Tempotarif beim öV

Was als revolutionäre Idee der Industrie und Handelskasser St. Gallen-Appenzell dargestellt wird, ist zumindest im angrenzenden Ausland schon seit vielen Jahren, zum Teil schon immer (Italien), Standart.

So unterscheiden diese Länder zwischen Nah-, Regional- oder Fernverkehr.
Nur was uns in der Schweiz als Intercity verkauft wird, ist in diesen Ländern maximal ein Regionalzug.

So kann man in Deutschland bereits ab 26 € ein Länderticket erwerben, mit dem bis zu 5 Personen einen Tag lang ab 9.00 Uhr alle Züge/Busse ausser die des Fernverkehrs mindestens eines ganzen Bundeslandes benutzen können. Oder für 42 € + 6 € für jede weitere Person ein „Quer-durchs-Land-Ticket“ für ganz Deutschland.
In Österreich gibt es etwa das gleiche für das ganze Land als Einfach-Raus-Ticket für 28 € für bis zu 6 Personen.
Von Mailand nach Rom (ca. 600km)  kommt man in 6,5 Stunden mit Regionalzügen für 27 €. Oder mit der Frecciarossa in weniger als 3 Stunden für 89 €.

Auch die SBB versucht durch Einführung von Sparbilletten die Nachfrage etwas zu verteilen.
Der Nachteil ist, dass diese nur per Internet erwerbbar sind.
Ich frage mich, wieso die Riesenkästen Billettautomaten nicht auch den Zugang zur Homepage der SBB ermöglichen, wie es in vielen Ländern schon gang und gäb ist. Damit auch Leute die keinen Internetzugang haben oder nicht ständig mobil kommunikativ sind, auch die Möglichkeit haben, von günstigen Tarifen zu profitieren.

Preise, die anhand von aktueller Nachfrage und Angebot zustande kommen, sind auf jeden Fall zu favorisieren. Nur frag ich mich, wieso das nicht auch auf der Strasse so sein kann. Und zum Beispiel bei den Parkiertarifen (Wer zwischen 7.00 und 8.00 Uhr parkieren will, zahlt deutlich mehr).
Wieso nicht auch bei der Nutzung von Büros, Strom, Heizung etc. etc.

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Über gallenblog

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Eine Antwort zu Tempotarif beim öV

  1. gallenblog schreibt:

    Diskussion im Forum des Beobachter:

    Leben wir in einer Marktwirtschaft oder nicht?

    Das Angebot an Strasse und Schiene ist begrenzt und nur mit massiven Mehrkosten erweiterbar.
    Statt pauschale Abgeltung der Kosten könnte man diese nach tageszeitlicher Nachfrage steuern.
    Zugang zu Skigebieten kann man auch mit Handy oder Chip ermöglichen.

    Nur ist die Wirtschaft überhaupt noch nicht auf flexiblere Arbeitszeiten eingestellt.
    Genauso hat sie die Möglichkeiten der mobilen Kommunikation, die bis jetzt vor allem dem Freizeitbedarf abdeckt, total verschlafen.

    Ist es schlimm fürs soziale Leben, wenn man statt die Arbeitskollegen am Arbeitsplatz öfters mal die Nachbarn trifft, weil man von zu hause aus arbeitet?

    Ausserdem ist es widersinnig, so viel Büroraum, der dann den grössten Teil des Tages leer steht, mitten in der Stadt zu haben, wo die Platzverhältnisse für die Zufahrt am knappsten sind.
    Soll doch das Kader von UBS und CS am Paradeplatz wohnen statt in Freienbach. Und arbeiten umgekehrt.

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