Pauschalsteuern

Ich finde es auch schön und richtig, dass Reiche die Hauptlast der Steuern tragen.
Jedoch jemand, der 200´000 Fr. pro Jahr für sich allein verdient und die Hälfte an den Staat abgeben muss, ist dann trotzdem noch immer immens reicher, freier und selbstbestimmter als derjenige, der mit 50´000 Fr. ein ganze Familie unterhalten und „nur“ ein Zehntel an die Allgemeinheit abgeben muss und dafür trotzdem noch staatsabhängig sein muss, um sozial integriert zu bleiben.

Trotzdem oder auch aus diesem Grund bin ich gegen Pauschalsteuern insbesondere für sozialfremde und nicht integrationswillige (-fähige) ausländische Millionäre.


Erstens
sind die Steuern für Reiche in der Schweiz besonders auch im internationalen Vergleich schon sehr tief. Hinzu kommt aber noch unsere sehr hohe Lebensqualität.
In welcher Steueroase sonst kann ein Promi/Reicher so ein normales Leben führen wie in der Schweiz?

Zweitens ist das ständige Geifern nach guten Steuernzahlern nicht nur kontraproduktiv sondern auch in keinster Weise nachhaltig.
Da werden Gemeindeplätze verschönert, Bauland für Luxuswohnungen/Einfamilienhäuser eingezont, Kulturbetriebe unterstützt, Überwachungsanlagen installiert, Rundumbetreuung von Kindern organisiert, ständig das Polizeicorps wegen Unsicherheitsgefühl der Bevölkerung aufgestockt (schnell über den Fussgängerstreifen wegen auf der Gegenseite wartendem Bus oder mit dem Velo zum Arbeitsplatz (urbanes Lebensgefühl) ist ungemein gefährlicher; Pedibus statt sicherere Schulwege (wann sieht man Polizisten bei Strassenübergängen auf Schulwegen?) ist genauso ein soziales Armutszeugnis und eine Respektlosigkeit gegenüber einer Bevölkerungsgruppe der Stadtverwaltung) etc. usw. usf.
Und das alles nur um gute Steuerzahler anzuziehen?
Dafür werden günstige Mietwohnungen abgerissen und durch riesige Luxuswohnungen ersetzt, die Mieten angrenzender Häuser steigen bei jedem Mieterwechsel massiv, Eigentumswohnungen von langjährigen Bewohnern werden extrem höher geschätzt.
Leute ziehen in der Nachbarschaft ein, die kaum zu hause sind (irgendwann müssen diese die hohen Mieten und Eigenmietwerte verdienen), die in ihrer wenigen Freizeit lieber Rampazamba in der Innenstadt erleben wollen und keinerlei Interesse für das soziale Leben in ihrem Wohnquartier haben und immer mehr Anonymität mit entsprechenden sozialen und damit Sicherheitskosten verursachen.

Die teuersten und schönsten Wohnungen/Häuser an den besten Lagen werden in der Schweiz (aber nicht nur hier) am wenigsten genutzt.

Der Mittelstand ist dafür gezwungen in die noch billigere Agglomeration zu ziehen und dafür täglich in die Stadt zum Arbeiten, Einkaufen, Ärzte, Ausgang, Bibliotheken  etc. zu pendeln mit entsprechend ausufernden Kosten der Verkehrsinfrastruktur und entsprechender Lebensqualitätsverarmung dieser Gemeinden, die dann zusätzlich mittels Finanzausgleich am Leben erhalten werden müssen.

Je reicher desto mobiler.
Sinken die Einnahmen und der Staat muss sparen, ziehen diese schnell weg und das Rückgrat der Gesellschaft, auf der eine nachhaltige Steuerpolitik aufgebaut werden muss, bleibt ein möglichst breiter und möglichst eigenverantwortlicher Mittelstand, falls dann noch vorhanden.
Steuerwettbewerb senkt zwar die Kosten der öffentlichen Hand, zerstört aber die Gesellschaft (was schlussendlich viel höhere Kosten verursacht als eingespart wurde).

Die nicht mehr konkurrenzfähigen hohen pro-Kopf-Ausgaben unseres Staates können nur noch mittels immer höheren Steuereinnahmen finanziert werden, was uns zur „Prostitution“ zwingt (Hauptsache das Geld ist in der Schweiz egal von welche Quelle)  und wofür man sich im Ausland schämen muss zuzugeben Schweizer zu sein.

Sieht man den Zustand unserer wichtigsten Handelspartner (1. Deutschland, 2. Italien, 3. Frankreich), dann merkt man, dass der Wohlstand unseres Landes auf tönernen Füssen steht und an einem seidenen Faden hängt.

Je früher wir lernen mit den Ressourcen auszukommen, die unser Land/Kanton/Region/Gemeinde bietet resp. erwirtschaftet, desto eher sind wir auch noch in Zukunft fähig, ein freiheitliches und selbstbestimmtes Leben zu führen.

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