Mail an Kantonsrat und Stadtparlamentarier Etrit Hasler

Sehr geehrter Herr Kantonsrat und Stadtparlamentarier Hasler

Mit Ihrem Argument des Totschlagarguments könnten Sie jedes Argument tot schlagen.

Wenn die SVP wenigstens mit Verzicht auf den Kantonsbeitrag ans Stadtstgaller Naturmuseum gleichzeitig auch den Verzicht auf die Sparmassnahmen bei den ELs verbunden hätte.

Sicher ist in unserer Gesellschaft genügend Geld vorhanden, um problemlos beides finanzieren zu können.

Wollen Sie in einer Gesellschaft leben, wo 5% aller Bewohner 90% der Staatsausgaben finanzieren?

Ist das ein zukunftsfähiges, nachhaltiges und soziales Gesellschaftsmodell?

Muss ein Grossteil der Gesellschaft mittels Transferzahlungen unterstützt werden, damit sie in einer Umgebung, die nur noch auf den Zuzug von guten Steuerzahler ausgerichtet ist, sich noch sozial integrieren können?

Wenn schon die v.a. mittelständischen Haushalte und schlechter Verdienenden in der Stadt sich mittels Kantonssteuern und städtischen Steuern am Naturmuseum übermässig beteiligen müssen, während viele Einkommensmillionäre durch ihre städtischen Arbeitsplätze ihre Steuern nur in der Agglo AR bezahlen und wir Städter für diese noch Südspange, Zentrumsgarage, Kosten ihres Lärms, Abgasen, Gefahren auf Schulwegen etc. finanzieren, wenigstens billiger Zugang zu ihrer mehrheitlich selbst bezahlten Infrastruktur mittels zB. Gratis-Eintrittgutscheinen hätten.

mfg

carlo meyer
gallenblog.wordpress.com

Advertisements

Über gallenblog

gallenblog@gmail.com
Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

3 Antworten zu Mail an Kantonsrat und Stadtparlamentarier Etrit Hasler

  1. gallenblog schreibt:

    Mit teuren Mietwohnungen und attraktiven günstigen Eigentumswohnungen zieht die Stadt Reiche und Mobile an (s. Vogelherd Nord, Guggeien, Waltramsberg etc.). Die nachhaltigen dh. sesshaften guten Steuerzahler sind schon längst in der steuergünstigen Agglo.
    Die daraus resultierenden anonymen Stadtquartiere werden dann mittels öV-Ausbau ins anonyme ausgebaute Stadtzentrum gelockt statt ihr Wohnquartier mittels persönlicher Präsenz attraktiver zu machen.

    Gefällt mir

  2. gallenblog schreibt:

    PS: Seit der Veröffentlichen meines Beitrags über die Überbauung Guggeien https://gallenblog.wordpress.com/2012/02/14/uberbauung-guggeienhochst/ habe ich ca. 25% mehr Besucher meines Blogs.
    Grossmehrheitlich weil diese über die Google-Suche auf meine Seite gestossen sind (Guggeien +Wohnüberbauung oder Eigentumswohnung oder etc.)

    Wer also ein gutes Geschäft machen will, sichert sich Wohneigentum in der Neuüberbauung Guggeien und verkauft sie nachher für das Doppelte bis Dreifache.

    So privatisiert die Stadtregierung und die Mehrheit des Parlaments öffentliches Vermögen.

    Gefällt mir

  3. Etrit Hasler schreibt:

    Lieber Carlo Meyer,

    sie haben natürlich recht, und sie sprechen mir aus dem Herzen, wenn sie sagen, wir hätten genügend Geld, um beides zu finanzieren. Es wird in diesen Tagen immer wieder behauptet, die Zeiten seien schlecht und deswegen können man sich nun alles Mögliche nicht mehr leisten: einen Neubau für das Naturmuseum, unser Bildungswesen – so findet sich in der heutigen Ausgabe des Tagblatts ein doch sehr verwirrter Leserbrief, der behauptet, wir könnten uns die Sanierung des Kastanienhofs nicht leisten, weil wir gleichzeitig die Sparmassnahmen bei den EL ablehnen müssten.

    Was bei diesen Sparrufen immer vergessen wird, ist dass es nicht so ist, dass der Kanton St.Gallen in Schieflage geraten ist, weil die wirtschaftliche Entwicklung rückgängig wäre. Vielmehr ist es so, dass St.Gallen als einer der reichsten Kantone der Schweiz (gemessen am Eigenkapital) in den letzten vier Jahren aufgrund der massiven Steuersenkungen und der Weigerung, Steueroasen konsequent stillzulegen, also komplett selbstverschuldet in Finanznöte geraten ist. Die beiden Sparpakete sind nicht Folge der Wirtschaftslage, sondern der katastrophalen Finanzpolitik des rechtskonservativen Kantonsrats.

    Die Kürzungen bei den Ergänzungsleistumgen sind genau ein Ausdruck dieser Politik der himmelschreienden Ungerechtigkeit. Während wir den wohlhabenden Steuerzahlenden massive Steuergeschenke gemacht haben, sparen wir auf dem Rücken der Ärmsten und der sozial Schwächeren, auf dem Rücken der Studierenden und der Schülerinnen und Schüler.

    Mit dem Neubau des Naturmuseums hat das aber nicht sehr viel zu tun. Die Führung der städtischen Museen obliegt anders als früher der Stadt St.Gallem – im Austausch dazu hat der Kanton die Aufsicht und den grösseren Anteil der Kosten bei Konzert und Theater (Tonhalle/Stadttheater) übernommen. Das entbindet den Kanton trotzdem nicht seiner Verantwortung, sich an den Baukosten zu beteiligen. Der Hauptanteil der Kosten liegt jedoch bei der Stadt.

    Die Geschichte mit der Überbauung Guggeien ist etwas komplexer als sie das hier darstellen, allerdings sind wir uns wohl auch da zu weiten Teilen einig. Die SP/JuSo/PFG-Fraktion war in dieser Frage gespalten, ich selber gehörte zu einem Teil, der die Überbauung ablehnte – ich hätte mir eine Abgabe an eine Wohnbaugenossenschaft oder zumindest eine Abgabe im Baurecht gewünscht, aber ein Verkauf von städtischem Boden kommt für mich mit der räumlichen Situation in St.Gallen praktisch nie in Frage.

    Ich danke Ihnen für ihr Interesse – angesichts der Mehrheitsverhältnisse im Kantonsrat hat meine Fraktion (SP und Grüne) nur wenige Chancen, allein etwas zu verändern in den nächsten vier Jahren. Dazu sind wir auf die Unterstützung von wachen, politisch denkenden Menschen wie Ihnen angewiesen.

    Liebe Grüsse,

    Etrit

    Gefällt mir

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s