Warum ich u.v.a. Stadtpräsident Scheitlin nicht wählen kann

Stadtpräsident Scheitlin zieht in der Verwaltung klammheimlich immer mehr die Sparschraube an und streicht immer mehr Leistungen für die Stadtbewohner.
Weil er ständig als Kantonsratsmitglied fast alle kant. Sparvorschläge unterstützt hat und jetzt merkt, dass auch die Stadt davon betroffen ist? Wieso hat ein hauptamtlicher Stadtpräsident noch die Zeit, um sich um die Belange der Agglo zu kümmern, während es in der Stadt an allen Ecken und Enden lichterloh brennt?
Muss man sparen, weil die Einnahmen wegbrechen oder weil man es in den letzten Jahren verpasst hat, einen preiswerten und effizienten Service public für sein steuerzahlendes Wahlvolk anzubieten?

Vielfach ist man an seinem Arbeitsplatz, im Ausgang, beim Einkaufen mittels öV oder privaten motorisierten Individualverkehr schneller in der Innenstadt aus einer Agglogemeinde als von einem städtischen Aussenquartier.

Er fände zB. Mörschwil gut, aber als Stadtquartier von St. Gallen.
Was hat er in seiner 6-jährigen Amtszeit unternommen, um dieses Ziel zu erreichen? Hat er das Wohnen in der Stadt attraktiver gemacht als in Mörschwil? Wird zB die städtische Verkehrsfläche und Parkplätze mehr von steuergünstigen Agglos oder von den dieses finanzierenden Stadtbewohnern genutzt?

Als ich heute mit meinen Kindern (8 und 10 Jahre) mit dem Velo von den Weiheren nach hause gefahren bin, wurden wir auf der Rehetobelstrasse von mindestens 20 Autos überholt trotz überbreiten menschenleeren Trottoirs daneben (laut Gesetz müssen sich bereits 6-jährige auf der Strasse mit tonnenschweren alleinfahrenden Autos auseinandersetzen können). Ausser einem hatten alle AR-Nummernschilder. Dafür muss ich mir bei der Ankunft in unserem Stadtquartier von Nachbarn anhören, wie verwantwortungslos ich bin, mit so „kleinen“ Kindern in der Stadt Velo zu fahren. Bereits beim Hinauffahren auf der Dreilindenstrasse, werden wir ständig von Autos überholt. Sind ja so billig die Parkplatztarife beim Eichenweiher trotz Gratisbäderbus für alle.
Als Velofahrer, dem schnellsten und energieeffizientesten Verkehrsmittel (wie die meisten Bürger vor hundert Jahren während der Stickereiblüte, als St. Gallen noch mutig und innovativ war) ist man sichs ja heutzutage gewöhnt, seine Lungen auch diejenigen von Kindern beim endlosen Warten auf dem Schulweg am Fussgängerstreifen als Abgasfilter zur Verfügung zu stellen, besonders auch bei Lichtsignalanlagen, wo das gesetzlich vorgeschriebene Motorabstellen niemals kontrolliert wird.

Unsere Wohnquartierstrasse wird seit vielen Jahren als Autobahnzubringer für Appenzeller missbraucht. Viele Jahre musste ich (ich durfte auch) deswegen meine Kinder in den Kindergarten begleiten. Eine Arbeitsstelle konnte ich dadurch während dieser Zeit nicht antreten resp. ich galt gemäss RAV als unvermittelbar und erhielt darum auch keine ALV-Zahlungen trotz jahrelanger horrender Beitragszahlungen. Ob nun neuerdings gelbe TCS-Westen das richten werden?
Aber nachdem ich mehrmals Stadträte, -parlamentarier und Quartiervereinvorstände darauf hingewiesen habe, wurde diese Wohnquartierstrasse klammheimlich dem Kanton übergeben, dem das Fortkommen von quartierfremden motorisierten Individualverkehr aus „Sicherheitsgründen“ wichtiger sind als Kinder auf dem Kindsgiweg.

In der Stadt gilt: je verkehrsreicher eine Strasse desto höher der anwohnende Kinderanteil. Wenn halt die Kinder nicht genügend entwicklungsförderlichen Freiraum haben, dann wird halt im Kindergarten Hochdeutsch gesprochen, ein Heer an Schulsozialarbeitern, Schulpsychologen, schulische Heilpädagogen, Psychomotoriktherapeuten, Logopäden, Lehrerentlastungen, Brückenangebote, Sozialhilfe etc. auf Steuerbürgerkosten zur Verfügung gestellt.
Wenn nicht mal ein Stadtpräsident Scheitlin, der die Stadt als Kind erlebt und voll integriert ist, das nicht mal merkt, dann hat er den falschen Job.

