Sinnlose, teure Velolichtsignalanlagen: Mail an RR Haag:

Was ist der Nutzen von Lichtsignalanlagen für Velofahrer (z.B. auf der Splügenstrasse oder der Schönbüelstrasse in St. Gallen)?

Die Sicherheit spielt wohl kaum eine Rolle, denn wer sicher velofahren will, meidet diese Strassen resp. montiert die Velos der Familie auf dem Autodach und fährt in velofreundlichere Gegenden, damit ihre Kinder das am schulischen Velotag Gelernte auch mal nutzen können, wenn dies schon nicht vor ihrer eigenen Haustür möglich ist.

Wie die meisten Oberstufenschüler aus St. Gallen Südost in ihre Oberstufe auf der anderen Seite der Autobahn: diese benutzen für ihren Schulweg meist den Bus mit entsprechenden Mehrkosten für deren Eltern.
Für genügend Bewegung sorgen dann teure Turnstunden als Bildungsausgaben?

Welche Massnahmen trifft der Kanton, um auf seinen Strassen auf st.gallischem Stadtgebiet das Velofahren auch für darauf angewiesene Minderjährige zu ermöglichen (freie Wahl des Verkehrsmittels)?

Wann setzt der Kanton endlich auf das zumindest im Innerortsbereich ökonomisch effizienteste Fortbewegungsmittel Langsamverkehr?

Wenn die Nationalbank monatlich Hunderte Milliarden Franken Verluste durch Fremdwährungskäufen generiert (wer glaubt, dass sich der Euro wieder auf über 1.20 Fr. erholt, glaubt wohl auch an den Osterhasen), der Euro weniger als 80 Rappen wert ist, die Schweiz mehr als 500’000 Arbeitslose hat etc.?
Wie wird dann die Mobilität in unserem zersiedelten und von Steuerwettbewerb geprägten Kanton ermöglicht? (Besonders auch durch die Appenzellischen Kantone, die sich an den zukünftigen Zentrumslasten der Agglogemeinden nicht beteiligen müssen).

PS: ein Jerseyprofil an obigen Strassen zwischen Velostreifen und Autostrasse würden das Velofahren nicht nur sicherer, sondern auch attraktiver machen und wäre billiger für die Staatskasse (gewesen).
3-4 Mal vor Lichtsignalanlagen (grüne Welle nur für Autos) zwischen illegal laufenden Motoren (wird nie kontrolliert) und Abgasen (s. höchste Schadstoffbelastungen in unserem Kanton gemäss Ostluft: dort wo am meisten Menschen leben) zu warten, ist nur noch was für Idealisten oder sind das gemäss kantonaler Verkehrspolitik Extremisten (gemessen am für diese Fortbewegungsart investierten Volkseinkommen durch den Kanton)?

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2 Antworten zu Sinnlose, teure Velolichtsignalanlagen: Mail an RR Haag:

  1. Werner Lendenmann schreibt:

    Zu Ihrem Mail möchten wir uns wie folgt vernehmen lassen:

    Bei der Planung, dem Bau und Betrieb von Strassenanlagen legen wir grossen Wert auf die Gleichbehandlung sämtlicher Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern. Insbesondere bei den Belangen des Langsamverkehrs (Velo, Fussgänger) wurden in den letzten zwei Jahren vor allem aber zukünftig ein verstärktes Gewicht beigemessen. Diesbezüglich wurde im Tiefbauamt des Kantons St.Gallen eine eigene Sektion Langsamverkehr mit zwei Mitarbeitern aufgebaut. Zu Ihren Fragen im Einzelnen:

