…dass die Stärke des Volkes sich misst am Wohl der Schwachen

dies ein Teil der Präambel unserer Bundesverfassung.

Unter der Präambel sollten alle Verfassungsartikel, alle Gesetze, alle Verordnungen stehen.

Aber wird das noch gelebt?

Neben der allseits akzeptierten unwürdigen Prositution von Sozialkassenbezügern bei Ämtern ist der Alltag auf unseren Strassen das beste Beispiel, dass sich die Stärkeren um das Wohlbefinden der Schwächeren überhaupt nicht interessieren.

Ein Auszug aus meinen Kommentaren zu diversen Blogartikeln:

Ich bin der Meinung, dass jeder der sich hinter das Steuer eines Autos setzt, sich den Gefahren, die er für Schwächere dh Dritten verursacht, bewusst sein sollte.

Wie selbstverständlich trotzdem das immense Gefahrenpotential Auto benutzt wird, stimmt mich auch im Hinblick auf den letzten Teil der Präambel unserer Bundesverfassung, worauf zumindest jeder Gewählte schwören muss, äusserst nachdenklich für den Zustand unserer Gesellschaft.

Etwas mehr „Law and Order“ wie sie die SVP vertritt, kann man in gewissen Bereichen für das bessere Zusammenleben in unserem Land sicher nicht verneinen.

Dass aber die Gefährdung von Nichtgefahrenverursachern (Kindern, Gehbehinderten, Velofahrenr, Pflegeheimbewohnern etc.)
einfach so als Kollateralschaden einer vermeintlich wirtschaftlichen Entwicklung auf Kosten der Anonymisierung unserer Gesellschaft hingenommen wird, ist für mich extrem stossend und ein Armutszeugnis nicht nur diese Partei sondern unserer ganzen Gesellschaft allgemein.

Der massgebende Unterschied ist das Ausmass der Fremdgefährdung.

Die Gefahren durch Autos sind keine Tatsache in Sinne von Naturgewalten, sondern von der Mehrheit auf Kosten von Minderheiten (zB Kindern auf dem Schulweg) erzwungen.

Während die Sicherheit von Autofahrer massiv aufgerüstet wurde, sind Fussgänger weiterhin ungeschützt.
Wer kauft heutzutage ein Auto ohne Sicherheitsgurt, Airbag, Knautschzone etc.
Autofahrer fordern für sich immens mehr Sicherheit, als sie Fussgängern zugestehen.

Dass man Fussgänger von der Strasse an deren Rand gedrängt hat, zeigt, welcher Verkehrsträger mehr Prorität in unserer Gesellschaft hat, obwohl Autos mit grotesker Ineffizienz (besonders inkl. Anhalteweg) die vorhandene Verkehrsfläche nutzen.

Wenn man auf die Benutzer der Strassen schaut, scheint mir die grosse Mehrheit unserer Gesellschaft ist SVP-Wähler.
Welche Partei sonst bekämpft jede sicherheitsrelevante Massnahme, die Autofahrer betrifft.

Menschen sollten zumindest vernunftbegabte Wesen sein und die Auswirkungen ihres Verhaltens abschätzen oder wenigstens selbst verantworten können müssen.

Autofahrer können sich auf milliardenteuren Autobahnen austoben. Wo schwächere Verkehrsteilnehmer sind sollen sie sich diesen anpassen, sei es Schritttempo innerorts.

Ansonsten könnte ja jeder mit einem Verkehrsflugzeug in Bürohochhäuser fliegen.

Wieso hat es dort, wo am meisten schwächere Verkehrsteilnehmer leben am meisten Verkehrslärm, Verkehrsgefahren, Abgase, Ausländer und andere sozial Randständige, ist die Gesellschaft am anonymsten?

Autos zulassen, wo sich Menschen aufhalten ist Terrorismus.

Die Anzahl durch den Autoverkehr verursachten Toten und Verletzten in den letzten 100 Jahren ist grösser als in allen Kriegen weltweit.

