VBSG-Privatisierung

Schätzungsweise 80% der stadtstgaller Bevölkerung wohnt weniger als 10 Minuten Fussweg von einem Quartierbahnhof entfernt.
Von diesen Bahnhöfen ist man in 2-3 Minuten in der Innenstadt oder an einem anderen Quartierbahnhof.
Wir haben ja bereits das Tram.
Gemäss SBB-Fahrplan wird zB von der Oberhaldenstrasse Richtung Rheintal der Fussweg zum St. Fiden-Bahnhof empfohlen.
Von der Haltestelle Achslen nur der Umweg über den HB, wenn man das Rehetoblerpostauto nimmt.
Aber wer geht schon zu Fuss, wenn die Bushaltestelle fast vor der Tür ist. Auch wenn er schneller wäre und die Stadt dadurch Geld sparen könnte.

Aber statt diese Bahnhöfe zu stärken (auch als Quartiertreffpunkte), wird deren Angebot ständig abgebaut.

Was bedeutet im Abstimmungsbüchlein: Doppelspurigkeiten vermeiden?
Dass Bewohner aus der Agglo mit dem Postauto direkt vom Dorfplatz ohne Halt auf Stadtgebiet bis in die Innenstadt fahren können und so weniger Zeit aufwenden als Aussenquartierbewohner mit dem VBSG-Bummelbus?
Oder bedeutet das, dass wir keine VBSG mehr brauchen, weil die Agglo-Postautos inkl. Gratis-Wlan auch in den Wohnquartieren halten?

Hier gehts ja nicht um möglichst schnelle Mobilität.
Sonst würde fast nur noch das Velo gefördert werden.
Es ist von Tür zu Tür mit Abstand das schnellste Verkehrsmittel auf Stadtgebiet.

Da werden noch die Kosten von Staustunden vorgerechnet oder von Strassenengpässen oder vom Parkplatzsuchverkehr, als würden es die meisten nicht geniessen, die Freizeit alleine in einem 5-plätzigen Fahrzeug zu verbringen.

Wir nennen uns zwar Leistungsgesellschaft. Aber in der Mobilität scheint Bequemlichkeit und Faulheit am wichtigsten zu sein.
Externe Kosten dieser Mobiliätsformförderung wie vermehrtes Übergewicht, zunehmende Herz-Kreislauferkrankungen, motorische und soziale Defiizite von Kindern mit entsprechenden „Bildungskosten“, Kosten von Sportstätten und Turnunterricht, mangelnde Integration etc. sind ja in den Fahrpreisen nicht inbegriffen.

Dabei nennt sich St. Gallen noch Stadt der Treppen und dieses nicht gelebte Image lassen wir uns noch jeden Winter millionenteuer von Tiefbauamtangestellten erhalten.

Wir haben in St. Gallen für eine Kleinstadt ein irrwitzig grosses öV-Angebot, das auf der Welt seinesgleichen sucht.

Dass ein Stadtparlamentarier wie Stefan Rosenblum sich „erdreist“ das VBSG-Angebot in Frage zu stellen und Sammeltaxis zu fordern bestärkt mich in meinem NEIN zur VBSG-Privatisierung.
Auch wenn Stadtparlamentarier als Volksvertreter in St. Gallen weit weg vom Volk sind, sind sie immer noch näher als ein anonymer Verwaltungsrat oder Stadtrat.

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