Der Scherbenhaufen Marktplatzumgestaltung muss er zumindest teilweise auf seine Kappe nehmen. Ich glaube kaum, dass SP-Stadträtin Beéry für das Volks-Nein ausschlaggebende Verquickung von Marktplatzumgestaltung und Schibenertorgarage war.
Aber für Scheitlins und Konsortens „Dreck“  jetzt immer und überall geradestehen muss. Etwas mehr „Födle“ vor der Öffentlichkeit und weniger vordergründige Konsensualität zum Schutz ihrer zur Wiederwahl anstehenden Stadtratskollegen würde ich von der Bauamtsleiterin wenigstens vor ihrem Amtszeitende erwarten.

Da will der Kanton die Ausgleichszahlungen für die Zentrumskosten auf die Agglo umlagern. Diese wehren sich aber mit Händen und Füssen, weil sie glauben ein Wanderweg sei gleich teuer wie eine Stadtautostrasse, mit einem Nachtessen in der Stadt finanziert man seine Arbeitsplatzinfrastruktur etc.
Mehr für Landwirtschaft zur Eigenversorgung der Region bin ich als Städter bereit zu zahlen auch deutlich mehr als M-Budget, Aldi, Prix garantie oder Lidl aber nicht für Villen von regional unverwantwortlichen Wirtschaftsflüchtlingen aus Gründen der Steueroptimierung.
Schlussendlich werden diese kantonalen Kosten wegen dessen finanzieller Not gestrichen, weil im Kantonsrat die Agglo und nicht ihr Wirtschaftszentrum das Sagen hat.
Da werden auch die Unmengen Stunden, die unsere Stadträte für den Kantonsrat resp. die sie für die Erhaltung eines veralteten Föderalismus aufwenden, nichts helfen.
Ob so unser bereits überhohe Steuerfuss zu halten ist, ist mehr als unwahrscheinlich.
Mit der Finanz- und Steuer-(Steuern sind zum steuern da)politik von Scheitlin wird meiner Meinung nach unsere Stadt zugrunde gerichtet.
Es ist nicht Aufgabe der Stadt, den eidg. Föderalismus und mit ihm den Steuerwettbewerb am Leben zu erhalten.
Es ist die Aufgabe der Wirtschaftszentren für das Wohlergehen aller Bürger im Einzugsgebiet im globalen Markt bestehen zu können, besonders die Stadt St. Gallen, die kaum durch kantonale geschweige denn regionale Wirtschaftszentren entlastet wird.

Wäre nicht eine Stadt, ein Wirtschaftszentrum der Ort, wo die vorhanden Steuermittel am effizientesten eingesetzt wären?
Wieso hat also die Stadt weitherum den höchsten Steuerfuss?

Wie unsere Stadt auch in Zukunft im freudeidgenössischen föderalistischen Steuer- und Standortwettbewerb bestehen kann, wenn alle Reicheren ihr durch die Stadt ermöglichtes Einkommen weiterhin in der Agglo versteuern, kann ich mir nicht, aber hoffentlich Herr Scheitlin erklären.

Jede Anfragen aus dem Stadtparlament betreffend Einheimischenbevorzugung schmettert er ja seit Jahren ab.
Geht es in der städtischen Politik nur darum, der Agglo Tür und Tor zu öffnen (warum gabs mal ein Waaghaus?) mittels schweizerrekordverdächtigen Parkplatzangebot, mittels trotz immer noch im Richtplan aber nicht mehr favorisierter Südspange, aber plötzlicher Begeisterung für den vom Bund finanzierten Stadtautobahnausbau (Hauptsache der Bund finanziert die selbst verursachten lokalen Verkehrs- und andere Probleme und untergräbt damit den Föderalismus?).

Wir brauchen einen Stadtpräsidenten, der die Herausforderung durch Steuerwettwerb und Standortqualität zu Gunsten seiner Stadtbürger wahr nimmt ohne Rücksicht auf ausserkommunale Befindlichkeiten und Bedürfnisse.
Oder ist das Stadtratspräsidium für ihn nur Sprungbrett zu höheren „Weihen“.

Die Stadt, Stadtbürger und Stadtsteuerzahler zuerst!!!

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Eine Antwort zu Warum ich u.v.a. Stadtpräsident Scheitlin nicht wählen kann

  1. Markus schreibt:

    Stimme mit dir im wesentlichen überein. Völlig pervers ist dass umliegende Gemeinden z.B. noch ihren Einwohnern den Eintritt ins städtische Hallenbad verbilligen. Warum das in der Stadt nicht gehen sollte, weiss allein Herr Scheitlin

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