Ein SP-Stadtrat: lieber nicht.

Wieso soll ich ein SP-Mitglied wählen, dass dann durch die Rechtsaussen-Mehrheiten im Stadtrat als linkes Feigenblatt verheizt wird.
Dass im Stadtrat Konkordanz gelebt wird, kann man vergessen. Da gibt es nur noch Mehrheitsentscheidungen.
Das zeigt die Auswahl der FDP für den Stadtratssitz. Ihre Kandidatin ist ja meilenweit weg von einem Umweltfreisinnigen Brunner als auch von der Mitte.
Da wirft man Jans vor, er sei zu links. Ob Frei als Stadträtin zu rechts steht ist nicht diskussionswürdig.
Wichtig ist ja nicht mehr eine Stadt, in der durch zuweilen mühsamer Kompromissfindung sich möglichst viele Bewohner wohl fühlen. Sondern nur noch Durchsetzen der eigenen Wertvorstellungen.

Lieber wäre mir eine Linke in der Opposition. Aber das war sie ja eigentlich in den letzten zwei Jahren. Gemerkt hat man davon herzlich wenig.
Über wieviel kommunale fakultative Referenden oder Initiativen durfte die Bevölkerung der Stadt dank der Opposition in den letzten Jahren abstimmen?
Einzig über das „Reglement für eine nachhaltige Verkehrsentwicklung“ aus der Feder von UmVerkehr, dass von den städtischen Linken ständig zitiert wird.
Die sammeln lieber Unterschriften zum Schutz der Alpen im Urnerland.
3. Röhre am Rosenberg, 6-spuriger Stephanshorntunnel trotz Flaschenhals Bergbachviadukt, 4-spurig aus dem Steuermitwettbewerber AR für noch mehr sparen in der Stadt, ist weniger wichtig.
Da würde ich lieber Unterschriften sammeln als im Stadtparlament ständig die 2 am Rücken zu haben oder Leserbriefe  zu schreiben.
Man ist ja seit Jahren von den Bürgerlichen auf das Wohl des Gewerbes in der Innenstadt getrimmt: Marktplatz, Bahnhofplatz, Güterbahnhof etc.

Bald hat halb AR auf Gemeindeebene das Ausländerstimmrecht. In der Stadt kein Thema trotz 1/3 Bevölkerungsanteil. Aber deren Ausländer haben ja im Gegensatz zu den städtischen einen akzeptablen Migrationshintergrund.
Stimmrechtsalter 16 in der Stadt? Lieber 4 Stunden Hauswirtschaftsschule, Nähmaschinenprüfung, Spinningbike-Note etc. statt Staatskunde an städt. Schulen.

Man muss zum Stadt-St.-Galler Filz gehören. Das ist wichtig und nicht Meinung der Bevölkerung. Oder gibt es Parlamentarier, die nicht per Du miteinander sind?

Dann kommt es 2016 raus wie 2008:

Mit der Folge dass die Bevölkerung gar keinen SPler im Stadtrat braucht.
Weil sie so mangelns Alternativen mundtot gemacht wird.

Für den Rechtsrutsch im heutigen Stadtrat ist die SP selbst mitverantwortlich.
Die Bürgerlichen setzen in der Stadt die Themen nicht die Opposition mit der eingebundenen Mehrheit der Bevölkerung im Rücken.
Was hat zB Ex-Stadträtin Béery während ihrer 12-jährigen Amtszeit für den Langsamverkehr unternommen?
Aber jetzt wo eine CVPlerin vom äussersten rechten Rand im Bauamt sitzt, sollen plötzlich auf Geheiss des linksgrünen Lagers Wunder geschehen.

Ich wähle schon lange nicht mehr. Aber abstimmen würde ich gerne öfters.
So wenig wie in St. Gallen können Bürger in keiner vergleichbaren Stadt in der Schweiz über kommunale Themen abstimmen.
Da ist Rat- und Waaghaus soweit weg wie Brüssel.

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