Kaufen wir neue Mititärjets, mit denen wir weniger Menschenleben schützen als im Strassenverkehr dahingerafft werden.

Krieg findet in unserem Land auf den Strassen statt.

Unsere Strassen sind nicht nur überfüllt von Möchtegern-SVP-Wählern, sondern auch von Klimaerwärmungsleugnern, Anti-Föderalisten, Unterstützer von erdölexportierenden totalitären Schariadiktaturen, Asozialen (allein im 5-plätzigen Auto), AKW-Fans (je mehr verschwendbare Energie desto besser), Selbstbestimmungsrechtsgegnern (Auslandabhängigkeit) etc.

Lieber soll der Staat (die Fussgängerstreifen sicherer machen oder gar aufheben), die Fussgänger (mit blinkenden Leuchtwesten in den Ausgang oder aufs sichere Auto umsteigen) etc. statt dass man endlich mal Eigenverantwortung übernimmt und auf jede nicht dringend notwendige Autofahrt aus oben genannten moralischen Gründen verzichtet.

Die hohen Treibstoffabgaben dienen dabei als Gutmenschenargument.

Gemäss CO2-Gesetz soll man statt in der Wohnung heizen lieber ins Autos setzen und sich per CO2-abgabefreier Abwärme des Automotors aufwärmen.

Wenn man kein Menschenleben auf dem Gewissen haben will, dann soll man es auch nicht unnötig gefährden.
Ausser psychisch Kranken geht keiner mit geladener Waffe und Finger am Abzug in Menschenansammlungen.

Über 50% aller Haushalte in unseren grösseren Städten haben kein Auto, müssen aber die Gefahren, die meist von Autos von Auswärtigen verursacht werden, einfach ertragen?

Nur weil unser Land gemäss BV die Landkantone statt den Föderalismus fördert, müssen sich Leute, die sich eigentlich sozialpolitisch vorbildlich, nachhaltig, energiepolitisch korrekt, selbstbestimmt, eigenverantwortlich verhalten etc. nicht in ihrer Lebensweise durch gesellschaftlich als unkorrekt Eingestufte eingeschränkt werden.

Menschen über den Haufen fahren ist heutzutage Alltag und kann darum jedem passieren (weil die Mehrheit Auto fährt). Darum machen sich Täter kaum ein schlechtes Gewissen, weil sie sich nicht als Täter, sondern auch als Opfer fühlen (warum gerade mir?).

Lieber finanziert die Allgemeinheit Krippenplätze, Tagesschulen, Sportvereine, Fette-Kinder-Programme statt dass wir den Kindern die für ihre natürliche soziale und motorische Entwicklung dringend notwendigen Freiräume zur Verfügung stellen.

Lieber richten wir ihnen einen Facebook-Account ein, finanzieren ihnen ein Handy etc. für den Kontakt mit Gleichaltrigen statt dass sie sich unabhängig mit ihren Freunden auf Quartier- und Dorfstrassen treffen können.

Eine Wohnung mit direkten Zugang zur Tiefgarage lässt sich teurer verkaufen als eine in kinderfreundlicher Umgebung.

Dafür zügeln Eltern lieber in die vermeintlich kinderentwicklungsförderlichere Agglomeration und chauffieren dann ihre Kinder per Auto in städtische Sportclubs, Hallenbäder, Vereine, Horte etc.

Privat ein Auto zu benutzen, zeigt nur die Respektlosigkeit vor den Bedürfnissen der Mitmenschen.
Aber für das gute soziale Gewissen lassen wir uns „gerne“ immer mehr vom Lohn für unsere Opportunitätskosten abziehen

Nur weil jeder Tubel mit seinen Kindern heutzutage in einem tonnenschweren Vehikel mit Sicherheitsgurten, Airbag, Sicherheitskindersitz, Knautschzone etc. hockt, ist noch lange keine Indiz, dass unsere Strassen sicherer geworden sind.

Genauso könnte man alle Bewohner in einen Atombunker verfrachten und sich dann brüsten, dass auf unseren Strassen keine Unfälle mehr passieren.

