Volkswille hin oder her?

Wirtschaftsverbände wollen Südspange

Ist mir klar, dass der Volkswille nicht sakrosankt ist.
Aber eine so krasse Nichtbeachtung einer grossen Mehrheit der Bürger findet man selten.

Da fragt man sich als Stimmbürger, wieso man die Abstimmungsunterlagen nicht gleich der Altpapiersammlung übergibt (wie es die Mehrheit der Stimmbürger macht).

Die vielen ungedeckten Kosten, die der Autoverkehr insbesondere in der Stadt verursacht (Lärm, Abgase, Gefahren besonders für Kinder, unverhältnismässige Flächenbeanspruchung etc.), zahlt ja der städtische Steuerzahler und nicht der meist auswärtige Autofahrer.

Befremdend, dass insbesondere Wirtschaftsverbände bei volkswirtschaftlichen Fragen ständig nach Planwirtschaft rufen, um persönliche betriebswirtschaftliche Gewinne, finanziert von der Allgemeinheit, selbst abzusahnen. Bei 90% aller Fahrten ist das Auto das wirtschaftlich ineffizienteste Verkehrsmittel.
Und so was nennt sich Wirtschaftsverband?

Schliesslich gibts ja noch das in der Stadt in allen Belangen effizienteste Verkehrsmittel: den Langsamverkehr.

Wer am schulfreien Mittwochnachmittag durch städtische Wohnquartiere spaziert, sieht kaum ein Kind.
Kein Wunder gibts so viele Kinder, die in St. Gallen geboren und aufgewachsen sind, aber beim Kindergarteneintritt kein Wort Deutsch können und unter massiven sozialen und motorischen Defiziten leiden.

Viele Familien, die es sich leisten können, wohnen darum lieber auf dem vermeintlich kinderfreundlichen Land.

Was macht die Stadt, um mehr Familien durch kinderentwicklungsfreundlichere Wohnquartiere in die Stadt zu locken und dadurch auch den besonders für Kinder massiv einschränkenden Autoverkehr zu reduzieren?
Oder müssen sich städtische Kinder in Zukunft auf der autoverkehrsfreien und damit sicheren Piazza Markplatz treffen?
Es brennt in den Quartieren, aber der einzige Löschmittelanschluss ist in der Innenstadt.

Dafür finanziert die Stadt grosszügig Sportclubs -und stätten, Tagesschulen, Einführungsklassen, Schulkindergarten, KidS, ISF, Logopäden, Schulpsychologen, Krippen, Purzelbaumprojekte, Kleinklassen, Sonderschulen, Psychomotorik, Ferienplausch etc. etc.
Ob dadurch die Kinder zu selbständigen und eigenverantwortlichen Erwachsene werden, oder weiterhin die meiste Lebenszeit auf staatliche Transferzahlungen angewiesen sein werden, ist zu bezweifeln.
Ob diese Rechnung auch in Zukunft aufgeht, ist mehr als fraglich.

Es geht ja nur schon Jahrzehnte, wenn überhaupt, bis die Stadt in einer Wohnquartiersackgasse zumindest eine 30-Zone für mehr Sicherheit,  Freiraum und soziale Kontaktmöglichkeiten zugunsten der anwohnenden Kinder einrichtet.

Um immer und überall die freie Wahl des Verkehrsmittels zu garantieren, scheint der Leitspruch zu gelten: Kinder bleibt drinnen, damit die Erwachsenen mit ihrem Auto draussen spielen können.

Auf solche Probleme geht der Richtplan in keinster Weise ein.

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