SP: Gute Schulen in der Stadt?

Blogkommentar auf huberblumer.ch

Bei Ihrer Argumentation geht es eigentlich um ein soziales Problem, dass eigentlich ins entsprechende Departement gehört und nicht wieder der Schule, den Lehrkräften und den Bildungsausgaben aufgebürdet werden sollte.
Ich finde es respektlos, dass alle sozialen Probleme unserer immer mehr anonymisierten Gesellschaft, die Kinder betreffen (die sozialste Menschengruppe), immer mehr einfach der Schule überlassen wird. Und das Sozialamt tut einfach so als ginge es das nichts an.
Die Schule mag ja der Ort sein, wo soziale Probleme auftreten, aber ist sicher nicht die Ursache.
Wieso sind Schulsozialarbeiter beim Schulamt angestellt und nicht beim Sozialamt?
Wo interessiert sich das Sozialamt für die Sozialisation von Kindern?
Fordert mehr kinderentwicklungsfreundliche Quartiere?
Wo werden departementsübergreifende Projekte für Stadtkinder entwickelt?

Ich bin für massiv mehr Ausgaben in der Elternbildung (Ostapje).

Die Bildungsausgaben werden wegen aufgebürdeten sozialer Ausgaben ständig massiv erhöht (wer ist schon gegen höhere Bildungsausgaben), hingegen die Sozialausgaben können weiter tief gehalten werden, um ja nicht den Anschein zu erwecken, dass unsere Gesellschaft tief asozial ist.
Man zahlt Steuern, akzeptiert hohe Lohnabzüge und kauft sich damit seiner soziale Eigen- und Mitverantwortung in seiner selbst gewählten sozialen Umgebung frei.
Hauptsache der Staat sorgt für direkten Zugang zur Tiefgarage, nahe öV-Haltestelle etc. damit man abhauen kann.
Für die soziale Integration von Kindern ist nur noch die Schule verantwortlich, nicht wie seit Jahrtausenden die Quartierstrasse und deren Anwohner.
Strassen sind bei uns nur noch zum Autofahren da.
Tagesschule, damit Autofahrer nicht wegen Kindern bremsen müssen?

Ich höre von vielen Eltern, dass sie statt subventionierten Tagesschulplätzen lieber die Subventionen direkt selbst erhalten möchten, zB in Form von höheren Kinderzulagen, dann müssten sie nicht arbeiten gehen.
Aber diese Wahlfreiheit haben nur noch Reichere.
Es wäre eigentlich eine Aufgabe des Staates, dass Kinder zu haben, nicht zu einem Armutsrisiko wird.
Arbeiten soll man für sich, weil man es will, und nicht weil man sich sonst Kinder nicht leisten kann.
Nach der Abstimmung vom 26. November 2006  Für gerechtere Familienzulagen, hat die Stadtverwaltung auf Kosten der Kinder ihrer Angestellten Millionen gespart, ohne dass sich irgendjemand dagegen gewehrt hätte.

Ich finde unsere St. Galler Schulen alles andere als gut zumindest aus Kindersicht.
Sie sind rückstandig, da extrem seperativ und kaum integrativ, obwohl wir die heterogenste Bevölkerung haben.
Landgemeinden in der Agglo integrieren selbst Kinder mit Downsyndrom in die „Regel“-klasse, auch wenn nur aus der Not, weil sie sonst wegen zu tiefen Schülerzahlen die Dorfschule schliessen müssten.

Da spricht man bei uns von teilautonomen Schulen, verbietet Homeschooling etc. weil die Schulen scheinbar noch der einzige Ort für Integration der Quartierkinder ist. Trotzdem gibt es noch Kleinklassen, Sonderschulen, Sprachheilschule etc. als wäre es schädlich, wenn alle Quartierkinder das Recht hätten in ihre Quartierschule zur Schule zu gehen.
Das Recht hätten in ihrer nahesten Schule aufgrund ihrer Ressourcen und Interessen bestmöglichst gebildet zu werden egal in welchem Quartier sie wohnen.
Das Beispiel des Sohnes von Stadtratskandidatin Adam und seiner Kindergartenumteilung sollte eigentlich Denkanstoss genug sein resp. andere wären schon längst in die Agglo gezogen.
Seit Jahrzehnten spricht man von Berg- und Talschulen und trotzdem fehlt immer noch der nötig Respekt vor Kindern, sie individuell in ihrer sozialen Umgebung zu beschulen.
Es gibt ja in der Stadt St. Gallen nicht mal eine integrative Oberstufe, wie es fast in allen Oberstufenschulen der Region z.T seit vielen Jahren die Regel ist.
Wieso gibt es in der Stadt keine Oberstufe, wo alle Kinder des Quartiers zur Schule gehen können, auch wenn sie in einem Fach Kleinklassenniveau haben dafür im anderen Fach Untergynasiumniveau?

Es braucht nicht unzähligen Schulreformen, sondern nur eine:
Für jedes Kind, egal ob schwerstbehindert oder hyperintelligent, das Maximum innerhalb der obligatorischen Schulzeit in seiner heterogenen sozialen Umgebung das Bestmögliche zu erreichen.

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