Richtplan

Die Richtplanänderungen der Spezialkommission sind leider für Wahl- und Stimmbürger (noch?) nicht einsehbar.
Zumindest hier nicht.

Wenn schon einer an diese „Geheiminformationen“ ran kommt, dann höchstens die Monopoltageszeitung „St. Galler Tagblatt“.
Da wird zwar vom Stadtrat vordergründig auf Transparenz gemacht, indem auf der städtischen Homepage die Mitwirkung der Bevölkerung angeboten wird. Aber auf den Richtplan hat das keinerlei Einfluss.
Transparenz nur fürs gute Gewissen von Stadträten?
Stellungnahmen der Quartiervereinen fehlen gänzlich.

Da wird zwischen den Parteien in dieser Kommission um einen Konsens um den Waltramsberg gerungen.
Es wird zwar auch in anderen Quartieren Naherholungsgebiet und Kinderfreiräume rücksichtlos verbaut. Aber niemand interessiert das.
Dort wohnt ja nur das Stimmvieh. Die wichtigen Personen des St. Galler Filzes wohnen im mit Aussicht und Naturnähe verwöhnten Rotmonten. Und nur für diese ist es eine Zumutung, dass deren Sonntagsspaziergang für ein paar Minuten durch Blick auf Gebäude statt auf freie Wiese eingeschränkt wird.
Wenn Talbewohner mitten im Kuchen neben dichtbefahrenen Strassen immer weiter gehen müssen um noch in die Natur zu gelangen ist das irrelevant.
Selbst die Jungen Grünen wissen, wem sie sich anbiedern müssen, um Wahlerfolg zu haben.

Aber dort dürfen es höchstens verdichtete Einfamilienhäuser sein (welch raumplanerischer Widersinn).
Schliesslich unterwirft sich die Stadt demütig dem von Kleinstgemeinden wie Mörschwil, Teufen und anderen Steuerparadiesen in der städtischen Region aber von der Stadt finanzierten und ihr aufgezwungenen Steuerwettbewerb um gute Steuerzahler.
Das Steuergesetz sieht Besteuerung am Lebensmittelspunkt vor. Dann sollen alle Leute dort besteuert werden, wo sie der  Allgemeinheit am meisten Kosten verursachen. Und das ist wohl nicht die geografische Lage des Bettes.
Da könnte ja die Stadt ja mal so „mutig“ sein und all den Einkommensmillionären in der Agglo, die dies in der und durch die Stadt finanzierten Infrastruktur erzielen, eine Einladung zur Steuerdeklaration zusenden.
Dann bräuchte es kein Fit13+ und der Steuerfuss der Stadt könnte mind. um 1/3 gesenkt werden, sodass diese lieber in der neuerstellten Hochhauswohnung über der Stadtautobahn weniger Steuern zahlen und halt mal einem Minderbemittelten Mitbürger begegnen, als vom Einfamilienhaus im Grünen per Auto direkt zu den Direktionsparkplätzen unter dem Bankenhochhaus in der Stadtmitte zu gelangen.
Aber denen gewährt man nicht nur das 5-er und das Weggli sondern alle 5-er und alle Wegglis: Wohnen direkt im Grünen, viel Ruhe, wenig Lärm, tiefer Steuerfuss, mehr kommunale Mitbestimmung, bestens ausgebaute Verkehrsinfrastruktur zum und gute Arbeitsplätze im Wirtschaftszentrum.
Der Richtplan zeigt keinerlei regionales grossräumiges Denken auf. Immer noch schafft man es kaum über den eigenen Tellerrand hinauszuschauen.

Dann hört man von Verdrängen der der Bewohner aus der Innenstadt wegen des Gewerbes.
Gewerbe ist für mich Lebensmittelläden, Kleiderläden, Bäcker, Coiffeur etc. Aber sicher nicht Immobilienverwalter, Banken-Fondmanager, Anwaltskanzleien, Versicherungen etc.
Diese verlagert man besser an den Stadtrand, in Industriequartiere auf Produktionsbetriebe, auf Einkaufszentren (Synergien bei der Parkplatzbenutzung), auf die Stadtautobahn etc.
Gleichzeitig nimmt man den Druck auf Wohnungen in der Innenstadt resp. machts sie für ein breitere Bewohnerschicht erschwinglich.
Ist auch verkehrstechnisch von Innen nach Aussen besser statt alles ins Zentrum hineinstopfen.

Sprüche wie, „Die Stadt ist gebaut“, hört man höchstens in Zürich. D.h. mit der heute vorhanden Fläche besser auskommen statt ständig überall am grünen Ring zu knabbern.
Und wenn wegen einer globalen Missernte für die städtische Bevölkerung kein auswärtige Nahrungsmittel mehr zur Verfügung stehen, fressen wir halt die Einfamilienhäuser am Waltramsberg.
Genau darum wurde im Mittelalter die Häuser so eng zusammengebaut.

Von Ansprüche wie Entwicklung zu einer sozialen Stadt, zu einer integrativen, zu einer nachhaltigen, zu einer energie- und ressourcenarmen, zu einer kinderentwicklungsfreundlichen etc. merkt man im Richtplan nichts und werden auch von keiner Partei eingefordert.
Aber die Parlamentssitzungen sind langweilig durch Schleimer, Einschmeichler, pseudokonsensualen Filzvertretern etc.
Kommissions- und Parlamentssitzungen machen mehr den Eindruck einer Gruppentherapie: wir sind ja alle so lieb und nett zueinander, und einander mal auf den Zehen treten ist undenkbar. Mal schauen ob die SP hier ihre neue Oppositionsrolle mal wahrnimmt. Von den Grünen und der SVP ist sowas schon gar nicht zu erwarten.

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