Die Strassen sind sicher geworden,
weil unsere Behörden eine massive Reglementierungsdichte auf Strassen schaffen mussten,
weil die Autos sicherheitstechnisch massiv aufgerüstet haben,
weil sich die Anzahl schwächerer Verkehrsteilnehmer massiv reduziert hat.

Für wen sind unsere Strassen sicherer geworden?

Für die Sicherheit für Autofahrern vor Rasern wird sogar mehr Aufwand betrieben. (s. Raserinitiative)

Wer vor einem Fussgängerstreifen mit wartenden Kinder wie in der Fahrstunde gelernt keine Bremsbereitschaft macht, ist für mich trotz seiner korrekten 50km/h mehr Raser als einer mit 200km/h nachts um 3 auf der Autobahn.

Wer den Dreck verursacht soll ihn auch selbst wegputzen.

Es ist scheinbar in unserem Land nicht mehr selbstverständlich, dass derjenige, der den Lärm, die Abgase, die Gefahren, den Abfall etc. verursacht auch selbst beseitigt.

Wann kommt die Forderung, dass die Scheisse, die mir nach dem Stuhlgang noch am Arsch klebt, von der Allgemeinheit der Scheisser weggeputzt wird?

Das Verursacherprinzip ist strikte anzuwenden.

Wer die Gefahr verursacht(hier durch die kinetische Energie des Fortbewegungsmittels)​, soll auch vollumfänglich für die Reduzierung der Gefahr sorgen.

Wir leben in einem Rechtsstaat, wo das selbstverständlich sein sollte.

Ich musste schon beim Schulleiter antraben, weil ich als scheinbar unverantwortlicher Vater meine Kinder zu Fuss über eine Autobahnzubringerstra​sse in die Schule schickte statt sie mit dem Auto zu fahren.

Als verantwortungsbewusst​er Vater begleite ich meine Kinder lieber tagtäglich 4 mal auf ihrem Schulweg.

Auch wenn das für mich bedeutet, dass mich mein Arbeitgeber nicht mehr brauchen kann, weil ich nicht schon um 8.00 Uhr am Arbeitsplatz sein kann und schon um 11.30 wieder gehen muss.

Dann leb ich halt von der ALV, obwohl ich wegen meines Verantwortungsbewusst​seins für meine selbst gewollten Kinder nicht mehr vermittelbar bin und nun mit dem Existenzminimum (wie auch meine Kinder) leben muss.

Danke Föderalismus, danke Verkehrspolitiker, dass meine Kinder nichts mehr Rechtes zu essen haben, keinen Verein oder Musikunterricht mehr besuchen können.
Hauptsache unsere Wohnquartierstrasse, die der Kanton zum Autobahnzubringer umfunktioniert hat, ist voll mit Quartierfremden.

Ic​h dachte bei uns zählt der Föderalismus noch.

Wenn ich mit meiner Familie auf dem Velo unterwegs bin, müssen wir brav hintereinander, ohne ein Wort miteinander wechseln zu können, fahren, damit 4 von 5 Alleinautofahrern bei ihrer Freizeitfahrt genügend Verkehrsfläche zur Verfügung haben?

Wo wird eine effizienzte Nutzung unserer Strassen in Bezug auf Gefahrenverursachung, Flächenbeanspruchung, Lärm- und Abgasverursachung, Energieverbrauch etc. gefordert.
Dann soll bitte wieder der Staat mittels Arbeitsbestrafungssteuern einspringen.

Auf den Strassen scheinen selbst Grünliberale ihr freies Marktschaftsmäntelchen gegen totalitäre Planwirtschaft sowjetischen Musters auszutauschen.

Was sind das für Grünliberale, die gegen Atomausstieg, für subventionierte Alternativenergien etc. sind, aber die Energieverschwendung von Fahrzeugen mit lächerlichem Wirkungsgrad in allen Belangen verteidigen?

Arme Gesellschaft, die fordert, dass sich Schwächere den Starken anzupassen haben (s. letzter Abschnitt der Präambel unserer Bundesverfassung).

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