    Lichtsignalanlagen haben die Aufgabe, an verkehrsintensiven Knoten einen sicheren Ablauf unter höchst möglicher Leistung zu garantieren. Dabei gilt es das Gesamtsystem im Auge zu behalten. Insbesondere bei Querverbindungen mit Autobahnanschlüssen (Splügenstrasse und Schönbüelstrasse), welche hoch belastet sind, ist weiter darauf zu achten, dass der gesamte Verkehrsfluss nicht zum erliegen kommt. Rückstau auf die Autobahn kann sehr schnell zu schwersten Unfällen führen. Gleichzeitig soll aber auch der öffentliche Verkehr z.B. an den Knoten Zil, Martinsbrugg und St.Fiden bevorzugt behandelt werden. Aufgrund der aussergewöhnlichen Verhältnisse an verkehrsintensiven Knoten sind wir genötigt, Prioritäten zu setzen. Bei der Festlegung der Prioritäten steht die Verkehrssicherheit für alle Verkehrsteilnehmer an oberster Stelle. Im Rahmen des 16. Strassenbauprogrammes, welches ab 2014 bis 2018 läuft, wurden diverse Langsamverkehrsprojekte eingegeben. Unter Anderem ist im Bereich der Schönbüelstrasse ein separater Geh-Radweg eingegeben worden. Mit der Verlängerung in die Tablatstrasse und auf der anderen Seite in die Zilstrasse könnte eine attraktiver Nord-Südverbindung für den Langsamverkehr angeboten werden. Die Realisierung dieses Projektes ist aber von der Zustimmung des Kantonsrates abhängig. Ein weiteres Konzept wurde im Rahmen der Aggloprogramme in St.Gallen West (Säntispark, OBI-Markt, Knoten Russen bis Breitfeld bereits abgeschlossen. Dieses Konzept findet ebenfalls Eingang ins 16. Strassenbauprogramm.

    Des Weiteren sind wir zusammen mit dem Tiefbauamt der Stadt St.Gallen an einem Radverkehrskonzept für die Radverkehrsabwicklung auf den städtischen Hauptverkehrsachsen. Bis Ende 2012 werden die Bereiche Langgasse, Rorschacherstrasse und Zürcherstrasse abgeschlossen sein.

    Der von Ihnen gemachte Vorschlag bezüglich Jerseyprofile kann aufgrund der heutigen Breiten nicht einfach umgesetzt werden. Wir dürfen nicht vergessen, dass im Bereich der Hauptzubringer auf die Nationalstrasse der Schwerverkehrsanteil nicht unbedeutend ist. Die für den Schwerverkehr zur Verfügung stehenden Flächen resp. Strassenbreiten sind bereits heute nicht übermässig. Für das Aufstellen der Profile wird ein Platzbedarf benötigt, der heute nicht zur Verfügung steht resp. die bestehenden Spurbreiten unzulässig einschränken würde. Dies kann nicht im Sinne der Verkehrssicherheit sein.

    In Ihrem Schreiben sprechen Sie die Grüne Welle für den Individualverkehr resp. die fehlende Koordination der Lichtsignalanlagen für die Velos an. Wie eingangs erwähnt, befinden wir uns im Bereich der Zubringer zur Autobahn an verkehrsintensiven Punkten. Eine Koordination für den motorisierten Individualverkehr und gleichzeitig für den leichten Zweiradverkehr ist nicht möglich, da die beiden Fahrzeugtypen zu unterschiedliche Geschwindigkeitsniveaus aufweisen. Eine Koordination abgestützt auf die Velogeschwindigkeit würde die Leistungsfähigkeit der Knoten entlang der Schönbüelstrasse massiv einschränken. Im Zuge dieser Einschränkungen käme es zu vermehrten Staubildungen bis auf die Autobahn. Dieser Umstand kann aufgrund der dadurch entstehenden Gefahrenmomente nicht toleriert werden. Des Weiteren gilt es zu beachten, dass bereits heute keine gesamte Koordination über alle Knoten entlang der Schönbüelstrasse stattfindet. Wir arbeiten mit mikrokoordinierten Signalplänenen, welche jeweils zwei Anlagen umfassen. Eine Koordination über den gesamten Querverbindungsbereich würde teilweise zu unplausiblen Wartezeiten führen, welche kaum verstanden würden.

    Zusammenfassend möchten wir festhalten, dass Kanton und Stadt St.Gallen sich klar zum Langsamverkehr bekennen und etliche Projekte zur Verbesserung der heutigen Situation angestossen haben. Im Rahmen des 16. Strassenbauprogramm werden diese Projekte behandelt.

    Wir hoffen Ihnen mit dieser Antwort geholfen zu haben. Für weitere Fragen stehen wir gerne zur Verfügung.

    Freundliche Grüsse

    Werner Lendenmann
    Leiter Verkehrstechnik

    T +41 58 229 30 43
    werner.lendenmann@sg.ch
    http://www.sg.ch

    Kanton St.Gallen
    Baudepartement
    Tiefbauamt / Strasseninspektorat / Verkehrstechnik Lämmlisbrunnenstrasse 54
    9001 St.Gallen

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  2. gallenblog schreibt:

    Ist eine Frage der Prioritäten:
    Wenn man die Sicherheit von ortsfremden Berufspendlern höher gewichtet als die von einheimischen Schülern.

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