Legislaturziel: Region St. Gallen

Der Stadtrat von St. Gallen hat mich begeistert mit seinem Legislaturziel für 2012.
Das ist ein Bekenntnis des Stadtrates, dass die politischen Verwaltungsgrenzen nicht mehr mit den Mobilitätsmöglichkeiten der Bevölkerung in der Region übereinstimmen.

Die Frage bleibt, ob das Zusammengehörigkeitsgefühl der Region in der Agglogemeinden genug gross ist, für eine Fusion.

Der Stadtrat als Vertreter des Hauptwirtschaftszentrums der Region kann momentan Regional- und Wirtschaftsstandortpolitik nur auf Kosten der städtischen Steuerzahler betreiben.
Was hat ein Bewohner des Guggeienquartiers mehr von der städtischen Infrastruktur als ein Mörschwiler?
Ein Achslenbewohner mehr von einem schönen Marktplatz als einer aus Speicher oder Rehetobel?
Ein Winkler mehr vom Parkplatzangebot in der Innenstadt als einer aus Gaiserwald?
Ein St. Geörgler mehr vom Arbeitsplatzangebot in der Stadt als einer aus Teufen?
Er zahlt einfach nur mehr dafür.

Der Agglobewohner jedoch weiss, dass er ohne florierende Stadt auch einen spürbaren Rückgang seiner persönlichen Lebensqualität hinnehmen muss.

Was macht die Region, wenn der Stadt aufgrund der hohen Steuerbelastung die Arbeitsplätze verloren gehen?
Wenn Busse, Parkplätze, Frei- und Hallenbäder, Eis- und Fussballstadion, Strasseninfrastruktur, sog. „kulturelles“ Angebot und insbesondere die Infrastruktur für die Wirtschaft nicht mehr durch immer höhere Steuereinnahmen der Stadtbevölkerung/-firmen betrieben und unterhalten werden können.

Wieso wird zB der Eintritt ins Hallenbad Blumenwies für einen Mörschwiler durch seine eigene Gemeinde subventioniert (sie sparen sich dadurch ein eigenes Hallenbad), während der Stadtbürger den vollen Preis zahlen muss und noch zusätzlich das Defizit?
Wenn die Stadt aufgrund fehlender finanzieller Mittel sich den Unterhalt des Hallenbads nicht mehr leisten kann, leidet schliesslich auch der Mörschwiler Schwimmer darunter.

Wieso wird bei Gemeindefusionen nur auf das unterschiedliche Steuerniveau geachtet und nicht auf die konsumierten öffentlichen Leistungen, auf den Mehrwert, die eine gemeinsame Region generieren könnte, auf die zusätzliche Wettbewerbsfähigkeit, die Stärke als regionaler Wirtschaftsstandort, etc.

Sind wir doch wettbewerbsfähig als Region gegen Zürich, Deutschland, Österreich, EU, China, Indien etc. statt ruinösen Steuerwettbewerb unter den Einheimischen in der eigenen Region.

(Steuer-)wettbewerb ist ja gut, aber nicht einfach um Einnahmen zu generieren, sondern um Kosten tief zu halten.
Da wäre es besser, die Agglogemeinde könnten ein Wort mitreden, statt sich einzig und allein auf die Taten der Stadtregierung und -parlament zu verlassen.

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