Probleme der Randregionen löst der Kanton, die Stadt wird sich selbst überlassen

Da wird für 3354 Bütschwiler für 200 Mio. Franken eine Umfahrungsstrasse gebaut, während die Bürger der Stadt St. Gallen immer mehr Verkehr erdulden müssen.

Wo ist das Wirtschaftszentrum mit vielen Arbeitsplätzen, die dies mitfinanziert?

Da will man Rapperswil mittels eines milliardenteuren Tunnels entlasten, während die vielen Bürger an der Zürcherstrasse in St. Gallen gleichviel Verkehr täglich aushalten müssen.

Am Seedamm wohnen ja nicht mal Menschen im Gegensatz zu den vielen verkehrsbelasteten Strassen in der Stadt St. Gallen.

Da haben wir in Kantons- und Regierungsrat eine wirtschaftsfreundliche Mehrheit, die Randregionenpolitik unter dem Deckmantel der Verkehrspolitik betreibt.

Sind 200 Mio. für 3354 Bürger zur Autoverkehrsentlastung ökonomisch sinnvoll?

Wieviele Bütschwiler verzichten aufs Auto, weil sie deren Auswirkungen selbst spüren?

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2 Antworten zu Probleme der Randregionen löst der Kanton, die Stadt wird sich selbst überlassen

  1. Paskal schreibt:

    Die hauptsächliche Problemstellung für die Bütschwiler Umfahrung ist nicht der Lärmpegel. Das Toggenburg gilt als wirtschaftliche Randzone. Nicht zuletzt wegen der langen Fahrzeiten zu Autobahnen.
    Und besonders im Winter nimmt der Verkehr aufgrund der Skitouristen drastisch zu. Da bilden sich gut und gerne kilometerlange Kolonnen, die dann von Wildhaus her nach Wil auf die Autobahn rollen. Viele Gemeinden der Region besitzen derzeit bereits eine Umfahrungsstrasse. Dadurch kann das allgemeine Reisetempo entlang dem Toggenburg gesteigert werden. Ausserdem kreuzt die momentane Hauptstrasse /-achse zweimal innerhalb Bütschwils mit der Schienenverbindung. Da halbstündliche Züge fahren, wird an dieser Stelle der gesamte Strassenverkehr des Toggenburgs für jeweils ca. 10 Minuten pro Stunde unterbrochen.

    Ich hoffe, dir mit den paar Fakten einige Hintergrundinformationen zum Verständnis gegeben zu haben.
    Gruss
    Paskal

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  2. gallenblog schreibt:

    Pro Bürger von Bütschwil gibt der Kanton (finanziert durch Steuereinnahmen nicht durch Strassenbenutzer) für diese Umfahrungsstrasse rund 60′000 Fr. aus.
    Zum Beispiel für eine 4-köpfige Familie 240′000 Fr.
    Wäre diese Familie bereit, für ein Geschenk des Kantons über eine 1/4 Mio. Franken, ca. 20 mal pro Jahr sonntagabends den Skitourismusverkehr zu erdulden?

    Wieso muss das Reisetempo gesteigert werden? Damit man in der gleichen Zeit noch weiter weg fahren kann, was zu noch mehr Verkehr führt?

    Wieviele Haushalte in Bütschwil verzichten selbst aufs Autofahren, weil sie die negativen Auswirkungen dieser Mobilitätsart selbst spüren (Eigenverantwortung)?

    Wieso muss man in Bütschwil wohnen bleiben, wenn man die negativen Auswirkungen des Autoverkehrs nicht akzeptieren will?

    Mit diesem Geld, das der Kanton für die Bütschwiler (und andere Gemeinden in dieser sogenannten Randregion bereits früher) ausgeben will, könnten diese Bürger sich Wohneigentum in Nähe des Arbeitsplatzes und anderer reichhaltigeren Infrastukur leisten.

    St. Gallen wird jeden Tag von 33′000 autofahrenden Berufspendlern überströmt.
    http://www.stadt.sg.ch/home/bau_und_planung/tiefbauamt/verkehr/verkehrszaehlung_02.html
    http://www.verkehrszahlen.sg.ch/
    Die meisten Wohnungen an den Einfallstrassen sind von Familien mit Kindern besetzt, weil sie dort am billigsten sind und diese Familien sich pendeln nicht leisten können (Familien gehören (leider) zur ärmsten Gesellschaftsschicht in unserem Land). Würdest du deine Kinder an einem Wohnort aufwachsen lassen wollen, wo täglich mehrere zehntausend Autos vor der Haustür vorbeifahren? Wenn man motzt, wird auf den 2km entfernten Spielplatz oder auf subventionierte Tagesbetreuungsmöglichkeiten in geschlossenen Räumen inkl. ständiger Überwachung durch Erwachsene hingewiesen.

    Wieso wird nicht an diesen Orten Geld investiert, damit die Kinder an diesen Wohnlagen wegen mangelndem sicherem Freiraum keine Entwicklungsdefizite mehr haben, die in der Schule sonst teuer therapiert werden müssen.

    Vielbefahrene Strassen führen auch zu Ghettoisierung und mangelnder Integration besonders von Ausländern, denen man unsere schlechtqualifizierten, für Schweizer unzumutbare Arbeitsplätze zuschiebt.

    Ich bin in St. Gallen aufgewachsen. Wir konnten uns als Kinder in der ganzen Stadt mit dem Velo frei bewegen. Im Kindergarten gab es keine Ausländer ohne Schweizerdeutschkentnisse.
    Heutzutage werden Kinder vielfach mit dem Auto herumgekarrt. Deutsch lernen die meisten Kinder erst in Kindergarten. Hochdeutsch wird darum dort sogar zur Pflichtsprache.

    Ich frag mich wirklich, ob der Kanton die Prioritäten richtig setzt, wenn er das Toggenburg mit vielen teuren Strassen erschliesst. Die Abwanderung wird er dadurch sicher nicht aufhalten können, weil die meisten Menschen immer weniger Lust haben, für die Mobilität viel Freizeit aufzuwenden.

    Es gibt keinen Grund Mobilität in Randregionen und damit Zersiedlung zu fördern. (Hätte die Schweiz die Bevölkerungsdichte von Basel-Stadt, würde die ganze Schweizer Bevölkerung im Kanton Luzern Platz haben.)

    Vernetztes Denken ist nicht gerade die Stärke der St. Galler Regierung und Gemeinden, obwohl sie den Sitz der wirtschaftlichwissenschaftlich hochstehensten Ausbildung in Europa (HSG resp. UNISG) in ihrem eigenen Kanton haben.

    Gruss Carlo

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