mysg: Stadt – Landkonflikt

Solange die Städte in der Schweiz die Landgemeinden an ihrer Infrastruktur teilhaben lassen, ohne dass diese dafür zur Kasse gebeten werden, wird dieser Konflikt weiter bestehen.

Die Landbevölkerung will die Vorteile des grünen Raumes und gleichzeitig die des urbanen Lebens in der nahen Stadt.

Wieso muss zB. die Stadt eine zusätzliche Verkehrsader (Südspange) ertragen mit ihren negativen Folgen wie Lärm, Abgase, Gefahren, Anonymisierung der Quartiere etc., um den Verkehr aus dem Appenzellischen auf Stadtgebiet zu bewältigen?

Wenn ich zum xten Mal ewig lange an einem Rotlichsignal am Fussgängerstreifen warte und auf die Nummernschilder der vorbeifahrenden Fahrzeuge achte, scheint mir, die Stadt St. Gallen liege in AR.

Ist es Aufgabe einer Stadt, für das Fortbestehen des Förderalismus zu sorgen, der aus einer Zeit stammt, als die meisten Menschen zu Fuss und wenige per Pferdekutsche unterwegs waren.

Wo direkte Zugang zur Tiefgarage ein Verkaufsargument für eine Wohnung ist, kann man sicher sein, dass man in einem anonymen Wohnquartier lebt.

Die Leidtragensten dieser Entwicklung sind unsere Kinder, die sozialste Gruppe unserer Gesellschaft. Diese sind dadurch auf Krippen, Tagesschulen, Vereine etc. angewiesen, um in ihrer Freizeit noch andere Kinder treffen zu können.
Aber ob eine artgerechte Haltung wie im Zoo besser für deren Entwicklung ist als die freie Wildbahn bezweifle ich.

Aber wer interessiert sich in unser Gesellschaft noch für die natürlichen Bedürfnisse von Kindern?
Die sind nicht mehr als ein missliebiger Kostenfaktor.
Der Staat interessiert sich mehr für die Steuereinnahmen der Eltern als dass diese es sich leisten könnten, mit ihren Kindern durch das Quartier, durch Wälder und Wiesen zu streifen und dabei spontan andere Quartierbewohner zu treffen.
Genügend Parkierraum beim Sportverein für Elterntaxis ist wichtiger als genügend sicheren Freiraum für Kinder, wo sie unbeaufsichtigt die für ihre gesunde Entwicklung unabdingbaren sozialen und motorischen Bedürfnisse ausleben könnten.

Die Stadt war jahrhundertelang der Mittelpunkt des sozialen Lebens. Heute ist es der Mittelpunkt des Individualismus, des Egoismus und damit der Anonymität.

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