Neugestaltung Bahnhofplatz: Braucht es eine Verlängerung der Personenunterführung?

Kommentar zum Stadtblog Neugestaltung Bahnhofplatz: Braucht es eine Verlängerung der Personenunterführung?:

Ich bin froh, dass die Bauverwaltung die verlängerte Unterführung verworfen hat.

Wenn ich in geschlossenen, mit dem gleichen Einkaufsfeeling unterirdischer Räume einkaufen will, gehe ich ins Einkaufszentrum und nicht in die Innenstadt.

Aber scheinbar ist die Hoffnung auf durchgehende Öffnungszeiten in Untergrundgeschäften grösser als das Zusammenleben in der selbst gewählten sozialen Umgebung.

Wenn ich am Bahnhofplatz stehe und zB Richtung Neudorf will, gibt es unzählige Möglichkeiten. Nur sind diese an diversen Haltestellen verteilt, sodass ich die nächstmögliche und schnellste Verbindung garantiert verpasse.

Wieso wird nicht nur EIN öV-Trassee durch den Bahnhofplatz geführt von der Kreuzung Bahnhofplatz/Kornhausstrasse bis zum Gaiserbahnhof.
Auf der Südseite Richtung Westen und auf der anderen Trasseeseite Richtung Osten.
Dann müssten Fussgänger nur eine Strasse überqueren.

Zudem hätte es auch auf der Nordseite des Bahnhofs inkl.unnötigem 4-spurigem Unterem Graben noch genügend Platz für den öV-Innenstadt-Durchgangsverkehr, wenn nicht der MIV prioritär behandelt würde (mehr Mut zum Stau, wenn auch bis auf die Fehlplanung Stadtautobahn).

Solange aber das ineffizienteste und daher unwirtschaftlichste Verkehrsmittel in der Stadt (privat alleine im 5-plätzigen Auto) immer noch oberste Priorität geniesst, als würde dieses mehr Steuereinnahmen generieren als der Stadt alleinig zu tragende Kosten verursachen, werden die Hunderte Millionen teuren Platzverschönerungen zu kaum einem Mehrwert (dh. sinkender Steuerbelastung und mehr Wohnortqualität) für Stadtbürger führen.

Gemäss Föderalismus ist die Stadtverwaltung nur ihrem Wahlvolk gegenüber verantwortlich. Den Verkehr und anderen Belastungen, die Auswärtige bei uns verursachen (zB Südspange für die Bewältigung des Verkehrs aus dem Appenzellischen), braucht sie nicht zu kümmern, sondern das ist Kantons- oder zumindest Bundesaufgabe.

Wir brauchen eine Stadt für die Stadtbevölkerung ausser die Agglo (Speckgürtelgemeinden – und Kantone) sind bereit dies mitzufinanzieren, weil auch sie einen Nutzen von einem starken Zentrum in ihrer Region hat (wie es kaum eines ähnlich Prominentes wie die Stadt St. Gallen in der Ostschweiz im Rest der Schweiz gibt).

Ohne starke Stadt St. Gallen keine starke Ostschweiz auch wenn diese Stärke bis jetzt nur durch städtische Bewohner finanziert werden muss und durch diese hohe Belastung an Attraktivität verliert.

Aber solange die Stadt St. Gallen nicht der billigste Wohn-, Arbeits- und Wirtschaftsort ist, ist nicht jeder ausgegebene Franken in der Stadt auch am effektivsten investiert.

Föderalismus funktioniert nur durch seine in ihrem Einflussbereich gelebten Marktwirtschaft; sonst ist es Kommunismus.

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