Mail an SVP-Stadtpräsident Dietrich: Genügend Velowege

Verkehrsstudie spaltet Parteien

Verkehrsstudie spaltet Parteien

Sehr geehrter Herr Dietrich

Wieso sieht man denn kaum velofahrende Kinder in der Stadt? Wieso muss man für deren körperlicher Fitness mit Millionenbeträgen Sportstätten und Turnhallen finanzieren?

Als ich vor 40 Jahren in den Kindergarten ging, hatte auch die Hälfte der Klasse „Migrationshintergrund“. Aber alle sprachen beim Eintritt perfekt den lokalen Dialekt und waren topfit, obwohl es damals keine Sportclubs für Kinder, keine Krippen oder Spielgruppen gab.

Es braucht dringend mehr Marktwirtschaft in der Verkehrspolitik bei der Beanspruchung öffentlichen Raums, bei der Verursachung von Fremdgefahren, beim Verbrauch von Energie aus islamistischen Staaten etc.

Diejenigen, die am meisten Strassenfläche in unserer Stadt beanspruchen sind wohl kaum die einheimischen Steuerzahler oder deren Kinder.

mfg

Carlo Meyer
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2 Antworten zu Mail an SVP-Stadtpräsident Dietrich: Genügend Velowege

  1. Stefan Dietrich schreibt:

    Sehr geehrter Herr Meyer.
    Ich kann Ihnen nur beipflichten in dieser Hinsicht. Man muss jedoch bedenken, dass vor 40 Jahren die Verkehrsdichte noch nicht so hoch war wie jetzt. In der aktuellen Umfrage ging es jedoch um die Erhöhung, resp. die Optimierung des Veloverkehrs. Ich bin einfach der Meinung, dass heute die Flächen für die Radfahrer in der Innenstadt genügend sind. Zudem kommt, dass die Radfahrer heute absolut nicht mehr die Disziplin von früher haben. Es werden sämtliche Verkehrsregeln gebrochen und unsere Kinder sehen auch dies. Die Regeln werden von Erwachsenen gebrochen und da fragt man sich, weshalb Unfälle mit Radfahrern geschehen? Ich bin gerne bereit, mit Ihnen über die von Ihnen beschriebenen Einwände zu diskutieren.

    Freundliche Grüsse

    Stefan Dietrich

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  2. Carlo Meyer schreibt:

    Vor 40 Jahren waren wahrscheinlich nicht weniger Menschen auf den Strassen unterwegs. Nur war der Verkehrsflächenverbrauch pro Person deutlich tiefer. Besonders in einer Stadt mit ihrer begrenzten Fläche werden dadurch die Konflikte, nicht nur auf der Strasse auch im Stadtparlament, immer grösser.
    Ich bin auch der Meinung, dass es mehr als genügend Fläche für Velofahrer hätte.
    Besonders in der Innenstadt.
    Aber was interessiert mich die Innenstadt. Mein Lebensraum und besonders der von Stadtkindern ist das Wohnquartier.
    Was im Rathaus und Waaghaus bestimmt wird, ist für unser Wohnquartier so weit weg wie Brüssel. Unsere Stadt wird zentralistischer geführt als die EU.
    Von Föderalismus und direkter Demokratie merkt man in unserer Stadt kaum was.

    Da wird zB die Rehetobelstrasse nach Speicherschwendi mit Millionen Stadtsteuergeldern ausgebaut und mit der Tablatstrasse zusammen einfach dem Kanton geschenkt ohne dass die Anwohner etwas dazu zu sagen haben.
    Die Auswirkungen dieser Entscheidungen tragen die Quartierbewohner und nicht die Entscheidungsverantwortlichen.

    Vor dem Bau der Stadtautobahn 1987 wurde den Quartierbewohnern von Bund, Kanton und Stadt versprochen, dass für die Schüler des Haldenquartiers ein sicherer Veloweg zu ihrer Oberstufe im Zil gebaut wird. Ausgebaut wird jetzt mit Millionenstadtsteuerfranken die Lerchentalstrasse, damit (meist quartierfremde) Konsumenten von Aldi, Jumbo und Fust schneller von und zur Autobahn sind.
    Oberstufenschüler des Zils aus Mörschwil kommen meist mit dem Velo, weil sie sichere Wege haben.
    Stadtquartierkinder sind meist mit dem öV in ihre Schule unterwegs.
    Wenn man innerstädtischen Schülern wenigsten diese Kosten erlassen würde.
    Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer, insbesondere auch für die auf dem Schulweg ohne Knautschzone, Airbag, Rückhaltesystem etc., sollte zumindest für die komunalen Verkehrsveranwortlichen gleich wichtig sein.

    Wer von den Verkehrsteilnehmer hält sich denn noch an die Gesetze, wenn sich nur noch Unbekannte auf der knapp vorhandenen Strassenfläche ständig in die Quere komme?
    Die Kinder unserer Wohnquartierstrasse stehen auch jeden Morgen auf dem Schulweg ewig lang vor dem Fussgängerstreifen, obwohl sie vom Verkehrinstruktor gelernt haben, dass für Autofahrer Anhaltepflicht gilt. Von den 90% Ausserrhödler, die dann ihren Schulweg queren, interessieren sich sowieso die wenigsten für die Sicherheit fremder Kinder.

