Ist Langsamverkehr minderwertig?

Kommentar zum Leserbrief von Otto Künzler, Tablatstr. 45, 9016 St. Gallen im Tablatt Tagbatt:

Das einzige, das mehr Sicherheit für Radfahrer bieten würde, wäre weniger Autoverkehr.

Die Tablatstrasse führt zwar mitten durch ein Wohnquartier, ist aber nur ein Autobahnzubringer besonders aus AR und dies zusätzlich seit dem Ausbau der Rehetobelstrasse bis Speicherschwendi.

Wieso werden die vereinzelten Velofahrer zur Benutzung der Strasse gezwungen, wenn daneben breite, meist menschenleere Trottoirs vorhanden sind (insbesondere bereits 6-jährige Kindergärtler wie es das Gesetz für Radfahrer aus den 50er-Jahren befiehlt)?

Trottoirs, insbesondere die der Tablatstrasse, werden nur für parkierte Autos, Verkehrsschilder für den Strassenverkehr, Baumaschinen, Baustellen, etc. missbraucht. Kinderwagen, Dreiräder, Rollstuhlfahrer etc. müssen auf die Strasse ausweichen.

Radstreifen sind staatlich verordnetes an den Rand drängen, damit die Autos beim Überholen der Velos den gesetzlich vorgeschriebenen Mindestabstand von 1.5m nicht einhalten müssen.

Auf der Strasse muss man sich als Velofahrer breit machen resp. verkehrsbehindernd sein, wenn man sicherer sein will.
Das hab ich meinen Kindern, die die Tablatstrasse mehrmals pro Woche rauf und runter fahren, seit sie 6 wurden und die Strasse gemäss Gesetz benutzen müssen, gelehrt.
In der Schule aber lernen sie das Verhalten im Verkehr als Radfahrer, wenn überhaupt, frühestens in der 3. Klasse.
Zwischen 6 und 9 Jahren dürfen scheinbar Kinder nur Velofahren, wenn die Eltern sich ein Auto mit Fahrradträgern leisten können, um aus dem für radfahrende Kinder gefährlichen Wohnquartier zu flüchten.

Wenn schon zu viel Steuergelder der Stadtbürger für bauliche Massnahmen resp. zu viel Strassenverkehrsfläche vorhanden ist, dann wenigstens für die Verbreiterung der Trottoirs, damit die vereinzelten Fussgänger an den wenigen Radfahrern auch „sicher“ vorbeikommen.
Scheinbar sind Radfahrer für Fussgänger gefährlicher als Autos für Velofahrer.

Unser Stadtrat inkl. -parlament lechzt nach immer mehr Steuereinnahmen des Gewerbes durch konsumorientiertenAgglos statt die Bedürnisse der eigenen Wohnbevölkerung zu respektieren.

Wir brauchen im Stadtparlament endlich eine adädquate Vertretung der Wohnquartiere, um der fortschreitenden Ghettoisierung (Ausländerquartiere an Einfallstrassen für Arme/sonnige Rosenbergquartiere mit Säntissicht für Reiche) zu entgegnen.Die Kosten heutiger Verkehrspolitik fallen dann vor allem an Schulen an.

Wir zahlen so hohe Steuern in der Stadt, um unsere eigenen Bedürfnisse zu befriedigen und nicht die der ganzen Agglomeration.
Mit dem öV ist man vom steuergünstigen Teufen (Obwalden lässt grüssen) schneller im Stadtzentrum als mit der VBSG aus den Aussenstadtquartieren, die eine tiefere Durchschnittsgeschwindigkeit als Velofahrer hat. Trotzdem finanziert das Millionenloch der VBSG nur die Stadtbürger also auch der einheimische Velofahrer.
Genauso wie das Defizit der Hallenbäder, Infrastuktur für Einkaufszentren, Freibäder, Tonhalle, Parkhaus unter dem Marktplatz etc. etc. etc.

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Eine Antwort zu Ist Langsamverkehr minderwertig?

  1. gallenblog schreibt:

    Unfall auf der Rehetobelstrasse: Auto überschlägt sich – Lenkerin verletzt

    Die Rehetobelstrasse ist durch den Ausbau zur Raserstrecke geworden. Solche Unfälle waren absehbar und werden noch öfters auftreten.

    Gleiche Fehlinvestition auf Strecke Gossau-Flawil

    Gefällt mir

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