Wieso auch noch Gas?

Neukonzeption der Gasversorgung

Wir haben bereits ein Fernwärmenetz, subventioniert durch Abfallgebühren und mangelnde Abfalltrennung (Bsp. trennbarer Plastikabfall, der den überdimensionierten Abfallverbrennungsanlagen zu hoher Energieleistung verhilft; eigentlich sollten die Stadtwerke für unseren Abfall=Brennstoff etwas bezahlen müssen).

Zudem wurde von der Stadtbevölkerung ein fast 100 Millionen teures Geothermiekraftwerk bewilligt.

Immer mehr Gebäude werden energetisch saniert, viele Private installieren solarthermische Anlagen, auf eigenem Grund Geothermieanlagen, Holzschnitzelheizungen, Verstromung der Bioabfälle wie Haushaltskompost und Gülle etc. etc.
Zudem ist wegen der Klimaveränderung mit immer weniger energieintensiven Heizperioden zu rechnen.

Da frag ich mich, wieso es nun eine 27-Millionen-Investition durch städtische Steuerzahler in nicht nachhaltige Energieform noch braucht.

Die Heizkosten werden in den meisten Wohnungen nicht verursachergerecht verrechnet, sondern nach Anzahl Personen in der Wohnung, nach Wohnungsgrösse, oder gleichmässig auf alle Wohnungen verteilt, aber nicht nach persönlichem Verbrauch.
Und wenn man dann eine „individuelle Heizkostenabrechnung“ erhält, ist die maximal zu 60% nach eigenem Wärmebedarf abgerechnet, obwohl ein teurer Wärmeenergiemesser in der Wohnung installiert wurde.
Mit wenigstens 40% der Heizkosten des Hauses muss immer noch das Verhalten derjenigen Verschwender im eigenen Haus mitfinanziert werden, die auch im Winter wegen Bodenheizung immer barfuss in der Wohnung rumlaufen wollen, die auch bei Minusgraden draussen drinnen im T-Shirt rumhängen wollen (aber wenns draussen 16 Grad ist, sieht man sie schon im Minirock, im Kurzarmhemd oder in den Badehosen in den Weihern rumliegen), trotz ihrer Abwesenheit den ganzen Tag die Wohnung auf 23 Grad heizen (schliesslich will mans am Feierabend warm haben) etc.

Wieder mal wird mit zusätzlicher Energie nur die Verschwender subventioniert.
Zudem erhöht Gasverbrauch unsere ausländische Abhängigkeit, den Klimawandel (das scheint bei Politikern zur Zeit kein Thema zu sein), und erhöhtem Risiko wegen unsachgemässem Verhalten mit diesem explosiven Stoff bei Privatliegenschaften.

Dass unser städtisches Parlament hier wieder einstimmig!!! ja sagt, zeugt nicht gerade von kritischem Verhalten, innovativen Vorstellungen, alternativen Lebensstilen etc. dieser Mitglieder.
Sondern macht eher Anschein nach Vetterliwirtschaft. In anderen Ländern würde man aufgrund dieser kritiklosen Zustimmung Mafia oder Korruption vermuten.

Die Stadt muss lernen mit den Ressourcen auszukommen, die sie auf ihrem Gebiet zur Verfügung hat.
Anderes wie zB Lebensmittelproduktion (aber auch für viele ander Produkte) für die einheimische Bevölkerung, kann man immer noch mittels auflagenarmen mobilen Marktständen an Quartierplätzen (wenn denn vorhanden) fördern.
Es gibt ja bereits am Mittwoch und am Samstag Markt, den Bauernmarkt, Velobörsen, Flohmärkte, Spielsachenbörse beim Gallusmarkt, Kinderkleiderbörsen etc. etc.
Wieso nicht in den Quartieren Platz machen, um dieses freie Unternehmertum ganzjährig zu fördern?

Unabhängigkeit ist Freiheit auch in den persönlichen Entscheidungen.

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5 Antworten zu Wieso auch noch Gas?

