Mail an Christian Nef, Stadtparlamentarier SVP

Sehr geehrter Herr Nefmich hat Ihre Aussage im Stadtparlament sehr gefreut:
«Das Ziel ist, dass die städtischen Steuerzahler den Tiefsteuer-Agglo-Individuen nicht mehr den kostenpolitischen Lifestyle finanzieren. Wer hier sein will, soll dafür bezahlen.»  (Quelle: Tagblatt)

Ein 6-spuriger Stadtautobahnausbau und zusätzliche Innenstadtparkplätze fördert jedoch genau obiges.
Hat es für städtische Autofahrer nicht bereits mehr als genügend Strasseninfrastuktur?
Reicht die einheimische Stadtbevölkerung nicht, um erfolgreich ein Gewerbe in der Stadt zu betreiben?

Wäre es nicht besser Agglos würden öfters ihren Dorfschreiner, Dorfladen, Dorfarzt oder Dorfbeiz etc. beachten und so den Föderalismus und die Eigenverantwortung stärken?
Und dadurch in ihrer Gemeinde selbst Arbeitsplätze schaffen statt zur Generierung von Steuersubstrat einfach wertvolles Kulturland in Einfamilienhausland umzuzonen?

Falls es nicht klappt, ist die Stadt ja grosszügigerweise zu Fusionen bereit.

Steuern sollten dort bezahlt werden, wo sie gebraucht werden: für Arbeitsplätze statt für Schlafplätze.

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2 Antworten zu Mail an Christian Nef, Stadtparlamentarier SVP

  1. Christian Neff schreibt:

    Lieber Herr Meyer

    Besten Dank für Ihr Schreiben. Sie sprechen hier Grosses an. Also der Reihe nach:
    Ich weiss leider nicht, ob städtische Läden ohne die Agglo-Gäste überleben könnten. Andererseits ist es natürlich schwierig, ‚Agglos‘ den Zutritt in die Stadt zu verbieten – wir würden zurück in die Zeit der blutrünstigen Landvögte fallen, während derer sich die bewaffneten Büttel um Arm, Bein und Kopf brachten.
    Die Stadt St. Gallen hat ein grosses Problem mit dem ganzen Transfer-Verkehr. Pendler. Agglos. Leute, die nur mit der Karre die 2 km in die Stadt zurücklegen, anstatt einmal die Füsse zu vertreten.
    Ginge es nach mir, müsste man die ganze Pendler-Philosophie wo möglich sowieso bekämpfen: Wohnen da, aber arbeiten dort. Klar muss es möglich sein, doch heutzutage wird es oft bis zum Exzess zelebriert.
    Ginge es auch nach mir, würde man einen Teil des Einkommens dort versteuern, wo man den Wohnsitz hat und den anderen Teil dort, wo man arbeitet.

    Aber weil ich den ganzen Verkehr nicht eigenhändig schrumpfen kann, werden wir die zusätzlichen Spuren leider benötigen. Ich sehe es als Beitrag St. Gallens an ein Lebenszentrum, das sich auch für die Zukunft wappnet. Die Stadt wird weiter wachsen.

    Mit besten Grüssen

    Christian Neff

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  2. gallenblog schreibt:

    Angesichts, dass bei 5% Verbrauch der Strassenfläche eine Autobahn bereits ihre Kapazitätsgrenze erreicht hat, fühlt man sich bei solcher Ineffizienz und Forderung von Ausbau in kommunistische Zeiten zurückversetzt.

    Der Kanton investiert mehrere Millionen Franken in Strassenausbau in Randregionen (Toggenburg).
    Damit aber sein Wirtschaftszentrum trotz Sparmassnahmen, verursacht u.a. durch obige Fehlinvestitionen, noch wachsen kann, muss nun der Bund einspringen?
    Ist das Ihre Vorstellung von Föderalismus und Eigenverantwortung?

    Das Portmonnaie von Autofahrern sitzt ja locker. Da können Politiker und Beamte wieder mal aus dem Vollen schöpfen.
    Im Notfall ist es ja leichter, bei der Bildung oder Löhnen zu sparen als eine Autobahnspur „verganden“ zu lassen.

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