Unsoziale Sozialwohnungen: Abstimmung 24.11.2013

Günstiger als in der Agglo zu wohnen ist es in der Stadt St. Gallen allemal.
Gibt es in Mörschwil, Teufen, Gossau etc. günstigeren Wohnraum als in der Stadt?
Ist das wieder mal eine regionale Aufgabe, die die Stadt alleine übernehmen muss?

Teuerer ist nicht das Gebäude in den Agglogemeinden sondern der Boden auf dem diese stehen als Folge des Steuerwettbewerbs.

Man ist aber mit öV nicht nur schneller in der Innenstadt als aus städtischen Aussenquartieren, sondern hat auch weniger Lärm, Abgase, fortschrittlichere Schulen, weniger anonyme dafür sicherere Wohnquartiere, mehr Bürgerrechte etc.
Die Stadt sorgt noch für das schweizweit grösste Billigstangebot an Autoparkplätzen.
Dann muss man sich nicht wundern, wenn die Reichsten der Region zwar von der teuren Arbeitsplatz- und Freizeitinfrastuktur der Stadt profitieren wollen, aber kaum etwas an die von ihnen verursachten städtischen Kosten bezahlen.
Warum auch? Die Stadt sorgt ja für funktionierenden Föderalismus und Steuerwettbewerb.
Will die Stadt im Standortwettbewerb vorwärts kommen, muss sich das Wohnen in der Stadt gegenüber den Regionsgemeinden massiv mehr lohnen.
Schliesslich leisten natürlich Personen den Hauptanteil der Steuereinnahmen und nicht juristische.

Der Boden wie auch Luft, Wasser etc. gehören zu den „freien“  Güter unserer nicht verursachergerechten Marktwirtschaft. Obwohl es immer deutlicher wird, dass auch diese knapp sind.
Eine Regierung hat darum nur die Aufgabe, mit der v.a. auch in unserer Stadt knappen Fläche möglichst haushälterisch umzugehen (Verdichtung auch auf der Verkehrfläche).
Das Boden gehört wenn schon der Allgemeinheit und zukünftigen Generationen. Darum auch mehr Abgabe im Baurecht.
Die Verwaltung muss durch genügend Wohnraum für genügend Wettwerb sorgen und auf diese Weise die Wohnkosten tief halten.
Geht doch nicht, dass die Reichen (v.a. Rentner) u.a. am Rosenberg in übergrossen Einfamilienhäuser hausen können. Oder Wohnfläche alleine oder zu zweit beanspruchen, die sie mal für eine ganze Familie vorgesehen haben.
Den armen Familien bleibt meist nur noch die Hauptverkehrsachsen. Dafür muss dann die Stadt für die minderwertige Entwicklung von Stadtkindern teure Erziehungsangebote bereitstellen.
Wohnraum wäre genügend vorhanden (vor 100 Jahren gabs halb so viel Wohnraum bei gleicher Bevölkerungszahl), wenn er sich mehr nach den Bedürfnissen statt nach dem Geldbeutel resp. dem Steuerwettbewerb richten würde.

Wie wärs zB. auf Altenwegen Bürotürme zu errichten mit Autobahnausfahrt statt bei der Teilspange, um so die Innenstadt durch die teure Nachfrage nach Büroraum zu entlasten und so mehr günstigen Wohnraum an attraktiver Wohnlage zu ermöglichen?
Die Stadt kanns sich scheinbar immer noch leisten, grosse Teile von Gebäuden an bester Lage leerstehen zu lassen, wie der Gaiserbahnhof nach Auszug des Betreibungsamts zeigt.

Wohnbaugenossenschaft halte ich für problematisch, da sie die nötige Durchmischung der Gesellschaft nicht sicherstellen.
Welche Kriterien gelten denn für einen Anspruch auf eine Genossenschaftswohnung?
Ich nehme mal an die dünne des Geldbeutels von Familien mit Kindern.
Dann gehört zumindest eine Kinderkrippe auch dazu, da diese Familien keine Wahlmöglichkeit zwischen Fremd- und Eigenbetreuung haben, sondern auf zwei Einkommen angewiesen sind.
Genauso wird der Bedarf an Tagesschulplätzen im jeweiligen Schulquartier enorm sein wie auch die Nachfrage nach ISF-Stunden und Kleinklassenplätzen. Es sind ja die Kinder der ärmsten, bildungsfernen Eltern, die in unserer „offenen“ Gesellschaft den geringsten Bildungserfolg erzielen.
Da der Grossteil der ärmeren Familien ausländischer Herkunft ist, brauchts dann noch Fremdsprachendolmetscher, soziokulturelle Animatoren, offene Arbeit mit Kindern etc. usw.
Die Probleme von Tal- und Bergschulen sind ja seit Jahrzehnten bekannt und auch die dadurch entstehende mangelnde soziale Kompetenz an beiden Orten.
Wohnbaugenossenschaften verstärken diese noch immens.

Wieso sind denn die heutigen Wohnbaugenossenschaften nicht voller Menschen, die beim Sozialamt gemeldet sind?
Da könnte ja dieses Amt viel Geld sparen.
Wer eine adäquate Wohnung sucht, die er sich aber aufgrund der Lage nicht leisten kann (was Politik und Gesellschaft zu verantworten hat), soll direkt mittels Wohngeld entlastet werden.
Das führt zu einer gesunden Durchmischung unserer Gesellschaft.
Für das braucht es einen Fond und nicht zur weiteren staatlichen Subventionierung der Bauwirtschaft.

Ganz abgesehen davon, dass ich Vorständen von Wohnbaugenossenschaften mehr als misstraue, da diese meist durch Baugewerbe, Treuhand, Immobilienverwaltungen, Banken etc. besetzt sind, und diese sich ihre Vorstandsitzungen fürstlich belohnen lassen.

Darum habe ich 2x NEIN angekreuzt.

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