Nochmals der Marktplatz

Dass in den nächsten Jahrzehnten irgendwann mal die ganze Innenstadt vom Gallusplatz zum Marktplatz bis zum Bahnhofplatz resp. bis an die St. Leonhardbrücke und Geltenwilerstrasse autofrei wird kann man mit der Marktplatztiefgarage für Jahrzehnte vergessen.
Wieso ein direktdemokratisch fragwürdiger „Parkplatzkonsens“ für ein paar Dutzend Parkplätze beim Marktplatz und nicht für die ganze Innenstadt oder noch besser für das ganze Stadtgebiet? Wie es die italienschen Piazzas schon vor Jahrzehnten vormachten.

Typisch St. Galler Plästerlipolitik, ein Plätzchen hier, ein Einfamilienhaus dort, etwas Gewerbe auf andern paar m2 , daneben etwas Parkplätze etc. Siehe Richtplan.

Statt einer Marktplatztiefgarage wäre es gescheiter gewesen, unter dem zukünftig auszubauenden Bahnhofplatz eine riesige Tiefgarage zu erstellen, die direkt unterirdisch mit der Autobahnausfahrt Kreuzbleiche verbunden wäre, statt einem Tunnel für ein paar Busse, damit der MIV oberirdisch „frei?“ verkehren kann.

Wenn Bahnhof-, Post-, St. Leonhard-, Davidstrasse, Oberer Graben etc. und alle dazwischenliegenden Strassen autoverkehrsfrei wären, würde das unvorstellbar neue Gestaltungsmöglichkeiten für die Zukunft bieten.

Was ist denn so positiv am Autoverkehr auf Stadtgebiet? Dass diese dort am meisten Langsamverkehr gefährden, dass diese so viel Energie verbrauchen (siehe Benzinverbrauch innerorts der Autos (1 Minute Motor laufen lassen entspricht 30 Stunden Stromsparlampe statt Glühbirne, Klimaerwärmung ist bei der Verkehrspolitik auf Stadtgebiet kein Thema), dass diese so viel Abgase verursachen (siehe meistbelastetete Orte bei Ostluft), dass diese soviele Menschen mit Lärm belasten (siehe Lärmkataster bei Stadtplan), dass diese so viel knapp bemessene Stadtfläche schlecht nutzen (siehe Flächenverbrauch von vollbesetzten Bussen/Züge im Gegensatz zum MIV (ohne Töffs) etc.)

Wäre nicht die Eingemeindung vor 100 Jahre gewesen, hätte Tablat, Winkeln oder Bruggen schon längst einen Quartierplatz, St. Georgen wäre schon längstens verkehrsberuhigt etc. etc.

Unser Stadtrat inkl. Mehrheit des -parlament hat scheinbar diese Eingemeinungen immer noch nicht verdaut und ist immer noch nicht fähig, das ganze Stadtgebiet ganzheitlich zu betrachten, ja nicht mal das Innenstadtgebiet.

Scheinbar egal wenn Eltern 4 mal pro Tag im Aussenquartier ihre Kinder über den Autobahnzubringer zum Kindergarten begleiten müssen, Hauptsache der Marktplatz ist pseudoautofrei.

Es ist unverständlich, dass so viel volkswirtschaftliche Kosten in Kauf genommen werden, nur um die vermeintlich freie Wahl des Verkehrsmittels zu garantieren.

Dass Wirtschaftsverbände wie Wisg oder Pro Stadt, Wirtschaftsparteien wie die FDP für die Umgestaltung des Marktplatzes sind, lässt an ihrem ökonomischen Fachkenntnissen zweifeln.

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