  1. Moderator mysg.ch schreibt:

    Ohne Gas ist ein Drittel der Haushalte nicht beheizbar

    Der Wärmebedarf in der Stadt St.Gallen betrug 2010 rund 900 GWh. Mit Heizöl wurden etwa 500 GWh und mit Gas 300 GWh gedeckt. Der Strombedarf betrug 2010 510 GWh, davon waren rund 270 GWh Atomstrom. Das Energiekonzept der Stadt sieht vor, schnellstmöglich vom Heizöl weg zu kommen.

    Erdöl ist ein wichtiger Rohstoff für viele hochwertige Produkte und viel zu schade zum „Verheizen“. Gleichzeitig soll der Energiebedarf durch Gebäudemodernisierungen kontinuierlich gesenkt werden. Der Ersatz von 270 GWh Atomstrom durch neue erneuerbare Energien ist nur längerfristig möglich, wobei als Übergangslösung Wärmekraftkopplung mit Erdgas vorgesehen ist. Das Erdgas soll dabei schrittweise durch erneuerbare gasförmige Energieträger (Wasserstoff, Biogas, synthetisches Gas aus z.B. Windkraft) ergänzt und ersetzt werden. Die Wärme wird über das Fernwärmenetz in die Gebäude geführt. Der Gesamt-Wirkungsgrad der WKK-Anlagen (Wärmekraftkopplung) liegt über 80 %!

    Erdgas wird als Brückenenergieträger benötigt, um die beiden Ziele (weg vom Öl und weg vom Atomstrom) zu erreichen, gleichzeitig das Ziel der 2‘000 Watt-Gesellschaft zu erreichen und einen substanziellen Schritt in Richtung „Eine-Tonne-CO2-Gesellschaft“ zu beschreiten. Um das möglich zu machen, sind gewisse Erdgas-Infrastrukturen zwingend erforderlich und auch sinnvoll.

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  2. gallenblog schreibt:

    Wenn Erdöl zu schade zum verheizen ist, dann müsste man auch den Betrieb von Autos v.a. innerorts massiv einschränken. Vor allem durch deren energetische Ineffizienz dort werden über 70% der eingesetzten Energie in Wärme umgewandelt statt für Vorwärtsbewegung genutzt.

    Sparen in Form von eigenverantwortlichem Verhalten wird in keinster Weise gefördert.
    Der Weg zur 2´000 Watt- und eine-Tonne-CO2-Gesellschaft führt nur über Förderung eines nachhaltigen Lebensstils.
    In einer Marktwirktschaft bestimmt der Preis, den Wert eines Produkts.

    Wieso keine Lenkungsabgabe zur Verteuerung der Energie inkl. deren negativen Auswirkungen (Bsp. CO2), die in Form von Stadtgutscheinen an die Bürger zurückfliesst.
    Dann kann jeder selbst entscheiden, ob er mit diesen Mehreinnahmen sein Gebäude isoliert, ein Solarkraftwerkt aufs Dach installiert, oder lieber spart und sich etwas Sinnvolleres als Energiekonsum leistet.

    Einst hatte man nur den Körper mittels Wollpullover isoliert, heute muss ein ganzes Gebäude isoliert werden.
    Wieso zB nicht im Winter die Schulhäuser auf maximal 18° heizen. Damit Kinder im Pulli statt im T-Shirt lernen, was Energieeffizienz bedeutet.
    uswusf.

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  3. Pingback: Abstimmung: Gasversorgung | St. Gallenblog

  4. Philo schreibt:

    Die St.Galler Stadtregierung disqualifiziert sich doch in letzter Zeit ein ums andere Mal. Die traurige Marktplatz-Geschichte, wo man einen Vorschlag durchpuschen wollte, der eigentlich hätte in der ersten Runde ausgeschlossen werden sollen, weil er die Rahmenbedingungen nicht erfüllte ist nur die Spitze des Eisbergs.
    Dann zahlt man enorme Gelder für die Ausweitung aufs Glasfernetz und bringt nicht mal ein eigenes Angebot zustande. Nun profitieren primär Anbieter wie Swisscom, von denen man sich über den Tisch ziehen liess, mit unflexiblen und überteuerten Angeboten. Und dann will man dieses Fiasko auch noch als gewinnbringend für die Anwohner verkaufen.
    schwach.

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  5. Pingback: Energiestadt St. Gallen? | St. Gallenblog

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