Die „armen“ geplagten Lehrer

(Tagblatt 12.2.2011)Entgegen der Meinung in diesem Artikel, sind längst nicht alle Lehrer im Lehrerverband. Erst recht nicht unterstützen immer alle Mitglieder  alle Ziele ihres Verbandes.

Ob es auch in Zukunft genügend Lehrer hat, ist mehr als fraglich, vor allem beim Durschnittsalter der Lehrer.
Andere Lernformen, die vermehrt auf die Selbständigkeit und Eigenverantwortung der Schüler aufbauen, sind gefragt resp. sollten möglichst schnell eingeführt werden.
Das ist auch eine neue Herausforderung für Lehrer, die sich auf eine neue Stellung im Bildungsapparat einrichten müssen. Der Klassenlehrer ist längst ein Auslaufmodell.
So wie es heutzutage auch kein Klassenzimmer mehr gibt. Dieses gehört dem Lehrer und die Schüler sind bei den Unmengen an Lehrpersonen gezwungen, ständig das Schulzimmer zu wechseln. Ist ja unzumutbar für Lehrer, dass sie das Klassenzimmer wechseln statt 25 Schüler.

Gar nicht nachvollziehbar ist, wie mehr Lohn zu besseren Arbeitsbedingungen führen soll. Schliesslich werden immer mehr Lehrer aus dem Ausland rekrutiert und die staunen nur über das Spitzensalär von Lehrern in der Schweiz.
Ausserdem: wer Lehrer werden will, weil man so viel in diesem Beruf verdient, ist von vornherein am falschen Platz. Da wäre eine Bankkarriere mit hohen Bonizahlungen angepasster.
Schliesslich erzielt kein Schüler bessere Noten, nur weil Ende des Monats ein grösserer Betrag auf dem Konto des Lehrers ist.
Und für was brauchen sie mehr Lohn? Damit sie weiterhin alleine im 5-plätzigen Auto die Schulwege unsicher machen können auf dem Weg zum mit Bildungsausgaben subvenitionierten Parkplatz gleich bei der Schule oder sogar auf dem Schulhausplatz. Die Lehrermappe ist ja so viel schwerer als der Thek der Kinder vor den Schulferien, wenn diese alles Schulmaterial auf einmal nach hause tragen müssen.

Manchmal hat man sowieso das Gefühl, dass Schüler und Eltern nur den Lehrbetrieb stören. Mit der deutlichen Ablehnung der freien Schulwahl wahrscheinlich um so mehr. Schule wäre ja so schön, wenn die mühsamen Schüler nicht wären.
Da kommt bei einem unserer Kindern mitten während einer Englischprüfung ein Vertreter des Lehrerverbandes in den Unterricht und macht lautstark Stimmung gegen Schul- und Erziehungsrat. Schülern, die um etwas Ruhe bitten, wird der Prüfungsbogen eingezogen und erhalten eine Eins.
Reklamationen der Eltern beim Schulleiter nützen nichts, da der froh um jede Lehrkraft ist und darum deren Interesse höher gewichtet als die Bildung von und Respekt vor Kindern.

Die Anzahl der Pflichtstunden sind wohl kaum ein Massstab für die Belastung. Da spielen die unterschiedlichen Fähigkeiten, die die Kinder mitbringen und auf ein gemeinsames Lernziel hin getrimmt werden müssen, wohl eine ungemein grössere Rolle.
Vor allem bei den Unmengen an Stunden im Teamteaching, Altersentlastung, ISF-Stunden etc. ist heutzutage ein Lehrer nur noch ein kleiner Teil der Pflichtstunden alleine mit seiner Klasse.
Schliesslich ist das eine echte Entlastung und keine Massnahme, nur damit die Lehrer ein gutes Gefühl haben, dass der Kanton überall sparen muss nur für höhere Lehrerlöhnen ist noch genügend Geld vorhanden und sie darum als Sieger vom Platz gehen können.
Wenn dann neben denn angeblich vielen Pflichtstunden noch Zeit bleibt, auch noch die Tagesschulbetreuung zu übernehmen, dann ist von Überforderung und Lehrermangel kaum zu sprechen.

Da halt ichs nach Hans A. Pestalozzi: Hauptsache die eigenen Kinder überstehen die Schulzeit ohne bleibenden psychischen Schaden.

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