Frust einer CH-Velofahrer-Familie

Muss ich hier einfach mal loswerden.

Da les ich in deutschen Internet-Foren für Radfahrer, Familien, Eltern etc.,  wie diese bereits mit ihren 3-jährigen Kindern, auf deren eigenem 12′-Velo, in die Stadt einkaufen gehen Beispiel. Und wie stolz deren Eltern auf ihre Kinder sind.

Bei uns in der Schweiz wird man schon schräg angeschaut oder muss sich blöde Sprüche  von Nachbarn und Bekannten anhören (habt ihr die Knautschzone beim Velo schon eingebaut?, ist die dicke Jacke deines Sohnes Ersatz für den Airbag? etc.), wenn man mit 9-jährigen mit dem Velo in die Stadt fährt oder nicht wie alle anderen, sie mit dem Auto in die Pfadi oder 5-jährige in den Waldkindergarten bringt. Naturerlebnis ist nur noch eine Freizeitbeschäftigung. „Erfahrbar“ wie ein Einkaufszentrum mit Kinder-„paradies“.

Ist das freie Wahl des Verkehrmittels?
Gilt dies nur für Autofahrer?
Kein Wunder nehmen die Aggressionen zwischen Langsam- und Autoverkehr immer mehr zu.

Verkehrspolitik heisst bei uns Privatautopolitik (Milliarden für Autos, Brosamen für den Rest). Öv- oder Langsamverkehrförderung ist nur für die Beruhigung des schlechten Gewissens von Gutmenschen in Regierungen und Parlamenten.

Die Schweiz ist kinderfeindlich und sieht sie nur als Kostenfaktor. Da ändern auch hunderte Millionen für Tagesschulen nichts am Respekt vor den (Bewegungs-)Bedürnissen von Kindern. Im Gegenteil.

Wie soll man den Kindern nachhaltige Moblität erlernen, wenn die Gesellschaft nicht die Möglichkeit dafür zulässt.
Massnahmen gegen Bewegungsarmut sind Turnhallen, Sportclubs, Fitnesscentren etc. aber nicht sich aus eigener Kraft fortbewegen?

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Über gallenblog

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2 Antworten zu Frust einer CH-Velofahrer-Familie

  1. Sam schreibt:

    Hallo,
    Willkommen im 21. Jahrhundert!
    Wo man mit dem Auto ins Fitnesscenter fährt, nach einem BigMacMenu ein Weightwatcherjoghurtdrink mit extra viel Calcium und LC1 Bakterien für die Darmflore trinkt, und trotz Milliardenverlusten seinen Mitarbeitern Millionenboni auszahlt!
    Halleluja!

    Sehr gut geschriebener Blog, ich glaube ich werde auch mal wieder das verrostete Bike aus der Garage nehmen;)

    Sam

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  2. gallenblog schreibt:

    Die Schweiz hat ihren Breakeven (besser wird immer teurer) bereits vor 40 Jahren überschritten.

    Jede Person mit dem Velo auf der Strasse vergrössert die Strassenkapazität und hilft teure Strassenneubauten, die viel langjährige Folgekosten verursachen (kein schlanker Staat), zu vermindern.

    Gefällt mir

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