Energiestadt St. Gallen?

Die Stadt nennt sich vollmundig Energiestadt und will sogar noch vorbildliche Energiemessestadt werden.
Aber ausser ein paar Lippenbekenntnissen von politisch Verantwortlichen, wie die Energiesituation in Zukunft und weit nach deren Ableben aussehen soll, ist nichts.

Oder wie es NR Mörgeli sagt: „Ich will nicht mehr mit der Kreditkarte meiner Kinder bezahlen.“, wenn er sich selbst daran halten würde.
Es sind kommende Generationen, die mit einschneidenden Massnahmen leben müssen, der heutigen nur an Wachstum gewöhnten, bestimmenden Generation ist das scheinbar nicht zuzumuten.

Scheinbar soll die Stadtbevölkerung sich nur noch zu Fuss, mit Velo, öV oder autogeteilten E-Mobils fortbewegen.
Trotzdem werden alle Stadtstrassen voll von schlecht genutzten, energieverschwenderischen und gefährlichen Fahrzeugen sein, weil wir mittels Ausbau der Zufahrtstrassen und Tiefgaragen in der Stadt immer noch allen Auswärtigen freie Fahrt auf stadtfinanziertem Verkehrsraum ermöglichen.
Oder gibts nur noch Zugang zur Stadt, wenn die Energieetikette des Verkehrsmittels städtischen Ansprüchen genügt, wie es zB jetzt bei den Taxis diskutiert wird?

Wann werden die Weichen für eine autarke Energiepolitik der Stadt gestellt? Erst nach Rücktritt/Abwahl des jetzigen Energiedirektors?

Gibt es Windkraftanlagen an optimalen Orten wie Rathaus, Fachhochschule oder Bundesgericht? (entweder ist es in St. Gallen wolkenlos schön oder windig).
Werden auf städtischen Gebäuden wie die scheinbar jährlich zu sanierenden Schulen, auch wenn wieder auf Kosten der Bildungsausgaben, neu mit innovativen Fassadensolarzellen aus Schweizer Produktion bestückt?
Hat jemand schon einen Stadtwerksangestellten zu Fuss, mit dem Velo, im Bus, oder in einem Elektromobil während der Arbeitszeit gesehen?
Die stellen ihre Fahrzeuge prominent mitten auf Schulwegtrottoirs ab, sind alleine in SWSG-Vans zum Mittagessen nach hause unterwegs, stellen den Motor ihres mit SWSG angeschriebenen Fahrzeugs gemäss Gesetz vor Lichtsignalen nie ab, selbst wenn dahinter ein Velofahrer in 2 m Distanz vom Auspuff wartet oder Kindergärtner vor dem Fussgängerstreifen für grün anstehen.
Nichts gegen mehr Lohn oder zumindest gleichen Ferienanspruch wie in der Privatwirtschaft für Stadtangestellte, dann sollen sie sich aber auch vorbildlicher verhalten.
Wer täglich allein im Auto in die Stadt zur Arbeit kommt, sollte nicht mehr bei der Stadtverwaltung beschäftigt werden, ausser er braucht sein Fahrzeug zur Berufsausübung.

Der Coole in der Schule ist derjenige, der während der Frühlingsferien nach Florida jettet, über die Auffahrtsferien einen Städteflug nach Paris macht, vom Papi mit dem neuen Sportwagen in die Pfadi chauffiert wird, das neueste IPhone aus chinesischer Produktion bei 200 Fr. Lohn/Monat und einem Tag frei pro Monat besitzt.
Wer aber „nur“ eine Velotour in der Region unternimmt und damit zufrieden ist, wird ausgelacht, ausgeschlossen und gemobbt.
Aber es sind erstere, die am 1. August die grössten Schweizer Fahnen raushängen, die lautesten Schweizerkracher zünden, christliche Werte gegen alles verteidigen, ihre uneinvorgenommenen Kinder zum Religionsunterricht zwingen und trotzdem ihre Werte durch ihr Verhalten mit Füssen treten.

Dann wird noch die Versorgung mit klimaerwärmendem, wertfremden, auslandabhängigen Gas mittels Dutzender Millionen gefördert (Wieso auch noch Gas? , Gas für eine ganze Stadt)

Im reichhaltigen Angebot an Wohneigentum in Italien muss neuerdings bei jedem noch so kleinen Verkaufsinserat die Energieeffizienzklasse des Gebäudes ausgewiesen werden.
Da ist plötzlich eine zugige Wohnung viel weniger wert oder ein gut gedämmtes Einfamilienhaus mit eigener Windturbine deutlich mehr.
Dort muss sich nun jeder Eigenheimbesitzer fragen, ob es sich für einen Verkaufsmehrwert lohnt in mehr Energieeffizienz zu investieren.
So viel Eigenverantwortung ist scheinbar dem bequemen Schweizer Volk nicht zuzumuten, weshalb sie lieber mittels planwirtschaftlichen Arbeitsbestrafungs(Einkommens-)steuern in den Genuss von herkunftsfremden Subventionen kommen statt einen energiebewussten Lebensstil mittels Verschwendungssteuer zu fördern.

Wie in vielen Bereichen auch braucht es hier eine Trennung von Privatbedürfnis und Wirtschaftsbedarf.
Der Staat hat für die Infrastuktur zum Funktionieren unserer Wirtschaft zu sorgen.
Alles andere ist Eigenverantwortung der Gemeinde, des Quartiers, der Wohnüberbauung und des privaten Selbstverursachers.

Aber wo bliebe die Rendite unserer Energieproduzenten, die mehrheitlich in fragwürdig demokratischen Besitz von Gemeinden und Kanton sind, deren Dividende für steuersenkungswütige Politiker missbraucht wird, wenn jeder auf seinem Hausdach seine eigene Energie selbst produzieren würde?
Wieso wurde die seit Jahrzehnten versprochene Strommarktliberalsierung in unserem „freiheitlichen“ Land immer noch nicht umgesetzt? Weil der Schweizer bevormundet werden muss und Eigenverantwortung für ihn eine Zumutung ist resp. dafür zu bequem oder zu reich ist?

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