Fussgängerstreifen

Fussgänger haben es beim Überqueren von Strassen nicht leicht. Das zeigt schon die Unfallstatistik insbesondere bei Fussgängerstreifen. Dabei bedeutet Fussgängerstreifen für Autofahrer das gleiche wie dieses Signal:

Was würde ein Autofahrer sagen, wenn ihm ein anderes Auto aus einer nicht vortrittsberechtigten Strasse, die Vorfahrt nimmt und ihn zum Bremsen zwingt? Das Gefluche hinter dem Steuer kann ich mir vorstellen.
Nicht so bei wartenden Leuten insbesondere Kindern am Fussgängerstreifen. Viele Automobilisten scheinen sogar zu faul zum Bremsen zu sein.
Ich hab ja Verständnis für Autofahrer, die vor dem Fussgängerstreifen nicht anhalten, wenn hinter ihnen kein Fahrzeug mehr folgt. Man sollte auch nicht wegen nur einem Fahrzeug auf der Strasse auf seinem Vortrittrecht als Fussgänger beharren.

Im Alltag hält bei einem Fussgängerstreifen insbesonders während der Hauptverkehrszeiten kaum ein Auto. Auch wenn Schüler und Kindergärtner davor warten (die müssen genauso wie Arbeitnehmer pünktlich um 8 Uhr an ihrem Arbeitsort oder am Mittag beim Essen sein, nachmittags muss sie nochmals ran. Dabei stressen viele nichtanhaltende Eltern noch am Mittag mit dem Auto heim, um das Essen mit ihren eigenen Kindern einnehmen zu können. Aber die Kinder am Fussgängerstreifen sind ja nicht ihre eigenen).
Jedoch Mitten am Nachmittag, wenn Kinder heimkommen, hält jedes Auto, auch wenn es das einzige weit und breit ist. Bedanken sollen sie sich Fussgänger dafür nicht, da schliesslich nur ihr Recht respektiert wird. Oder bedankt sich ein Autofahrer auf der Hauptstrasse, dass er sein Vortrittsrecht wahrnehmen darf?

Da kommen nun Forderung aus der realitätsfremden und vergreisten Autolobby (bsp. TCS: Luici R. Rossi), dass sich Fussgänger gefälligst den Stärkeren im Verkehr anzupassen haben (auch innerorts), und Handzeichen beim Strassenüberqueren geben sollen. Dafür verteilen diese dann leuchtende Streifen an Kinder als Feigenblatt für ihre kinderfeindliche Verkehrspolitik.
Aber lieber erziehe ich meine Kinder dahingehend, dass sie halt am Fussgängerstreifen warten müssen, bis sie ihn sicher überqueren können, als dass ein Autofahrer noch in ihren ausgestreckten Arm fährt. Lieber zu spät in der Schule (ich schicke sie für einen Kilometer Schulweg eine halbe Stunde früher) als im Spital oder unter der Erde.

Aber wer hat schon als Autofahrer einen Verkehrspolizisten am Fussgängerstreifen gesehen oder gar eine Busse bekommen, weil er das Vortrittsrecht des Fussgängers nicht eingehalten hat?
Lieber kontrolliert die Polizei an der fussgängerverkehrsreichsten Strassenüberquerung der Stadt, ob diese trotz freien Strasse, nicht bei Rot überquert haben.
Ersetz ein rotes Lämpchen den gesunden Menschenverstand?
Fussgänger risikieren Leib und Leben, Autofahrer höchstens finanzielle Einbussen (höhere Haftpflichtprämienstufe, Kosten des Autospenglers, Aufwand fürs Blutabwischen auf der Kühlerhaube etc.).

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