Einheitskasse

Tagblatt: «Das System ist faul»

Einheitskasse ist Sparen auf Kosten der Ärmeren.

Wer bis anhin auf günstige Krankenkassen angewiesen ist, wird durch die Einheitskasse massiv mehr bezahlen müssen.
Profitieren werden diejenigen, die sich bis anhin eine teure Kasse leisten konnten, resp. nicht zum Wechsel zu einer billigeren gezwungen waren.

Die zum Teil unsozialen KK-Verbilligungen haben auch in der Vergangenheit mit den ständigen massiven Erhöhungen insbesondere bei den Kinderprämien in keinster Weise Schritt gehalten.

Dass gerade die Linken sich für solch unsoziale Anliegen stark machen, zeigt, dass sie den Bezug zu ihrer Basis verloren haben.
Mit einer Einheitskasse ist zB den working poor sicher nicht gedient.

Hauptsache der Kuchen wird kleiner, wenn auch nur das Kuchenstück der Reichen.

Die Prämien der Mehrheit werden bereits durch die Prämienverbilligung einkommensabhängig finanziert.

Durch die Einheitskasse wird das Verursacherprinzip gänzlich ausgehebelt.

Jeder sollte den gleichen Prozentsatz seines persönlichen Einkommens als Selbstbehalt bezahlen müssen.

Dann lohnt sich kostenbewusstes Verhalten auch für Leistungsbezüger.

Die Konsumenten sollen für Wettbewerb sorgen. Die Anbieter haben diese Möglichkeit längstens verspielt.

Hat man eine hohe Franchise, nimmt man eher das billigere Medikament, geht zum billigeren Arzt, wählt ein billigeres Spital etc. Dadurch hat der Leistungsbezüger auch mehr Einfluss auf den Wettbewerb und kann Eigenverantwortung übernehmen.

Die Franchise muss für alle massiv erhöht werden. Um das sozialverträglich zu gestalten, sollte sie einkommensabhängig sein.

Es geht um ein gesundes Verhältnis zwischen Fixkosten (Krankenkassenprämien) und variablen dh. selbst beeinflussbaren Kosten (Selbstbehalt/Franchise).

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Über gallenblog

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2 Antworten zu Einheitskasse

  1. Alex Schneider schreibt:

    Regulierung und Wettbewerb tun not!
    Die Schweiz gibt – gemessen am BIP – hinter den USA am zweitmeisten für das Gesundheitswesen aus. Die Niederlande wenden für ihr System, welches dem unseren nicht nachsteht, rund 2 BIP-Prozentpunkte weniger auf. Die Themenbereiche für Effizienzgewinne liegen seit einiger Zeit auf dem Tisch: Übergeordnete Spitalplanung und öffentliche Krankenkasse mit Abschaffung des Kontrahierungszwangs.

    Heute gibt es in der Schweiz 320 Spitäler. Das ist viel zu viel. Wir investieren in Beton statt in Qualität. Von drei Akutspitälern braucht man längerfristig nur eines, aber als voll ausgebautes Zentrumsspital. Der extreme Föderalismus bei der Spitalplanung ist durch eine nationale oder eine zwingende überkantonale Planung (Gesundheitsregionen) zu ersetzen.

    Eine öffentliche Krankenkasse hat bei der Grundversicherung einheitliche Prämien pro Versicherungsmodell und Kanton. Sie macht Schluss mit der Jagd auf „gute Risiken“ zum Nachteil von allen andern, erübrigt also die Geldverschwendung für Werbung, Marketing, Profit und die endlosen Diskussionen um einen gerechten Risikoausgleich zwischen den Kassen. Sie sorgt für eine effizientere und transparentere Geschäftsführung. Auch bei der öffentlichen Krankenkasse sollen der Vertragszwang und die fixen Tarife abgeschafft werden; im Gegenzug sind aber transparente Qualitätskriterien für die medizinischen Leistungen festzulegen. Wahlfranchisen und Prämienrabatte sollen weiterhin möglich sein. Auch sind Sparmodelle wie Gesundheitsnetzwerke („Gatekeeper“) anzubieten.

    Private Krankenkassen sollen auch für die Grundversicherung weiterhin möglich bleiben. Wenn die öffentliche Krankenkasse gut wirtschaftet, werden private Kassen allerdings wie bei der Gebäudeversicherung einen schweren Stand haben.

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  2. gallenblog schreibt:

    Gebe es unter den Krankenversichern richtigen Wettbewerb, hätten wir wahrscheinlich schon längstens nur noch eine Krankenkasse.

    Eine Einheitskasse mag wohl die Kosten des Gesamtsystems einmalig etwas zu dämpfen, aber bei den ständig steigenden Kosten bewirken sie nichts.

    Den meisten Leuten sind hohe Krankenkassenkosten sowieso egal, sonst würden sie nicht jahrelang bei teuren Versicherungen bleiben und erst noch bei minimalen Franchisen.

    Ich habe die Franchise meiner ganzen Familie auf dem Maximum und gehe im Krankheitsfall ins kostengünstigere Ausland. Die zusätzlichen Mobilitätskosten sind immer noch immens billiger als in der Schweiz zum Arzt zu gehen.

    Letzthin war ich nach vielen Jahren wieder mal beim Arzt in meiner Gemeinde. Nachher war mir bewusst, dass ein Anruf bei einer Telmedorganisation billiger gewesen wäre (meine momentane KK bietet das nicht), selbst die Beratung beim Apotheker hätte genügt.
    Die Rechnung inkl. Medikamente wollte ich gleich bezahlen. Das ging nicht. Abrechnung nur über meine KK trotz unnötigem Mehraufwand meiner KK. Bei Franchise 2500 Fr. zahle ich im Normalfall sowieso alle Krankheitskosten selbst.

    Kostenbewusstes Verhalten des Leistungsbezügers muss endlich belohnt werden.

    Weg von hohen Kopfprämien zu höheren Selbstbehalten/Franchisen damit der Wettbewerb endlich vom Konsument ausgeht und nicht von den Leistungsanbietern, die in Parlamenten eine übermächtige Lobby haben.

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