.

    4) „Fit für die Vielfalt“ war als Programm schon nicht einfach nur schlecht – der Hintergrund war ja das Abschaffen der Kleinklassen, was ich komplett richtig fand und finde. Das Problem war dann eher, dass Stadträtin Barbara Eberhard und das Schulamt schnell zurück ruderten und die Kleinklassen doch drin liessen, wenn auch in viel kleinerem Rahmen. Resultat ist ein Bastardfall St.Gallen, der soviel kostet wie eine Lösung ohne Kleinklassen und sie trotzdem noch kennt (wenn auch in massiv geringerem Umfang als früher). Das erklärt vielleicht auch, weswegen Finanzen für zusätzliche ISF-Lektionen fehlen: Wir können uns das derzeit kaum leisten. Dass wir uns richtig verstehen: Ich finde das genauso grässlich wie du und ich würde das noch so gerne Thomas Scheitlin in die Schuhe schieben, aber das ist das Resultat der bürgerlichen Sparpolitik im Kanton – die sparen unsere Stadt kaputt und wir sind praktisch machtlos dagegen. Wenn es nach mir ginge, wäre ich schon längstens für einen eigenen Halbkanton – dann könnten wir insbesondere im Schulbereich die nötigen Reformen machen (zB die integrierte Oberstufe), während sich die SVP im Rheintal weiterhin auf den Lehrplan 21 einschiesst, der viel weniger direkte Auswirkungen hat. Aber das könnte uns dann ja egal sein.

    5) Danke, dass du deine Kinder ins Zil geschickt hast. Muss man ja auch mal sagen.

    6) Deine Kritik an den Lehrpersonen ist schon richtig, aber auch etwas unfair. Nein, leider wird die superegagierte Lehrerin, die sich um jedes Kind individuell kümmert, der supersensible Lehrer, der zu allen Eltern immer den Draht findet und diese in die Schulbildung ihrer Kinder involvieren kann, die Ausnahme bleiben. Genauso wie die Polizistin, die jede Situation immer sofort mit gesundem Menschenverstand richtig einschätzen kann. Oder der Arzt, der sich für jeden Patienten die Zeit nehmen kann, um auch entfernt wahrscheinliche Diagnostiken zu prüfen. Inwiefern das mit einer Wohnsitzpflicht besser wird, bin ich mir nicht sicher. So wie du das formulierst, schweben dir Quartierschulen vor, wo sich alle kennen und in den Quartieren untereinander bleiben – was dann ja genau wieder zu einer Separation zwischen den Quartieren führen würde, die wir in den letzten Jahren aufzuheben versuchen, ua mit der Aufweichung der Quartiergrenzen bei der Schulzuteilung.

    7) Weitreichende Entscheidungsbefugnis? Leider oder vielleicht auch zum Glück nein. Ich bin Parlamentarier, das heisst, ich kann Fragen stellen und über Geld abstimmen, mehr nicht. Wenn du dir das gern einmal von innen ansehen möchtest: Nächsten Herbst sind wieder Stadtparlamentswahlen – vielleicht möchtest du ja kandidieren? In die SP würdest du glaubs ganz gut passen und ich würd mich freuen, solche Diskussionen in der Fraktion weiterzuführen. Oder halt im Parlament, wenn du eine andere Partei bevorzugst. „glasses“-Emoticon Aber im Kanton, als Mitglied einer Minderheitspartei, hab ich, genausowenig wie die anderen Städter, gar nichts zu sagen. Zumindest nicht, solange das Toggenburg und das Rheintal weiterhin solche Bürgerliche in den Rat wählen, die ausser dem Steuerfuss keine Themen kennen.

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