Kein Park&Ride in St. Gallen

Der Stadtrat will gemäss Tagblattartikel (nur für Abonennten) oder Geschäft im Stadtparlament keine Park&Ride-Anlagen für auswärtige Pendler auf Stadtgebiet. Richtigerweise stellt er fest, dass diese in die Agglomeration gehören.
Die Frage ist jedoch, ob die Agglomeration zu solchen Investitonen bereit ist. Insbesondere wenn die Stadt das Strassenangebot für die Agglomeration ständig verbessert und in Zukunft noch massiv ausbauen will und darum das Parkplatzangebot mitten in der Stadt ständig vergrössert werden muss.
Durch den Bau der Südspange und den für eine Stadt widersinnigen Verbreiterung der Einfallachsen durch Abbruch von Wohnhäusern wird der Druck auf den Parkplatzkonsens massiv zunehmen.
Wenn man für die ganze Region den roten Teppich in der Stadt ausbreitet, muss man sich nicht wundern, wenn er sehr gerne von Auswärtigen benutzt wird, besonders wenn diese sich nicht an dessen Kosten beteiligen müssen.

Vielleicht bräuchte es eine EZBplus-Karte, die es Anwohnern und Gewerbe für einen Mehrbetrag pro Monat erlauben würde, von 7-9Uhr alle Parkplätze auf öffentlichem Grund in der ganzen Stadt gratis zu benutzen. Alle Auswärtigen müssten in dieser Zeit 5 oder besser 10Fr. pro Stunde bezahlen.
Wieso gibts keine marktwirtschaftlichen Parkplatztarife gemäss aktuellem Angebot und Nachfrage?

Die intelligenteste Mobilität ist immer noch die aus verschiedenen Verkehrsmitteln kombinierte.
Ausser Nurfussgängern macht das jedermann. Niemand hat den Autoparkplatz gleich neben dem Bett oder dem Bürostuhl.
Und ob jemand notabene in der Freizeit für den Arbeitsweg ein paar Minuten länger braucht, weil er an der Stadtgrenze vom Privatauto auf Bus/Bahn umsteigen muss, oder länger im Bett liegenbleiben kann, hat die Politik besonders auch aus ökonomischer Sicht nicht zu interessieren.

Falls jemandem die Erreichbarkeit der Stadt wirklich so wichtig ist, nimmt er Wohnsitz in der Stadt und benutzt das schnellste und in fast allen Belangen effizienteste Verkehrsmittel auf kürzeren Distanzen, nämlich das Velo. Für allzu garstiges Wetter und grössere Einkäufe stehen immer noch genügend Busse und Carsharingfahrzeuge zur Verfügung.
Etwas Bewegung im Alltag hat noch niemandem geschadet. Auch im Hinblick auf die ständig steigenden Krankenkassenprämien und die ausufernden Defizitkosten von Sportstätten.
Nicht umsonst hat die Stadt am meisten autolose Haushalte der ganzen Region, muss jedoch am meisten Auswirkungen des Mivs erdulden.
Siehe auch Stadtlabor

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