    Mir scheint ein beliebter Lehrersport vor und nach den Blockzeiten ist, trotz Fahrverbot, auf dem Schulhausplatz oder der Quartierstrasse Slalom zwischen den Schülern zu fahren.
    Die könnten auch ein paar hundert Meter vor dem Schulhaus parkieren und den restlichen Weg zum Schulhaus, auch zur sozialen Kontrolle, mit ihren Schülern zurücklegen.
    Die Grosszahl der Lehrer wohnt aber lieber meist weit weg in der Agglo und parkieren zur Parkkostenersparnis lieber auf dem Gratisschulhausplatz, sodass Kinder in der Pause nicht mal mehr Fussballspielen können.
    Dafür palavern sie dann unzählige Lektionen über die schlimme Klimaerwärmung.
    Kein Wunder fehlt der nötige Respekt von Kindern für Lehrer.
    Kein Wunder interessieren sich quartierfremde Lehrer nicht für Quartierschülerprobleme und rufen nur nach
    Entlastung durch den Staat.
    Kein Wunder ist in unserer anonymisierten Gesellschaft die nahe Bushaltestelle oder der direkte Zugang zur Tiefgarage wichtiger, um nur seinesgleichen in der Innenstadt zu treffen, statt die föderalen Probleme im Quartier ohne Stadt selbst zusammen mit den Nachbarn zu lösen.
    Kein Wunder engagiert sich kaum mehr einer in Quartiervereinen.

    Nicht mal Quartierverein, Schulleitung, Schulamt, städtisches Bauamt und erst recht nicht kantonales Bauamt interessiert sich dafür. Schon gar nicht der Quartierpolizist, den man kaum ausserhalb seines
    Quartierpolizeiautos sieht und der nicht mal die Anhalteregel vor Fussgängerstreifen für Quartierkinder einhält.
    Alle interessieren sich nur für den reibungslosen Autobahnausfahrtverkehr auf der Schönbüelstrasse, der rund um die Uhr das Quartier überflutet und jegliches soziale Leben im Quartier zerstört insbesondere das der Kinder (s. öffentliche Kosten von Berg- und Talschulen).
    Kein Wunder verbringen darum die meisten Kinder ihre Freizeit nicht mehr zusammen auf Quartierstrassen, sondern in mit teurer Betreuung finanzierten Sportstätten, Musikschulen, Tagesschulen, Krippen oder vor dem Bildschirm zu Hause.

    Lieber investiert man hunderte Millionen für eine Durchmesserlinie, die von den angrenzenden Gemeindebewohner wohl kaum benutzt wird, weil ihre zersiedelten Einfamilienhäuser viel zu weit weg von der nächsten Haltestelle sind, statt für mehr sozialisierenden und volkswirtschaftlich billigen Freiraum insbesondere von Kindern.

    Die haben wenigsten eine Gemeindeversammlung, wir nicht mal eine Quartierversammlung geschweige denn eine Vertretung der Quartiere im Stadtparlament.

    Alle Verkehrsträger sind wichtig.
    Um jedoch einen Kleiderschrank von der Innenstadt nach hause zu transportieren, reicht ein Kurzzeitparkplatz für Be- und Entladung.
    Ich fahre jährlich ca. 3´000 km gesetzeskonform mit dem Velo auf Stadtgebiet, grösstenteils für den Arbeitsweg, weil ich u.a. den Verkehrsraum für das Funktionieren der Wirtschaft nicht unnötig einschränken will und dadurch keine Sportstätten oder krankenkassensubventionierte Fitnesscenter brauche und besonders auch keine fixkostenverursachende und arbeitplatzzerstörende Infrastukuktur durch den Staat.

    Die Schweiz funktioniert nur noch durch gute Steuerzahler aus dem Ausland. Auf Grund unser öffentlichen Festkosten sind wir schon lange nicht mehr konkurrenzfähig.

    Und dann gibt es noch „Volksvertreter“, die ständig unsere Infrastruktur, wie Strassen, Schiene, Plätze, Stadien etc. ausbauen wollen und uns dadurch immer mehr von Einnahmen im Ausland abhängig machen.
    Dabei sollten über 70´000 Stadtbewohner mehr als genug sein, um erfolgreich ein Gewerbe zu betreiben. Wir brauchen die Agglo nicht, wie auch keinen Kanton oder Bund.

    Bevor ich einen Bus benutze, stehe ich lieber eine halbe Stunde früher auf und gehe zu Fuss.
    Das gleiche könnte man auch vom auswärtigen Berufspendlerverkehr erwarten: bis spät abends in der durch stadtsteuerfranken subventionierten Innenstadt im Ausgang, dafür morgens länger liegen bleiben können, weil die Stadt mit Milliarden für genügend Verkehrsinfrastruktur bis zum Arbeitsplatz in der Innenstadt sorgt?
    Die Lösung liegt im kombinierten Verkehr. Wieso nicht den Agglogemeinden helfen einen Park&Ride-Parkplatz zu finanzieren statt in unserer Innenstadt?
    Die ständige Speckgürtelpolitik für Auswärtige finanziert durch Stadtbürger muss ein Ende haben. Entweder man zwingt sie durch Einheimischenrabatt, auch für Parkplätze und Strassenbenutzung, zur Fusion oder sie sollen selbst für genügend Arbeitsplätze, Einkaufsmöglichkeiten, Ausgangangebot in ihrer Gemeinde sorgen.
    Aber statt genügend attraktiven Wohnraum auch für den Mittelstand zu sorgen, setzt die Stadt voll auf den Steuerwettbewerb und versucht gute Steuerzahler anzuziehen, obwohl sie aufgrund ihrer Infrastrukturkosten gegen diese Birnen keine Chance hat.

    Und da gibt es noch u.v.a. städtische SVP-Parlamentarier die mit allen Mitteln das global einzig überlebensfähige System Föderalismus zerstören wollen.

    mfg

    Carlo Meyer

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